Blechbläser-Quartett „Juliacum Brassers“ brilliert beim Schlosskonzert

Von: Renate Kolodzey
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Die „Juliacum Brassers“ (v. l. n. r.) Klaus Luft (Trompete), Johannes Meures (Posaune), Andreas Trinkaus (Horn) und Martin Schädlich (Trompete) begeistern das Publikum beim 36. Schlosskonzert. Foto: Renate Kolodzey

Übach-Palenberg. Wieder einmal durften sich die Besucher im ausverkauften Schloss Zweibrüggen auf ein besonderes Konzert freuen: Das Blechbläser-Quartett „Juliacum Brassers“ gab sich die Ehre.

Trompeter Klaus Luft (57), Posaunist Johannes Meures (35), Trompeter Martin Schädlich (35) und Hornist Andreas Trinkaus (36) lernten sich vor zwei Jahrzehnten in der Musikschule Jülich kennen und treten seit zehn Jahren zusammen auf. Alle vier sind studierte Musiker und spielten nun gemeinsam beim 36. Konzert im edlen Ambiente des Schlosses auf.

Klaus Luft wohnt nun in Aldenhoven, „trompetet“ seit seinem elften Lebensjahr und sammelt hobbymäßig Oldtimer-Mopeds – sein ältestes „Schätzchen“ ist Baujahr 1959. Johannes Meures lebt in Schwerin, spielte als Kind Klavier, entdeckte jedoch als Jugendlicher seine Vorliebe für die Posaune. Seine liebstes Steckenpferd sei die Musik, verrät er: „Sie ist Hobby und Beruf zugleich!“ Martin Schädlichs Domizil befindet sich in Bergheim, er spielt, seitdem er neun Jahre alt ist, Trompete. „Davor Blockflöte und Nervensäge“, lässt er augenzwinkernd wissen. Andreas Trinkaus kommt aus Niederzier, bläst ins Horn seit dem zehnten Lebensjahr und frönt in seiner Freizeit leidenschaftlich dem Mountainbike-Fahren.

Edles Ambiente

Mit Händels lebhafter Barock-„Intrada“ eröffneten die Künstler das Konzert, ehe Schädlich „eins unserer Lieblingstücke“ ankündigte – Debussys „Andantino, 3. Satz, Streichquartett g-Moll“, arr. von J. Meures. Er hob hervor, dass Posaunist Meures fast alle Kompositionen des heutigen Programms arrangiert habe.

Die vier Musiker brillierten hier wie auch in den übrigen Stücken des Konzerts in harmonischem Zusammenspiel, wobei Trompeten, Posaune und Horn regelrecht zu einem einzigen Klangkörper verschmolzen, der sich als wahrer Ohrenschmaus entpuppte.

„Der nächste Titel handelt von einem jungen Mann, der überall aneckt“, stellte Luft Griegs „Peer Gynt Suite“, Arr. Mortimer und Meures, vor. Bei der verträumten „Morgenstimmung“ des Stücks schlossen viele Gäste die Augen.

Die Interpretation von „Ases Tod“ wiederum gelang den Musikern so herzzerreißend und klagend, dass sich sogar ein Kind im Publikum auf den Schoß seiner Mutter setzte und hinein kuschelte – empfand es doch scheinbar auch die tiefe Traurigkeit des Vortrags der grandiosen Tonkünstler.

„Anitras Tanz“, fröhlich und lebhaft, munterte dann wieder auf und beeindruckte vor allem durch das virtuose Beherrschen der Instrumente, ehe es „In die Halle des Bergkönigs“ ging, wo Trolle nach Gynts Leben trachteten und ihn verliebte Troll-Mädchen umgarnten – ein wildes, sich ständig steigerndes Stück, das die vier Musiker dramatisch zum Ausdruck brachten.

Horovitz‘ „Variationen über ein Thema von Paganini“ machten dem Teufelsgeiger alle Ehre, denn äußerst lebhaft, mit chromatischer Linienführung, stellte dieses moderne Stück an das Publikum große Anforderungen, sich darauf einzulassen, wobei bei den Bläsern die quirlige Spielfreude nicht zu übersehen war. Viele weitere Stücke, darunter Ohrwürmer wie „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Film „Das Dschungelbuch“, „Moon River“ und „Somewhere“ waren zum Dahinschmelzen, aber auch Beethovens „Musik zu einem Ritterballett“, Ramsoes „4. Satz, Quartett Nr. 1, Op. 38“ und Joplins „The strenuous Life“ brachten die Vollblutmusiker an jenem Abend zu Gehör.

Donnernder Applaus

Die Besucher quittierten alle Darbietungen mit begeistertem, donnerndem Applaus und ließen die Akteure erst nach zwei vehement erklatschten Zugaben von dannen ziehen.

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