Bücherei: 1752 Unterschriften für den Erhalt gesammelt

Von: mabie
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Übach-Palenberg. Einen dicken blauen Klemmordner hatte Maria Röhlen in der Hand, als sie nun bei der jüngsten Lesung von Martin Berghoff in der Stadtbücherei Übach-Palenberg erschien.

Darin befanden sich 1752 Unterschriften, die sie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch übergab, um für den Erhalt der Stadtbücherei zu werben.

Denn ab 2017 soll die aktuell mit einem Defizit von rund 70 000 Euro agierende Einrichtung möglicherweise geschlossen werden. Das steht im Haushaltsplan. Übach-Palenberg befindet sich als Stärkungspaktkommune in einem finanziellen Korsett, das bekanntlich auch das Ü-Bad in Bedrängnis bringen könnte.

Während sich Jungnitsch für das Ü-Bad immer wieder wortstark einsetzt, klangen seine Worte in Sachen Stadtbücherei weniger optimistisch. „Wir brauchen die Stadtbücherei nicht zu schließen, wenn wir etwa über einen Verein Geld generieren“, sagt er. Dazu gebe es in allen Schulen der Stadt bereits gut ausgestattete Büchereien, da sei es eine Überlegung wert, ob nicht zusammengearbeitet werden könne.

Wie eine Entwarnung klang das in den Ohren von Maria Röhlen und ihren Mitstreitern nicht: „Die Bücherei ist das Stiefkind der Stadt“, findet Röhlen. Um den Nachwuchs für die Bücherei macht sie sich keine Gedanken: „Nachdem ich gesehen habe, wie Kinder voller Enthusiasmus durch die Straßen gegangen sind und überall geklingelt haben, um Unterschriften für den Erhalt der Bücherei zu sammeln, mache ich mir keine Sorgen um den Lesernachwuchs.“ Die Werbeaktion eines Drogeriemarktes zur Neueröffnung im Einkaufspark Magnus, bei dem sich der Bürgermeister an die Kasse setzte und so 5100 Euro für die Bücherei sammelte, fand sie zwar gut.

Weniger gut klangen hingegen die Worte Jungnitschs bei der Unterschriftenübergabe. Er lobte zwar ausdrücklich das Engagement der Menschen für die Bücherei. „Aber ich muss auch mahnend den Zeigefinger heben“, fuhr er fort. So seien vor einiger Zeit mehr als 2200 Unterschriften für die Öffnung der Aachener Straße gesammelt worden. „Doch bei der Eröffnung war keiner dabei, der unterschrieben hatte.“ 60 000 Euro plus die Planungskosten der Stadt hatte dieses Unterfangen gekostet.

Jungnitsch warb für praktikable Ideen wie eine Verbesserung der Beschilderung zur Stadtbücherei oder Werbung in Kindergärten und Schulen oder einen Internetauftritt. Bürgermeisterkandidat Kozian sagte spontan zu, dass der Grünen-Ortsverband zehn elektronische Buchlesegeräte zur Verfügung stellen will.

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