Bistum bezieht Stellung im Streit um Diamanthochzeit

Von: jpm
Letzte Aktualisierung:

Gangelt-Langbroich. Im Zuge des Streits um eine Diamanthochzeit hat Pfarrer Daniel Wenzel Unterstützung durch das Bistum Aachen erhalten. Dies geht aus einem Schreiben des Generalvikariats an Leo Knoben aus Langbroich hervor, das unserer Zeitung vorliegt. Demnach hat Wenzel sich im Sinne des Bistums verhalten.

Leo Knoben hatte vor einigen Wochen für Gesprächsstoff gesorgt, als er einen Streit mit Pfarrer Wenzel öffentlich machte. Es ging um die Diamanthochzeit, die Knoben und seine Frau in der Langbroicher Marienkirche feiern wollten, allerdings nicht zu den üblichen Gottesdienstzeiten. Knoben argumentierte, dass er sämtliche erforderlichen Akteure selbst stellen könne und man ihm praktisch nur die Kirche öffnen müsse. Pfarrer Wenzel jedoch lehnte das im Sinne der Gleichbehandlung ab. Ermögliche man dies einem, müsse man es allen ermöglichen. Alles andere sei „mittelalterlich“.

Was ist richtig, was ist falsch?

Die Geschichte hat für einige Aufregung gesorgt, zahlreiche Leserbriefe erreichten unsere Redaktion. Das hat zunächst einmal damit zu tun, dass Leo Knoben, gesetzte 88 Jahre alt, sich praktisch ein Leben lang für Kirche und Gemeinde eingesetzt hat, was in und um Langbroich auch allgemein bekannt ist. Der Streit berührt aber auch die Frage, ob die Kirche in Zeiten schwindender Mitgliederzahlen und schrumpfender Gemeinden nicht gerade verdienten Gläubigen gegenüber Entgegenkommen zeigen müsste. Oder ist es eher so, dass dieses Entgegenkommen gerade angesichts der geringeren Zahl an Pfarrern und zusammengelegten Gemeinden nicht gewährleistet werden kann?

Die Antwort der meisten Gangelter Bürger scheint da eindeutig, mehrheitlich scheint das Verständnis für den Pfarrer sich in Grenzen zu halten. Anders sieht es beim Bistum aus. In dem Schreiben an Knoben äußert man zwar Verständnis für dessen Verärgerung, stellt aber auch fest: Es sei so, „dass viele Pfarreien in unserem Bistum insbesondere aufgrund des Priestermangels seit einigen Jahren Einschränkungen in den Angeboten der Gottesdienste vornehmen müssen. (...) Ich bitte Sie auch um Verständnis für die Priester, die nicht zahllos Gottesdienste feiern können. Wegen der Einheitlichkeit in den Gemeinden kann ich auch verstehen, dass es Einschränkungen gibt bezüglich der Zelebration durch andere Priester.“ Immerhin: Die Regelung werde in der Gemeinde „noch einmal besprochen“.

Was auch immer dabei rauskommt, die Eheleute Knoben wird das nicht mehr betreffen: Sie werden die Diamantene Hochzeit in Schijnveld feiern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert