Übach-Palenberg - Brezeln backen mit einem wahren Meister

Brezeln backen mit einem wahren Meister

Von: Thorsten Pracht
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Ziemlich geschickt: Die sechsjährige Melina beweist, dass Brezeln schlingen mit ein bisschen Übung und fachkundiger Anleitung schnell gelingt. Foto: Thorsten Pracht

Übach-Palenberg. Wie macht er das bloß? Wie schafft er es, dass jede Brezel gleich aussieht. Und diese Geschwindigkeit... Klar, es war nicht irgendjemand, der zehn Abonnenten unserer Zeitung zeigte, wie man Brezeln backt. Daniel Plum aus Übach-Palenberg ist Deutschlands bester Bäckermeister, Mitglied der Nationalmannschaft und Dritter der Europameisterschaft.

Aber ganz aus der Nähe zu sehen, wie ein wahrer Meister eines Fachs „sein“ Handwerk ausführt, war tatsächlich sehr beeindruckend.

Doch bevor es mit unseren Lesern im Rahmen der Aboplus-Angebote in die Backstube ging, erzählte Plum im urigen Café neben der Bäckerei über seinen Werdegang und die Geschichte des Familienbetriebes am Kirchberg. „Wir verwenden ausschließlich Naturprodukte“, erklärt der Bäckermeister. Knapp 65 Prozent des deutschen Backmarktes werde inzwischen durch industrielle Fertigung abgedeckt, dazu kämen seit einigen Jahren die Backshops.

Nur einen Steinwurf entfernt verlassen täglich tonnenweise Brot und Brötchen die Lidl-Fabrik. „Meine Welt ist das nicht“, sagt der junge Mann. Im Hause Plum gehen sie ganz bewusst einen anderen Weg. „Für ein gutes Brot braucht man nicht mehr als Natursauerteig, Wasser, Mehl, Salz und Hefe“, erklärt Daniel Plum. Viele Rezepte würden von Generation zu Generation weitergegeben. Sein „Chef“, Vater Heinz Plum, führt das Geschäft in vierter Generation, mit Sohn Daniel steht die fünfte in den Startlöchern. Gebacken wird täglich frisch, sieben Tage in der Woche.

Ein halbes Jahr lang hat der 22-Jährige in Stuttgart gearbeitet, seit jener Zeit weiß er eine gute Laugenbrezel zu schätzen. Den Vorteig hat er bereits angesetzt. Erste Arbeitsschritte für die lernwilligen Zeitungsleser sind das Ausrollen und das sogenannte „Schlingen“ der Brezel. Dabei wird die gerollte Teigwurst durch die Luft gewirbelt und dabei locker verknotet. Ziel ist es natürlich, dass alle Backstücke am Ende möglichst hübsch aussehen und die gleiche Größe haben. Schnell wird klar: Es braucht schon Übung und dauert seine Zeit, ein Blech mit einigermaßen ansehnlichen Brezeln vorzubereiten.

Die sechsjährige Melina stellt sich ziemlich geschickt an. Dringend gesuchter Nachwuchs für das Bäckerhandwerk? Als sie hört, dass Daniel Plum jede Nacht um 2 Uhr mit seiner Arbeit beginnt, winkt sie ab. „Dann kann ich leider kein Bäcker werden“, sagt sie. Sechs Stunden Schlaf, zwei tagsüber in der Mittagszeit und vier am Abend, gönnt sich Daniel Plum. Das reicht ihm, schreckt viele junge Leute bei der Berufswahl aber ab. „Man muss das Handwerk und den Beruf lieben. Es ist wichtig, dass die Leute den Bäckerberuf mehr zu schätzen wissen“, wirbt Plum für das uralte Handwerk.

Die Bleche mit den Brezeln werden derweil in die „Dampfsauna“ geschoben. 36 Grad, da fühle der Teig sich am wohlsten. Warten ist angesagt, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist, die Bleche bei 240 Grad in die Öfen zu schieben. Das Laugen übernimmt der Fachmann, natürlich mit Handschuhen und Schutzbrille. Etwas Salz, Käse oder gleich beides? Bei der Gestaltung der eigenen Brezeln haben unsere Leser dann wieder freie Wahl. Und siehe da: Was da aus dem Ofen kommt, lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Goldbraun und duftend, die Hobbybäcker waren zu Recht stolz auf ihre Werke.

Bevor es nach Hause ging, drängten unsere Leser, die aus Alsdorf, Herzogenrath, Aachen, Roetgen, Inden und Kreuzau nach Übach gekommen waren, sich noch im Verkaufsraum. Nach so vielen Informationen über das Bäckerhandwerk war die Lust auf Brot und Kuchen groß. Und der Wunsch, eine solche Aktion noch einmal zu wiederholen. Vielleicht in der Weihnachtszeit – dann mit süßem Gebäck...

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