Übach-Palenberg - Boarding House für rund vier Millionen Euro

Boarding House für rund vier Millionen Euro

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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Hier soll es sein: Das Grundstück von 1800 Quadratmetern wechselt demnächst den Besitzer. Foto: Bienwald/Grafiken: Casademont Architekten Foto: Bienwald/Grafiken: Casademont Architekten
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So könnte das Boarding House aussehen: Die ersten Entwürfe von Casademont Architekten zeigen einen lichtdurchfluteten Eingangsbereich...

Übach-Palenberg. Entschieden wurde zwar noch nichts, aber bei dem Grad an Zustimmung, den Architekt und Investoren im Bauausschuss einheimsen konnten, müssten schon schwerwiegende Umstände eintreten, damit aus dem geplanten Boarding House nichts wird.

Dieses soll an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/An der Linde entstehen, also genau da, wo zurzeit noch ein Parkplatz Raum für allerhand Blech bietet. Um es vorwegzunehmen: Dass die Möglichkeit besteht, für Ausgleichsflächen zu sorgen, wurde durch die Stadt schon frühzeitig sichergestellt.

Außerdem, daran erinnerte Wirtschaftsförderer Heinz Waliczek, möge der Parkplatz zwar durchaus genutzt werden – für diverse Parkstreifen etwa an der Friedrich-Ebert-Straße gelte dies aber nicht. Dass parallel zum Boarding House ein unzumutbarer Parkdruck entsteht, wird also nicht angenommen.

Ein Hotel, aber nur fast

Bei einem Boarding House handelt es sich um einen Beherbergungsbetrieb, allerdings mit einigen wesentlichen Unterschieden zu einem herkömmlichen Hotel. So richtet das Boarding House sich primär an Gäste, die einen längeren Aufenthalt planen. Die Zimmer verfügen über Herd, Mikrowelle und Kaffeemaschine, dafür gibt es kein Restaurant. Einchecken können die Gäste selbstständig. Dies sind gerade betriebswirtschaftlich wesentliche Aspekte: Weil kaum Personal benötigt wird, ist für ein Boarding House wesentlich schneller Rentabilität herzustellen als für ein Hotel, erklärte Investor Ralf Wetzler, geschäftsführender Gesellschafter der Aixact Immobilien GmbH, den Ausschussmitgliedern.

Wetzler hat mit Boarding Houses Erfahrung, zwei „sehr erfolgreiche“ betreibe er bereits in Aachen. Und auch im Büro von Architekt Benedict Casademont beschäftigt man sich „seit Neuestem“ mit der Form der Herbergsbetriebs. Von der Aufgabe in Übach-Palenberg sei er „auf den ersten Blick absolut begeistert“ gewesen, versicherte der Wahl-Aachener dem Gremium, „vor allem wegen der Nähe zum Stadtkern“. In der Tat werden die Besucher beim Verlassen des gläsernen Eingangsbereichs geradezu in Richtung Rathausplatz purzeln. Erstaunlich ist im Grunde nur, dass eine solch zentrale Liegenschaft nicht längst bebaut wurde. Das Grundstück soll nun entsprechend schnell den Besitzer wechseln, kommende Woche Donnerstag soll der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung sein Ja-Wort geben.

Für gehobene Ansprüche

Der Wille zur Umsetzung ist da, planerisch steht man noch am Anfang. Ein Antrag auf Baugenehmigung etwa wurde bislang noch nicht gestellt, das Investitionsvolumen kann Investor Wetzler bislang nur schätzen, und zwar auf rund vier Millionen Euro. Und 2018 könnte alles fertig sein, doch diesen Satz spricht Wetzler bislang nur im Konjunktiv aus. Die Grafiken, die Architekt Casademont in den Ausschuss mitgebracht hatte, sind ebenfalls noch nicht als verbindlich zu verstehen. Im Gegenteil werde man sicherlich noch an der einen oder anderen Ecke feilen müssen. Noch nicht entschieden sei, ob man eine Variante mit 51 oder eine Variante mit 43 Zimmern umsetzen werde.

Viel Wert, hob der Architekt hervor, lege er aber auf einen gut sichtbaren, „lichtdurchfluteten“ Eingangsbereich. Und die Stadtverordneten dürfte es in ihrer Heimatverbundenheit geschmeichelt haben, dass einige Grafiken gestalterische Reminiszenzen an die Bergbautradition ihrer Stadt erkennen ließen, besonders ans Carolus-Magnus-Centrum. Auch das Innenleben soll durchaus gehobenen Ansprüchen genügen, die bestehenden Häuser in Aachen hätten „fast Vier-Sterne-Niveau“, sagte Ralf Wetzler (was Heinz Waliczek und Constantin Casademont noch untertrieben fanden).

Bleibt die Frage nach dem Bedarf – der Investor betrachtet diesen als gesichert. Dies sei die Erkenntnis aus Gesprächen mit den größeren Übach-Palenberger Unternehmen. Begrüßten diese Gäste zu Meetings, Schulungen oder zwecks Pflege der Geschäftsbeziehungen, werde zur Unterbringung sehr oft auf umliegende Städte ausgewichen. Das muss also bald nicht mehr sein. Und so kann die Planung des Boarding House aus Sicht der Stadt auch als Mosaiksteinchen in Sachen Wirtschaftsförderung betrachtet werden.

Die Fraktionen zeigten anschließend große Einigkeit darüber, dass das Projekt – schon angesichts des geringen vorhandenen Angebots in Übach-Palenberg – umgesetzt werden sollte. Das galt auch für die SPD, obgleich Alf-Ingo Pickartz nicht umhin kam, die aus seiner Sicht wieder mal schlechte Informationspolitik zu bemängeln. Es werde einfach zu wenig Zeit gelassen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Doch von dem Vortrag zeigten auch die Sozialdemokraten sich begeistert.

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