Bürger fürchten sich vor Schlammmassen nach Starkregen

Von: Udo Stüßer
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Schmucke Einfamilienhäuser in strahlendem Sonnenschein: Doch bei Starkregen sieht es in diesem Wohngebiet anders aus. Wassermassen spülen Schlamm von den höher gelegenen Feldern auf die Straßen. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Immer wieder bewegen sich bei Starkregen Wassermassen durch die Straßen des Viertels Hommer Heide. Das Wasser, das von höher gelegenen Feldern in das in Tallage befindliche Baugebiet fließt, bringt Schlamm und Dreck mit sich. Sehr zum Ärger der Anwohner. Besonders betroffen waren sie nach dem starken Regen am 23. Juni.

„Die Situation ist für die Anwohner nicht länger hinnehmbar. Die vorhandenen baulichen Anlagen sind nicht geeignet, hier Abhilfe zu schaffen“, erklärt Christian Kravanja, Fraktionschef der Bürgerliste. Zum Schutz der Bewohner sieht die Bürgerliste dringenden Handlungsbedarf. Sie erwartet von der Verwaltung Vorschläge, wie das Wohnviertel Hommer Heide effektiv vor Überflutung durch Regenwasser und Schlammmassen geschützt werden kann.

Mit dem Antrag beschäftigte sich am Dienstagabend der Bauausschuss. Dessen Vorsitzender Hans Josef Paulus (CDU) erklärte: „Bei diesem Starkregen hatten wir in der ganzen Region Wassereinbrüche, viele Keller standen unter Wasser, wir hatten auch in Teveren Schlammmassen auf den Straßen. Die Folgen des Starkregens waren im ganzen Stadtgebiet spürbar.“ Dann, so Paulus, müsse die Stadt auch andernorts aktiv werden.

Dr. Stefan Evertz (Grüne) war anderer Meinung: „Das war keine Ausnahme, die Menschen dort sind regelmäßig betroffen. Man kann ihnen nicht sagen, dass wir nichts tun, weil wir ansonsten auch anderenorts aktiv werden müssten.“

Technischer Beigeordneter Markus Mönter erklärte, der Schutz vor von landwirtschaftlichen Flächen wild abfließendem Wasser sei eine freiwillige Leistung der Stadt. „Und dieser Aufwand ist unverhältnismäßig.“ Er selbst sei zum Zeitpunkt des Ereignisses in Urlaub gewesen, in Zeiten seiner Abwesenheit leite der Bürgermeister sein Dezernat. „Mir ist nicht bekannt, dass Gespräche erforderlich waren.“

Wilfried Kleinen, Fraktionschef „Geilenkirchen bewegen!“, wollte wissen, ob die Verwaltung Gespräche mit den Landwirten geführt habe. Bisher habe er noch nicht mit den Landwirten gesprochen, erklärte Mönter, aber er werde nun gemeinsam mit ihnen die Frage erörtern, ob die Bewirtschaftung der Felder so geregelt werden kann, dass die Bewohner geschützt werden.

Für die CDU bat deren Sprecherin Barbara Slupik die Verwaltung, nach einfachen Maßnahmen zu suchen, um den Bewohnern zu helfen. „Vielleicht ist es mit Kleinigkeiten getan.“ Uwe Eggert (Grüne) übte schließlich Kritik: „Wenn etwas schlecht ist, kann ich es nicht so lassen, weil es anderswo auch schlecht ist. Es wurde vor Jahren schon darauf hingewiesen, dass es ein problematischer Bereich ist.“

In die gleiche Kerbe schlug Johann Graf (Bürgerliste): „Es ist eine schlechte Aussage, wenn man sagt, wenn ich hier etwas tue, muss ich es woanders auch tun.“ Daraufhin entgegnete Paulus: „Wir sind nicht auf Rosen gebettet.“ Die Verwaltung wurde schließlich vom Bauausschuss beauftragt, nach Möglichkeiten zu suchen, den Bewohnern der Hommer Heide mit einfachen Mitteln zu helfen.

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