Brandschutz: Auch Teverener Eltern bangen um Kinder

Von: Udo Stüßer
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Schulleitung und Eltern üben Kritik: An der KGS Teveren fehlen eine zentrale Alarmierungsanlage, zwei Brandschutztüren und aktuelle Fluchtwegepläne. Die Handsirene sei im Notfall nicht in allen Klassenräumen hörbar, sagen sie. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Teveren. Immer mehr Eltern sorgen sich um ihre Kinder und mahnen Brandschutzmaßnahmen in Geilenkirchener Schulen an. Im September berichteten wir über die Ängste von Eltern, deren Kinder die Katholische Grundschule Geilenkirchen besuchen.

Dort funktioniert der Feueralarm seit dem Jahr 2012 nicht in allen Klassen und in der Turnhalle, bei einer Feuerübung waren wieder einmal Kinder in ihren Klassenräumen sitzengeblieben, weil der Alarm nicht hörbar war. „Wir haben das Thema immer wieder angesprochen, wurden aber von der Stadt vertröstet. Man sagte, es gebe eine Prioritätenliste“, erklärte im September Denise Kaiser, eine der besorgten Mütter. Die Stadt habe aber angeboten, den Hausmeister mit einem Megafon auszustatten, der damit im Notfall Kinder und Lehrer vor Feuer warnen soll.

Dass das Problem bekannt sei, bestätigte damals der für das Gebäudemanagement der Stadt zuständige Andreas Eickhoff. Seit 2005, so der Gebäudemanager, würden alle Schulen brandschutztechnisch überarbeitet, in zwei Jahren sei auch die KGS Geilenkirchen brandschutztechnisch auf dem neuesten Stand. Gleichzeitig verwies er auf die Anstrengungen der Stadt: Brandschutzarbeiten in der Realschule, in der KGS Teveren, in der KGS Immendorf und in der KGS Würm seien abgeschlossen. Diese Aussage sorgt nun für Empörung bei Eltern, deren Kinder die Katholische Grundschule Teveren besuchen, und bei Schulleiterin Monika Lichtenberg.

Seit dem Jahr 2008 würden von der Schulleitung Brandschutzmaßnahmen angemahnt, in all den Jahren sei nichts geschehen, erklärt Rektorin Monika Lichtenberg. „Bei uns herrscht Unverständnis. Warum werden von der Stadt Zusagen gemacht, die nicht eingehalten werden? Seit 2008 besteht die Thematik. Es drängt sich das Gefühl auf, dass man vertröstet wird und die Stadt mit sehenden Augen mit Leib und Leben der Schüler an der KGS spielt“, sagt dazu Nicole Weiß, Mutter einer Tochter, die die KGS Teveren besucht, und Vorsitzende der Schulpflegschaft.

Seit dem Jahr 2007 ist Monika Lichtenberg Schulleiterin der KGS Teveren. Bei einer Begehung im März 2008, so erklärt sie, sei festgestellt worden, dass zwei Brandschutztüren und eine zentrale Alarmierungsanlage fehlen. Auch die Fluchtwegepläne seien alt und müssten von einem Ingenieurbüro neu erstellt werden. „Im Hausmeisterraum steht eine Handsirene. Eine zentrale Alarmierungsanlage hat es nie gegeben, die Handsirene ist hier Normalität. Sie ist aber nicht in der ganzen Schule hörbar. Und das ist auch der Stadt bekannt“, moniert die Schulleiterin.

„Im Neubau dieser Schule sind die Kinder förmlich abgeschottet“, kritisiert auch Nicole Weiß. Deshalb schreibt Lichtenberg in dem jährlich zu erstellenden Gefahrenabwehrplan mit roter Tinte: „Es gibt keine zentrale Alarmierungsanlage.“

In Übach-Palenberg, so die Schulleiterin, sei jede Schule mit einer Alarmanlage ausgestattet. Dies bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung Übach-Palenbergs Beigeordneter Helmut Mainz.

Im April 2011 habe, so Lichtenberg weiter, der damalige Beigeordnete Hans Hausmann zugesagt, dass man die fehlenden Brandschutzmaßnahmen ergänzen werde, falls das Geld vorhanden sei. „Doch aufgrund der fehlenden Finanzmittel ist immer noch nichts geschehen“, klagt die Rektorin. Und in einem Gespräch vor zwei Jahren mit Gebäudemanager Andreas Eickhoff und dem Beigeordneten Markus Mönter habe man ihr deutlich gemacht, dass die Teverener Schule als ältere Schule Bestandsschutz habe und man sich deshalb mit der Maßnahme Zeit lassen könne.

Nachdem Eickhoff unserer Zeitung erklärt hatte, dass die Brandschutzarbeiten in der KGS Teveren abgeschlossen seien, drückte Lichtenberg gegenüber Eickhoff ihr Erstaunen über diese Aussage aus. Eickhoff antwortete und bestätigte am Donnerstag auch unserer Zeitung, dass bis auf Restarbeiten alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt seien. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, die Restarbeiten bis Ablauf des Jahres 2011 vollständig auszuführen. D

ie Bereiche, die noch nicht abgearbeitet seien, würden durchweg dem Bestandsschutz unterliegen, so beispielsweise das Obergeschoss des Bauteils von 1997. Hier sei nach der heute geltenden Schulbaurichtlinie ein zweiter baulicher Flucht- und Rettungsweg gefordert, 1997 sei dies noch nicht der Fall gewesen. Im Rahmen der geltenden Rechtslage werde die Entfluchtung des Bereichs regelmäßig geprobt.

In regelmäßiger Folge werde die Evakuierung im Rahmen von Feuerwehrübungen geprobt. So sei sichergestellt, dass die in der Schule befindlichen Kinder und Lehrer für den Ernstfall gewappnet seien und die Evakuierung auch dieses Bereichs funktioniere. Da die Mittel in den Jahren der Haushaltssicherung stark gekürzt worden seien, habe man die brandschutztechnische Überarbeitung der KGS noch nicht zum Abschluss bringen können. „Die Umsetzung der restlichen, und das betone ich hier, rechtlich nicht verpflichtenden Maßnahmen wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren abgewickelt“, erklärt Eickhoff.

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