Brotfabrik: Große Pläne werden Wirklichkeit

Von: Markus Bienwald
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Bei der Brot- und Schokofabrik Übach-Palenberg tut sich nicht nur außen, sondern auch hinter den Kulissen einiges. Im Dezember wird ein Betriebsrat gewählt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Faszinierende Aussichten nicht nur für Menschen, die sich gerne den Anblick großer Baustellen gönnen, gibt es derzeit im Gewerbegebiet Holthausen. Dort wächst der Standort Übach-Palenberg der Schokoladen- und Brotfabrik zeitgleich mit dem neuen Verwaltungsgebäude.

Was Ende November 2012 nur auf bunten Plänen ausgedruckt auf dem Tisch des Chefs im Rathaus lag, nimmt nun immer schärfere Konturen an. „Wir sind genau im Plan, den wir vor nunmehr ziemlich genau einem Jahr aufgestellt haben“, sagt Jürgen Esser, Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft Sindra, die am Standort baut.

Nach dem offiziellen Spatenstich zur Erweiterung der Produktion am 3. April dieses Jahres hat die Baustelle ordentlich vor allem in der Höhe und in Sachen verbautes Material zugelegt. Gigantische Baukräne, ein scheinbar endloser Strom von Lastwagen, die für Baustoffe sorgen, viel Technik und viele Arbeiter sind am Standort fleißig, um auf der wohl größten Baustelle in der Region satte 150 Millionen Euro zu einem Gesamtbauvolumen von aktuell 350 Millionen Euro in Übach-Palenberg beizutragen.

„Wie viele Spatenstiche noch folgen werden, ist offen“, lächelte Jürgen Esser schon beim ersten Spatenstich. Sindra gehört genauso wie die Brotfabrik Bonback und die Schokoladenfabrik Solent am gleichen Standort zur Lidl-Gruppe. „Sie sind sehr kleine Schwestern“, meinte Bonback-Geschäftsführer Peter Ritzer augenzwinkernd zu den Geschäfts- und Gesellschafterverhältnissen innerhalb der Gruppe.

Gigantisches Investitionsvolumen

Weitere Einblicke, beispielsweise auch in Zahlen oder in das Innenleben des gigantischen Komplexes auf über 15 Hektar Fläche gab und gibt es getreu der Firmenpolitik nicht. „Sicher ist aber, dass wir bis Jahresende das Gebäude so weit haben, dass wir die Ausbauarbeiten im Innern planmäßig fortführen können“, unterstrich Esser.

Natürlich bedeuten die Arbeiten vor Ort nicht nur aktuell ein gigantisches Investitionsvolumen und viel Arbeit für die beteiligten Spezialbetriebe, sondern auch schöne Aussichten in Sachen Arbeitsplätze. Aktuell gibt es rund 330 Beschäftigte, Anfang 2015 sollen nach Aussagen der Konzernleitung um den gebürtigen Marienberger Walter Pötter etwa 400 Mitarbeiter hier arbeiten. Für Pötter ist vor allem die Lage seiner Heimatstadt und damit die logistische Anbindung ein Hauptgrund für die Ansiedlung und Expansion vor Ort. Qualifizierte Arbeitskräfte sind gefragt, viele Industrietechniker, Mechatroniker oder Lebensmitteltechniker werden am Standort in der vollautomatisierten Produktion und Lagerungstechnik eingesetzt. Der Großteil der Belegschaft stammt aus der Region.

Dazu gesellt sich natürlich noch die Ausstrahlung des Komplexes auf die lokalen Betriebe. Ob Handwerksunternehmen oder Sicherheitstechnik: Solent, Sindra und Bonback sind Brötchengeber für viele Menschen in der Region.

Doch der bislang noch sehr technisch anmutende Komplex wird mit dem neuesten Bauabschnitt auch sein Gesicht verändern. Mit einer ansehnlichen Fassade zur David-Hansemann-Straße hin, die ebenfalls zum aktuell 150 Millionen Euro umfassenden Investitionspaket gehört, wird dann die Investition von insgesamt 350 Millionen Euro am Standort abgeschlossen sein. Geliefert werden können dann nicht nur Schokolade, sondern auch Trockenfrüchte, Nüsse, Brot und Brötchen, Prebake-Produkte und auch „Backwaren, die ins Süße gehen“, wie Peter Ritzer es formulierte. Bedient werden ausschließlich Lidl-Märkte in 28 europäischen Ländern.

Die Riesenbaustelle hat natürlich auch Folgen für das Stadtbild. So freute sich Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch schon beim ersten Erweiterungs-Spatenstich auf einen weiteren Mosaikstein in der Wirtschaftsförderung der Stadt. „Wir haben damit einen Motor in der Stadt, der infrastrukturelle Maßnahmen wie neue Wohngebiete und auch die Versorgung mit Kindergartenplätzen oder auch Nahversorgungsmöglichkeiten antreibt“, befand der Erste Bürger der ehemaligen Zechengemeinde.

„Aufgrund der guten Vermarktung von Gewerbeflächen in den vergangenen Jahren besteht bei Stadt Übach-Palenberg dringender Handlungsbedarf, neue Flächen für Handwerk und Gewerbe auszuweisen. In spätestens fünf Jahren werden alle Reserven für das Gewerbe ausgeschöpft sein“, erklärte hierzu im September Achim Engels von der Stadt.

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