Geilenkirchen - Brand im Ursulinenkloster weckt Helfergemeinde

Brand im Ursulinenkloster weckt Helfergemeinde

Von: Georg Schmitz
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Die Freiwillige Feuerwehr Geilenkirchen feiert ihr 120-jähriges Bestehen rund um das zentrale Gerätehaus der Löscheinheit (Bild) am Theodor-Heuss-Ring. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Als eine der ältesten Wehren im Kreis Heinsberg wird die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen in diesen Tagen 120 Jahre alt. Das ist Grund genug für die Löscheinheit Geilenkirchen, das Ereignis am 3. und 4. Juli gebührend zu feiern.

Ein Großbrand am 11. Juni 1890 im Ursulinenkloster war Ausschlag gebend für die Gründung der Geilenkirchener Feuerwehr, so ist der Historie zu entnehmen. Das Kloster war damals Sitz des Landrates, der Kreisverwaltung und des Gerichtes.

Als am besagten Tag gegen 22 Uhr abends ein Feuer ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete, mussten viele Bürger mit anpacken und den Brand löschen. Laut Feuerordnung mussten sich Handwerker und alle übrigen arbeitsfähigen Einwohner zur Brandbekämpfung an der Einsatzstelle einfinden.

Heinrich Walther Blancke, Offizier im Ruhestand, beobachtete die Löscharbeiten. Der 66-Jährige hatte schon immer den Feuerschutz in Geilenkirchen bemängelt, und als er sah, dass die Löschmaßnahmen nicht verhindern konnten, dass sich die Flammen vom Dach bis in den Keller fraßen, war er tief erschüttert.

Mit seiner Haus-Brandspritze war es ihm und freiwilligen Helfern aber noch gelungen, das Feuer auf die Vorburg zu beschränken und so ein Übergreifen auf das Burghaus zu verhüten. Heinrich Walther Blancke entschloss sich nach diesem Erlebnis zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr und rief über die damalige Heimatzeitung die Bürger zur Mithilfe auf.

Gegen den Widerstand des damaligen Bürgermeisters Carl Wirth, der das System seiner so genannten „Amtsfeuerwehr” verteidigen wollte, beschlossen 45 Bürger bei der ersten Versammlung die Gründung einer Feuerwehr auf Basis der Freiwilligkeit. Es war keine Überraschung, dass Heinrich Walther Blancke am 16. Juli 1890 zum ersten Chef der „Freiwilligen Feuerwehr Geilenkirchen-Hünshoven” gewählt wurde.

Bei der zweiten Generalversammlung wurde Zahl der Angehörigen der Abteilung Geilenkirchen mit 28, der Abteilung Hünshoven mit 23 angegeben. Als erstes Löschgerät bekam die Freiwillige Wehr vom landwirtschaftlichen Verband Niederrhein noch im gleichen Monat eine „schöne Spritze” geschenkt, so ist den Aufzeichnungen zu entnehmen.

Im Oktober 1890 erhielten die Wehrmänner ihre ersten Uniformen, und Feuerwehrchef Blancke ließ die Mannschaft in dieser Dienstmontur antreten, um jeden Einzelnen durch Handschlag zu vereidigen. Durch den Eid wurden die Feuerwehrleute verpflichtet, den Satzungen Folge zu leisten.

Stete Anpassung

So vergingen Jahre und Jahrzehnte. Mensch und Material passten sich stets den veränderten Gegebenheiten an. Seit Bestehen wurden weit über zehntausend Einsätze bewältigt; eine genaue Zahl ist aufgrund fehlenden Archivmaterials nicht zu definieren.

Waren es früher fast ausschließlich Brände, die es zu löschen galt, steht heute die Technische Hilfeleistung im Fokus. Eine starke Wandlung des Einsatzbildes der Feuerwehr - nach 120 Jahren.

Musik von „Cramp” und Technik-Schau

Die zentrale Löscheinheit Geilenkirchen feiert ihr 120-Jähriges am 3. und 4. Juli rund um das Gerätehaus am Theodor-Heuss-Ring. Bei freiem Eintritt sorgt am Samstag ab 20 Uhr die Live-Band „Cramp” für Unterhaltung.

Der Sonntag beginnt mit der Feuerwehr-Messe in St. Marien um 10.30 Uhr, dazu ein Frühschoppen, der nach der Präsentation von Fahrzeugen und Gerätschaften nebst Kinderunterhaltung in einen Dämmerschoppen übergeht.

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