Geilenkirchen - Briefmarkensammler: Objekt der Begierde hat viele Zacken

Briefmarkensammler: Objekt der Begierde hat viele Zacken

Von: Georg Schmitz
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Mit Pinzette und Lupe: Willy Theißen aus Aachen beim Großtauschtag der Philatelisten in Geilenkirchen. Fotos (3): Georg Schmitz
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Ronny Hennings überreicht im Beisein vom Musikschulleiter Michael Seeling die Urkunde des Bundes Deutscher Philatelisten an Schulleiter Uwe Böken (v.r.).

Geilenkirchen. Wenn in der Mensa der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule kleine gezackte „Papierchen“ den Besitzer wechseln, veranstaltet der Philatelistenverein Geilenkirchen seinen Großtauschtag. So trafen sich auch am Sonntag wieder Briefmarkenfreunde aus dem gesamten Rheinland, um ihre Sammlung durch Tausch oder Zukauf zu komplettieren.

Das klackende Geräusch eines Stempels war schon im Eingangsbereich nicht zu überhören. Die beiden Postbediensteten Brigitta Fleschhut und Bruno David vom Erlebnisbriefmarken-Team Düren waren eigens zum Frühjahrstauschtag der Geilenkirchener Briefmarkenfreunde angereist und das hatte seinen Grund im Sonderpostamt, dass am Sonntag hier eingerichtet worden war.

Das Duo hatte den Sonderstempel mit dem Motiv „50 Jahre Jugend musiziert“ mitgebracht und auf diesen Abdruck hatten es viele Briefmarkensammler abgesehen. „Endlich habe ich mal wieder einen Stempel von 52511 Geilenkirchen, sonst steht da immer nur das Postzentrum 52 drauf“, freute sich ein Besucher. Mit den von der Deutschen Post in der Sonderfiliale angebotenen Briefmarken und dem begehrten Sonderstempel ausgestattet, wechselten die Umschläge den Besitzer. Willi Grün, Vorsitzender des Geilenkirchener Philatelistenvereins fiel ein, dass der letzte Sonderstempel in Geilenkirchen 2011 mit dem Motiv des Brunnens auf dem Friedlandplatz herausgegeben wurde.

Beim Tauschtag waren wieder Sammler zu beobachten, die ihre „Objekte der Begierde“ vorsichtig mit der Pinzette aus dem Album nahmen und sie dann mit der Lupe auf eventuelle Schäden untersuchten. Auch Willi Theißen aus Aachen hat sich der Philatelie verschrieben und sammelt seit 60 Jahren. Seine Spezialgebiete sind die Schweiz und Deutschland. Schon als Junge habe er sich für Briefmarken interessiert, und seitdem er sich im Ruhestand befinde, beschäftige er sich jeden Tag damit. „Ich kann nur jedem empfehlen, sich ein Hobby vor der Rente zuzulegen“, riet er allen Senioren, denn das halte geistig fit.

Manager der Sammlung

Vorbei am Sammlertisch von Charly Grün, der seit 30 Jahren für seinen Vater Willi dessen Sammlung managt, gerieten einige Kisten mit Zehntausenden von Briefmarken ins Blickfeld der Besucher. Diese stellte Jugendleiter Erich Poweleit dem Nachwuchs kostenfrei zur Verfügung. Poweleit wurde 1965 durch einen Freund an die Philatelie herangeführt, trat 1967 dem Geilenkirchener Verein bei und leitet seit 1972 die Jugendabteilung.

„Ich habe derzeit etwas mehr als zehn Kubikmeter Briefmarken zu Hause“, erzählte Poweleit. Im Laufe der Jahre habe er seine Motivsammlung „Elefanten“ ausgebaut und interessiere sich auch besonders für Vorausentwertungen. Bei letzteren handelt es sich um komplette Briefumschläge mit bereits im Voraus entwerteten Marken. Zum Beispiel von Firmen mit hohem Postaufkommen, die ihre Briefe mit eigener Frankiermaschine entwerten dürfen – noch bevor sie bei der Post eingeliefert werden.

Ein kleiner Plausch

„Eingefleischte“ Sammler möchten gerne mit ihrem Gegenüber fachsimpeln oder einen Plausch halten. Das gehört einfach zum Sammeln von Briefmarken, Postkarten oder Münzen dazu und unterscheidet sich so von reinen Internetbörsen. Und davon wurde am Sonntag auch ausgiebig Gebrauch gemacht.

Ihren 51. Großtauschtag hatten die Philatelisten aus Anlass „50 Jahre Jugend musiziert“ in Zusammenarbeit mit der Musikschule Geilenkirchen veranstaltet. Deshalb wartete die Musikschule noch während der Ausstellung mit einem Konzert auf, in dessen Verlauf die Beiträge der Kinder und Jugendlichen die Zuhörer begeisterten. Zu guter Letzt überreichte Ronny Hennings Schulleiter Uwe Böken eine Urkunde, die der Bund Deutscher Philatelisten der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule verliehen hat.

Damit wird der Schule der Titel „Philatelistische Schule“ zugesprochen und deren Engagement bei der Förderung philatelistischer Projekte gewürdigt. Die Gesamtschule stellt den Briefmarkenfreunden nicht nur die Räumlichkeiten für die Tauschtage zur Verfügung, sondern verfügt auch über eine eigene Schul-AG „Philatelie“.

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