Bündnis: Bürgerwille nicht ausreichend berücksichtigt

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Was will der Bürger? Mit dieser Frage hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung am Montagabend beschäftigt, als es erneut um den 2. Bauabschnitt zur Umgestaltung der Konrad-Adenauer-Straße ging.

Zur Erinnerung: Im Juli hatte das Planungsbüro BKR aus Aachen dem Ausschuss drei Entwürfe vorgelegt: einer sah einen Radweg entlang der Häuserzeile vor, einer einen beidseitigen Radweg entlang der Konrad-Adenauer-Straße, einer einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich und Verschmelzung von Straße mit Rathaus- und Marktplatz.

Diese Planungen wurden am 31. August beim 2. Innenstadtforum den Bürgern vorgestellt und diskutiert. Die Mehrheit der Besucher sprach sich dafür aus, den Boulevard-Charakter des 1. Bauabschnittes fortzuführen und einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich ohne Radweg einzurichten. Nach dem Innenstadtforum hat das Büro BKR drei Varianten erarbeitet, die Andre Simon vom Büro BKR nun dem Stadtentwicklungsausschuss am Montagabend vorstellte:

In Variante eins wird das Material aus dem ersten Bauabschnitt aufgegriffen. Die Straße wird asphaltiert, die Gehwegbereiche bestehen aus beigen Betonsteinplatten. Die 16 Stellplätze werden mit einem dunkleren Betonsteinpflaster optisch abgesetzt. Die Pflasterung auf der Marktseite wird mit Betonsteinpflaster optisch dem Marktplatz angepasst.

In Variante zwei passt sich die Konrad-Adenauer-Straße nach dem neuen Kreisverkehr dem Bestand des Marktplatzes an. So entsteht ein großer durchgehender Platz, der den Boulevard optisch unterbricht. Für Straße und Gehwege wird ein Betonsteinpflaster verwendet, der obere Straßenabschnitt bis Dohmens Eck soll dann wie in Variante eins ausgebaut werden: asphaltierte Straße, Gehwege aus Betonsteinplatten. 30 Stellplätze sollen deutlich hervorgehoben werden.

Variante drei ist eine Kombination aus Variante eins und zwei: Die Straße ist durchgehend asphaltiert, die 30 Stellplätze werden deutlich hervorgehoben. Die Marktseite erhält im Gehwegbereich eine Betonsteinpflasterung. Die übrigen Gehwege sollen wie im ersten Bauabschnitt gestaltet werden.

Rainer Jansen (Die Grünen) erklärte, die Bündnisparteien hätten lange beraten. „Wir sehen den Bürgerwillen noch nicht ganz umgesetzt. Variante drei sehen wir als Basis für die weitere Planung”, erklärte er. Er plädierte für Variante drei, aber gegen eine Asphaltierung der Straße, sondern für Pflastersteine.

Anderer Ansicht ist die CDU. Manfred Schumacher: „Die CDU war am 31. August wohl auf einer anderen Veranstaltung. Wir sehen den Bürgerwillen mit Variante eins umgesetzt.” Allerdings wolle er die Bushaltestelle an den alten Standort verlegt wissen, um einen Rückstau in den Kreisverkehr hinein zu vermeiden. Auch sprach er sich gegen Längsparkplätze aus und wollte Blockparkplätze in die Planung aufgenommen wissen.

Während Stadtplaner Andre Simon Blockparkplätze als „gestalterisch schlechtere Lösung” bezeichnete, sagte Karl Peter Conrads: „Einparken in Längsparkplätze führt zu Rückstaus und Schwierigkeiten. Die Blockparkplätze aus Stufe eins kommen gut an.”

Hans-Josef Paulus (CDU) wehrte sich gegen wegfallende Parkflächen durch die Einrichtung von Längsparkplätzen: „Wir wollen die Stadt attraktiver machen. Das haben wir geschafft, deshalb sollten wir den Charakter des ersten Bauabschnittes beibehalten. Aber auch der Geschäftswelt müssen wir eine Chance geben.”

Während die CDU sich im Laufe der Diskussion immer wieder für Flüsterasphalt als Straßenbelag aussprach, sagte Bürgermeister Thomas Fiedler: „Ich möchte eine Entschleunigung des Verkehrs. Deshalb möchte ich keine Asphaltdecke, sondern eine Pflasterung.” Conrads hatte festgestellt, dass im ersten Bauabschnitt nicht gerast werde. „Deshalb sollten wir diese Bauweise in Stufe zwei fortsetzen.” Fiedler wandte ein: „Der erste Bauabschnitt ist eine Einbahnstraße, der zweite Bauabschnitt nicht. Deshalb wird hier das Verkehrsverhalten aus dem ersten Bauabschnitt nicht fortgeführt.”

Conrads dazu: „Aber die Bürger wollen Asphalt, weil Beton lauter als Asphalt ist. Die Anwohner des ersten Bauabschnittes sind begeistert von der Asphalt-Decke. Das sollten wir auch den Anwohnern des zweiten Bauabschnittes gönnen.” Nach langer Diskussion über das Für und Wider von Längs- und Blockparkplätzen schlug Ausschussvorsitzender Jürgen Benden (Die Grünen) vor, keinen Beschluss zu fassen.

Die Aachener Stadtplaner sollten auf Grundlage der Variante drei die Änderungswünsche einarbeiten und neue Pläne einreichen, die in der Ratssitzung am 29. September diskutiert werden. Bei einer Enthaltung wurde der Vorschlag einstimmig angenommen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert