Bosseln: Wurf mit viel Schwung und zielgeübtem Auge

Von: Markus Bienwald
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In der Besetzung Jürgen Müller, Gerd Segerer, Hans Strauch, Franz-Josef „Menn“ szymanski (v.l.) gelang den Bosselern der BSG Übach-Palenberg ein beachtlicher vierter Rang bei den Landesmeisterschaften.
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Ein wenig Anlauf, viel Schwung und ein gutes Auge und die Bossel nimmt ihren Weg zum Zielstein, der Daube. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Bosseln - wem bei diesem Stichwort nichts einfällt, der sollte sich einmal mit den Damen und Herren von der Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) Übach-Palenberg unterhalten. Denn das, was manchmal ein bisschen despektierlich als „Eisstockschießen ohne Eis“ bezeichnet wird, spielt das Team der BSG in Übach-Palenberg auf Landesliga-Niveau.

Am Samstag wurden nun die Landesmeisterschaften in der Mehrfach-Turnhalle des Schulzentrums ausgerichtet, und hier trafen die Besten aus ganz Nordrhein-Westfalen aufeinander.

Dass Unterhaltung für viele Stunden geboten wurde, zeigten schon die zahlreich mitgebrachten Snacks und Stullen, die bei Spielern wie Gästen für einen durchgehenden Energienachschub sorgten. Und das brauchten sie auch, die einen als Nervennahrung und die anderen für ihren nicht weniger nervenaufreibenden Sport.

Anspruchsvoller Sport

Es sieht ein wenig so aus, als wollte Gerd Segerer mit dem runden hölzernen Teil in seiner Hand den Boden der Sporthalle am Schulzentrum fegen. Schließlich sind unten an dem Gerät Borsten dran, die sicherlich das Zeug haben, den ein oder anderen Schmutzpartikel vom Feld zu fegen.

Doch weit gefehlt, denn das, was Gerd Segerer hier mit seinen drei Mannschaftskameraden und den Vertretern von 15 weiteren angetretenen Vereine tut, ist anspruchsvoller Sport, der auf den Namen Bosseln hört. „Das ist natürlich nicht mit dem friesischen Nationalsport, dem Boßeln, zu verwechseln“, so Franz-Josef Szymanski.

Bossel möglichst gut platzieren

Er, der von den allermeisten nur mit seinem Spitznamen „Menn“ gerufen wird, ist nicht nur Vorsitzender der BSG, sondern auch Team-Kapitän. Mit starker Hand greift er zu einer Bossel – so heißen die den Stöcken beim Stockschießen nicht unähnlichen Spielgeräte – nimmt ein wenig Anlauf, setzt sein zielgeübtes Auge und viel Schwung ein, und platziert die Bossel gut im Spielfeld.

Das misst zwölf Meter in der Länge, es gibt eine Abwurflinie, die bei reinen Frauenteams zwei Meter dichter am Ziel liegt, und die Bossel soll möglichst gut im vier Meter langen Zielfeld platziert werden. Dort wartet schon die so genannte „Daube“, der Zielstein, der, analog zum „Schweinchen“ beim Boule, möglichst nah erreicht werden sollte.

„Ziel ist aber nicht nur die Daube, sondern natürlich auch, dass die gegnerischen Bosseln per Wurf aus dem Spiel gebracht werden“, weiß Franz-Josef Szymanski. Menn ist nicht nur Vorsitzender Das Bossel-Team der BSG Übach-Palenberg ist richtig gut, in dem, was es tut, denn bei den Landesmeisterschaften scheiden sie mit einem vierten Platz in der Endabrechnung bestens ab.

„Wir werden uns oben platzieren“, hatte „Menn“ Szymanski schon vor dem ersten Anstoß angekündigt, und so kommt es dann auch. „Leider reichte es aber nicht für den Aufstieg in die Bundesliga“, berichtet er weiter. Denn nur die beiden Erstplatzierten aus Stolberg auf Rang eins und das erste Team aus Brakel auf Rang zwei haben dieses Ziel erreicht. Dritter wurden die Bosseler von Paderborn I.

In der Landesliga behauptet

Damit behaupteten sich die Übach-Palenberger in der Besetzung Franz-Josef „Menn“ Szymanski, Gerd Segerer, Jürgen Müller und Lothar Melsa bestens in der Landesliga, die sie erst vor wenigen Jahren überhaupt erreichten. Und sie sind zu Recht stolz darauf, in der bundesweit zweithöchsten Spielklasse bei dieser ursprünglich aus dem Reha-Sport stammenden Sportart zu stehen.

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