Bücher kofferweise und auch an der Leine

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Die Geschichte vom „kultivierten Wolf” spann sich an einer Leine durch das ganze Foyer der Birgdener Schule als spontanes Leseangebot für die Grundschüler; links Rektorin Claudia Storms-Ubachs.

Gangelt. Der Vampir kam in die Turnhalle. Es war aber nur ein kleiner, besser: Der kleine Vampir. Das erfolgreiche Buch von Angela Sommer-Bodenburg, durch die Fernsehserie geadelt und bekannt, war als Einstieg gedacht in einen besonderen Tag der Leserförderung an der Schule der Begegnung in Birgden, an dem nicht nur die lange Leseleine durch das Foyer gespannt war.

An dieser wurde in loser Seitenfolge die Geschichte vom „kultivierten Wolf” erzählt, der nicht zuletzt mit Hilfe von Schwein, Kuh & Co. lesen und formulieren erlernt. Unweit der einladenden Lektüre dann noch ein Buch, von dem hinter Glas täglich eine Seite weiter geblättert wird.

Der Tag begann spektakulär. Mehr als 200 Kinder in der kerzenbeleuchteten Halle, die Schuhe von den Füßen gezogen, leise und gespannt lauschend, das war auch für Schulleiterin Claudia Storms-Übachs eine neue Erfahrung an der katholischen Grundschule. Sie hatte versprochen, den Kindern einen Koffer voll Bücher mitzubringen. Den hatten die Lehrkräfte der Schule gefüllt, um nach dem Abenteuer mit dem kleinen Vampir in 20 Gruppen aus unterschiedlichen Genres der Kinder- und Jugendbücher zu rezitieren, bekannt oder unbekannt. „Lesen ist die Basis für jedes Lernen”, betont die Rektorin.

Auf 20 Räume verteilt, kam nicht nur das Kollegium zum Einsatz. Auch die Mitarbeiterinnen der Ganztagsschule, das Sekretariat und darüber hinaus die Ortsvorsteher Wolfgang Erkens und Stefan Palloks lasen vor ihrem jungen Publikum die ausgewählten Passagen.

Die Schulleiterin hatte für ihre Gruppe „Das Leben der Tomanis” gewählt. Die Wienerin Christine Nöstlinger hatte 1976 das Buch über die Verwandlung der „Meier-Töchter” in lebenslustige blauhäutige Wesen veröffentlicht; der gebürtige Berliner Illustrator Helme Heine fertigte die Bilder dazu, die in Lesepausen von den Schülern betrachtet werden konnten.

Rund 20 Minuten dauerten die Vorträge. Dann hatten die Schüler die Wahl: Daumen hoch oder Daumen runter? Aus verschiedenen Fragestellungen konnten die Kinder ihre Erinnerungen an das gerade Gehörte austesten. Ein, wie sich erwies, prima Spiel mit viel Lob für die durchweg aufmerksamen Schüler.

Die beiden ersten und die beiden letzten Klassen der Schule bildeten zwei Abteilungen, die sich den Lesestoff altersgerecht teilten. Da fand Pippi Langstrumpf zusammen mit Harry Potter, und nebenan gab es Interessantes aus der deutschen Fußballgeschichte.

„Du bist Glück” hatte sich die Nikolaus-Schule in Breberen für diesen Tag vorgenommen. Das Thema war - wie berichtet - von der Autorin Carina Mathes mit einigen Schülern vorbereitet worden. Aber auch andere „Lese-Gefühle” hatten Platz. Auf Plakaten hatten die Kinder ihre positive Einstellung zum Lesen verdeutlicht: „É wie ein schöner Traum„ oder gar „É schön wie eine Weltreise”.

Auch in Breberen entließ Schulleiterin Claudia Seidel die Schüler mit ihren Vorlesekissen erst nach dem gemeinsamen Treff in der Aula. Aus vorgewählter Literatur wurden dann die Geschichten in den Gruppen interpretiert. Einige der Titel, so wird versichert, haben sich schon auf den Weihnachts-Wunschzetteln wiedergefunden.
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