Bürgerinitiative wehrt sich gegen die geplante L240n

Von: Franz Windelen
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Natur ja - Straße nein: das wollen Hermann Gendrisch, Heinz Dohmen, Felix Gendrisch und Klaus Reinartz (v.l.) von neu gegründeten Bürgerinitiative gegen den Bau der L240n erreichen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Ein ökologisches und ökonomisches Desaster könnte Realität werden, wenn die L240n, die derzeit in Alt-Boscheln an der Roermonder Straße endet, weitergebaut wird.” Die „Bürgerinitiative für den Erhalt der Übacher Waldgebiete” (BI) malt in düsteren Farben.

Dort, wo es grünt und blüht, könnte sich bald der Asphalt breit machen, sorgen sich Gegner der geplanten L240n.

Im Juni 2008 hat der Rat der Stadt Übach-Palenberg die „Rathaus-Trasse” (so die BI) zum Weiterbau der L240n beschlossen - den ersten Teilabschnitt der Landesstraße, der sich vom Kreisverkehr Roermonder Straße in Boscheln bis zur Merksteiner Straße in Palenberg, von Ost nach West, erstreckt.

Hermann Gendrisch und Klaus Reinartz von der BI sehen somit einen konkreten Schritt in Richtung Verwirklichung getan. „Damit würde die Trasse entlang des Dynamitwäldchens verlaufen und die Feldflur südlich von Übach und den Herbacher Wald, das Grüne Band der Stadt, zerschneiden”, moniert Gendrisch. Und Reinartz fügt hinzu: „Ein wertvolles Naturgebiet, das es so als Verbindung zweier Städte im Kreis Heinsberg nicht gibt, würde zerstört.”

Das Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Auswirkungen im Bereich Bahnhofstraße/Aachenerstraße werden, so mahnen die Kritiker, erheblich sein. Zudem reiche die Rathaus-Trasse teilweise sehr nah an die Wohnbebauung (Thornstraße/Rimburger Acker) heran. „Vor einigen Jahren argumentierte die Verwaltung noch mit der Entlastung der Roermonder Straße und der Friedrich-Ebert-Straße. Durch die im Bau befindliche B57n wird dieses Ziel möglicherweise schon erreicht”, meint Gendrisch.

Bei ihrem Protest hat die BI auch den zweiten Abschnitt der L240n im Blick, der hinter Scherpenseel enden und dort auf die L42n stoßen würde, die eines fernen Tages in nord-südlicher Richtung von Teveren nach Abdissenbosch/NL führen könnte. „Durch den zweiten Abschnitt würde der Rimburger Wald stark in Mitleidenschaft gezogen.

Die Trasse würde die Bahnlinie und die Wurm überqueren, die Brücke würde zwischen Rimburger Hof und Schloss gebaut”, sieht Gendrisch ein wertvolles Stück Kulturlandschaft bedroht. „Die Ziele der Euregionalen würden ja völlig konterkariert. Auf der einen Seite werden in die Optimierung des Wurmtales viele Fördergelder reingebuttert, auf der anderen Seite macht man alles wieder durch eine Straße kaputt”, ärgert sich Reinartz.

Außerdem sei dem Integrierten Gesamtverkehrsplan NRW zu entnehmen, dass die Straße teilweise über Limburger Grenzgebiet verlaufen würde und die niederländischen Nachbarn in die Planungen involviert werden müssten, gibt Reinartz zu bedenken: „... und die sind bekanntermaßen recht umweltfreundlich.”

Lohnenswert sei die Trasse nur für mobile Einwohner aus dem Übacher Kern, andere Übach-Palenberger würden andere Wege, gewohnte Wege, schnellere Wege zur Autobahn, nach Aachen, in die Niederlande favorisieren, sind sich die BI-Sprecher sicher. „L240n, L 42n und B57n - werden die Vorhaben alle wahr, muss man sich bald von Straßen eingekreist fühlen”, moniert Klaus Reinartz das engmaschiger werdende Straßennetz.

Er und sein Mitstreiter haben keinen Zweifel an dem „auch ökonomischen Unsinn einer fortgeführten L240n”, Gendrisch: „Der erste Teilabschnitt schlägt mit zehn Millionen Euro zu Buche, der zweite mit 8,1 Millionen Euro. Kosten und Nutzen stehen in einem krassen Missverhältnis.”

Den Befürwortern der L 240n werfen sie „Kaffeesatzleserei” vor, weil es keine seriösen Fakten und Prognosen gebe.

In der Wertigkeit steht die L240n - wie auch die L 42n - im Integrierten Gesamtverkehrsplan des Landes NRW in der Kategorie 2 (noch keine Planfeststellung erfolgt) - eine Realisierung der Trasse vor 2015 ist somit eher unwahrscheinlich. „Trotzdem ist die Bürgerinitiative bereits jetzt aktiv mit dem Ziel, dass die Straße bei der Revision des Gesamtverkehrsplanes gestrichen wird”, erklärt Gendrisch. Es müssten, so zeigt sich die BI entschlossen, im Vorfeld die Weichen gestellt werden, um weitere Planungsschritte und mithin ein ökologisches und ökonomisches Desaster zu verhindern.
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