Übach-Palenberg - Black Reunion: Energiegeladen wie das Original

Black Reunion: Energiegeladen wie das Original

Von: Stefan Reiners
Letzte Aktualisierung:
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Alles Ozzy, oder was? Der Frontmann der Gruppe Black Reunion eiferte seinem Vorbild nach. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. Black Sabbath wurden von 1970 bis 1978 mit insgesamt acht Studioalben zu den Begründern und wahren Ikonen des Heavy Metal. Danach gingen die Mitglieder – das bekannteste sicherlich Frontmann und Sänger Ozzy Osbourne – getrennte Wege. Im Jahr 1997 kamen sie für eine Tour wieder zusammen.

Was damals ein Paukenschlag war, brachten Black Reunion aus Magdeburg am Samstag in der Rockfabrik in Übach-Palenberg eins zu eins naturgetreu auf die Bühne. Das gesamte Konzert, Ton für Ton, die gesamte Band, von den Klamotten bis hin zu den typischen Moves. Es war alles da. Sogar die falschen Töne wurden mitgesungen.

Ein Original

Dass das gewollt war, muss man natürlich wissen. Ozzy Osbourne war und ist kein allzu begnadeter Sänger, da gehen die Meinungen wohl nicht weit auseinander. Aber er ist ein Original, eine Marke, und er hat so zahlreiche und hartgesottene Fans, dass man die Latte schon sehr hoch hängt, will man für sie Black Sabbath auf die Bühne bringen. Black Reunion ist das allerdings glaubwürdig gelungen. Klar, der Sänger musste aussehen wie Ozzy, das geht nicht anders. Kajalstift und Strohmähne waren dabei ebenso obligatorisch wie der manische Blick und die martialischen Posen.

Tommy Iommi, Geezer Butler und Mike Bordin, die auf der 1997er Reunion-Tour neben Ozzy Osbourne spielten, prägten den Stil und die Erwartungen der Fans optisch nicht so markant wie der Frontmann. Es schadete daher keineswegs, dass an Gitarre, Bass und Drums „nur“ die Outfits exakt mit denen der Vorbilder übereinstimmten, zumal die Tributes selbst richtige Typen sind, denen man den Rocker sofort abkauft.

Da gab es keine Perücken, die Mähnen und Tattoos waren echt, die Energie und Leidenschaft, mit der die teilweise über 40 Jahre alten, doch zeitlosen Songs abgeliefert wurden, wirkten nicht eine Sekunde lang aufgesetzt. Vor allem dem Schlagzeuger nahm man sofort ab, dass er gerade erst von der Harley gestiegen war.

Musik und Show strotzten vor Energie, allen voran der nimmermüde und aufgedreht wirkende, voll in seiner Rolle aufgehende „Ozzy“. Das übertrug sich auch auf die Zuschauer im Saal, von denen sich Band und Veranstalter sicherlich ein paar mehr gewünscht hätten und die das Konzert auch verdient hätte.

Da wurden die Fäuste gereckt, die Haare geschüttelt und mitgesungen. Aber leider lange Zeit mit dieser unnötig schamhaften „deutschen“ Distanz zur Bühne. Diese Lücke füllte Nico, Bassist der lokalen Band „Queen‘s Revenge“, die ihren geplanten Support Act an diesem Abend schweren Herzens selber absagen mussten, lange Zeit völlig alleine unbeirrt aus und ging sichtlich in der Musik auf.

Erst als mit „Paranoid“ das geplante Ende der Show eingeläutet wurde, fanden auch die anderen Konzertbesucher den Weg nach vorne und es ging noch einmal richtig zur Sache in der Rockfabrik.

Die weltweit bekannte „Fledermaus“-Aktion von Ozzy Osbourne, der einer solchen während eines Konzerts vor laufender Kamera bei lebendigem Leibe den Kopf abbiss, blieb Sänger und Zuschauern erspart. Die Aktion gehörte nämlich weder zu Black Sabbath noch zur Reunion-Tour. Vielleicht besser so.

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