Übach-Palenberg - Bis zum Fernsehkoch ist es ein harter Weg

Bis zum Fernsehkoch ist es ein harter Weg

Von: a.s.
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Markus Rummler (19), Azubi zum
Markus Rummler (19), Azubi zum Industriekaufmann (r.), und Ömer Demir (21), Azubi zum Mechatroniker, beide von der Firma Oerlikon Schlafhorst, im Gespräch mit Milena und Chiara über eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Foto: Andrea Schever

Übach-Palenberg. „Es ist gut, dass es hier diese unterschiedliche Auswahl gibt”, lobt Marcel Gronows­­ki, Industriekaufmanns-Azubi bei Span Set, „denn viele Jugendliche wissen noch nicht genau, was sie später wirklich machen wollen.” Wenn sie dann die Bandbreite an Berufen sehen, können sie auch einmal in einer anderen Richtung „schnuppern”, als sie vielleicht bisher gedacht haben.

Genau das bot die Berufsbörse „Its YOUR Life!” der Willy-Brandt-Gesamtschule am Freitag - nun schon zum neunten Mal - allen Jungendlichen und jungen Erwachsenen im Pädagogischen Zentrum. Im Zweijahrestakt wird die Berufsbörse von Berufswahl-Koordinatorin Elke Philipp auf die Beine gestellt.

PZ reichte nicht aus

In diesem Jahr hat sie rund 90 Studien- und Ausbildungsstätten angeschrieben und zum Kontaktknüpfen mit den möglichen Zukünftigen eingeladen. 38 Ausgewählte hatten geantwortet, so viele wie noch nie. Deshalb war es den Planern aus Platzgründen auch nicht mehr möglich, alle im großen Saal des Pädagogischen Zentrums unterzubringen.

Bereits beim Betreten der Flure im Eingangsbereich warben Plakate und freundliche Berater um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen. Schulleiter Mafred Ehmig ist stolz auf das reiche Angebot. „Die Resonanz, dass die Leute auch kommen, freut sehr. Auch dass man hier ehemalige Schüler trifft, ist großartig, da man daran sieht, dass so eine Veranstaltung tatsächlich etwas bringt.”

So ist es beispielsweise bei Michael Falk, Koch im zweiten Ausbildugsjahr im Restaurant „Zur Alten Schmiede”. Auch wenn der 17-Jährige persönlich seinen Traumberuf, weil damals noch nicht vertreten, nicht auf der Berufsbörse gefunden hat, empfiehlt er jedem Schüler und jeder Schülerin, solche Messen zu besuchen. „Man kommt hier auch an Praktikas und Ausbildungsstellen, wenn man sich informiert und dann bewirbt.”

Und man wird gelegentlich auch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Mancher Jugendliche kommt dann und sagt, er wolle Fernsehkoch werden”, berichtet er. „Denen muss man dann erstmal erklären, dass man sich das erst hart zu erarbeiten hat.”

Zum Schauen, Fragen und Antwortenfinden wurden jedoch nicht nur die rund 550 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis 13 der Willy-Brandt-Gesamtschule eingeladen, sondern auch alle Interessierten aus der angrenzenden Realschule, dem Gymnasium, der Kooperationsschule aus Merkstein und darüber hinaus.

Um den interessierten Jugendlichen auch einmal einen unmittelbaren, wenn auch kurzen Einblick in ihren möglichen zukünftigen Arbeitsbereich geben zu können, bot die Firma Matuschek Messtechnik unter Anleitung ihrer momentanen Auszubildenden eine Lötarbeit an. Dabei konnten die Laien kleine Figuren aus Draht zusammensetzen, deren aus einer LED-Lampe bestehener Kopf leuchtete. Der Arbeitstisch mit den Azubis Valeska Sibbel und Mustafa Sahin war fast durchgehend besetzt.

Doch nicht nur Jungendliche waren an diesem Tag zu Besuch. Auch zahlreiche Eltern begleiteten ihre Sprösslinge und sorgten manchmal auch für den nötigen Antrieb: „Wie ist das, Tochter, ist das Handwerk etwas für dich?” Die Tochter ist unschlüssig und schüttelt den Kopf, „Dann lass uns mal an einem anderen Stand gucken gehen”, schlägt der Vater vor, und die beiden ziehen weiter.

Auch Interesse der Eltern

Es waren jedoch nicht nur die lobenden Stimmen der Eltern, die man beim Umhergehen hören konnte. Beispiel: „Toll, zu unserer Zeit gab es sowas ja leider noch nicht!” Auch die Schülerinnen und Schüler fanden diese Informationsveranstaltung sehr gut: „Ich war jetzt schon am Stand der RWTH Aachen und habe mich über ein Germanistik-Studium informiert”, erzählt die 14-jährige Lea Sickert. „Es ist sehr informativ, es gibt verschiedene Berufe, also für alle Interessen etwas. Mir wurden meinen Fragen beantwortet, und ich habe Flyer an die Hand bekommen.” Lea Sickert sagt, dass sie in zwei Jahren noch einmal kommen wird, um zu sehen, ob ihr Interesse immer noch aktuell ist und was sie dann noch beachten muss.

Für das leibliche Wohl der Veranstaltung, auf der man problemlos etliche Stunden hätte verbringen können, war ebenfalls gesorgt. In der Cafeteria konnte man sich einen Kaffee oder etwas zum Essen gönnen. Schließlich lud der sonnenbeschienene Schulhof ein, zum Ausruhen oder Luftholen Platz zu nehmen.
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