Birgdens Dorfbühne ist reif fürs Fernsehen

Von: agsb
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Inspektor Darreck scheint auf
Inspektor Darreck scheint auf der richtigen Spur zu sein und hat seinen Tatverdächtigen. Viele aufregende Szenen gab es in der „Pension Küster”. Aber das Kriminalstück der Dorfbühne in Birgden gestaltete sich zur perfekten Kömodie. Foto: agsb

Gangelt-Birgden. Schade, dass die Zuschauer beim Theaterspielen keine „Zugabe” fordern können. Denn Birgden erlebte am Samstagabend zur Premiere der Kriminalkomödie „Mord ist Zufall” eine weitere Sternstunde der Dorfbühne.

Die Laientheatergruppe setzte sehr eindrucksvoll die Erfolgsserie ihrer Theaterspielreihe fort. Seit Jahren imponiert die Dorfbühne und begeistert das Publikum, mit dieser Kriminalkomödie „Mord ist kein Zufall” wurde erneut ein gutes Stück eingekauft. Es war gleich vom ersten Akt an ein Krimispaß vom Feinsten.

Reichlich „Alkohol”, literweise Kunstblut, ein angeblicher Mord zu Beginn des Stückes. Aber es fehlte - die Leiche. Doch da gibt es ja den „Inspektor Darreck”. Der ist in Superform, ähnlich dem Kommissar Geiger, gespielt von Peter Heinrich Brix in der TV-Serie Pfarrer Braun. Die Zuschauer konnten sich teilweise vor Lachen biegen. Zumal wiederum Lokalpatriotismus mit eingebaut wurde und hier einige passende Sprüche für Gelächter sorgten.

Telefonate mit Harry

Und immer eine Augen- und Ohrenweide: die Telefonate des Inspektors mit seinem „Harry”. „Harry, hol schon mal den Wagen” - dieser Spruch kam vielen bekannt vor. Dass man keinen nervenaufreibenden Kriminalfall erwarten sollte, hätte das Publikum schon erahnen können. Aber dass ein Kriminalfall so lustig sein würde, das konnte man so nicht erwarten.

Die Theaterfreunde erlebten in dem Dreiakter Unterhaltung vom Feinsten. Besonders nach ersten dem Akt schienen sich die Besucher in einem wahren Lustspiel wiederzufinden. Professionell anmutend schlüpften die Laienspieler in die Rollen, wuchsen über sich hinaus und ließen sich durch unglaublich viel Szenenapplaus bei der Theateraufführung auf der Erfolgswelle tragen.

Große Erfahrung

Da war die Pensionswirtin Regina Küster - Mechtilde Scheufen ist ein Stimmungsgarant der Dorfbühne, wurde erneut deutlich. Walburga Kohnen (sie führte unter anderem Regie) gehört einfach dazu, sie scheint „hundert Jahre Theatererfahrung” zu haben und würde sich bei jeder Theatergruppe durchsetzen. Als Anita Feinbier begeisterte sie so wie ihr Theaterbruder Victor, gespielt von Werner Jansen.

Im zweiten Akt gibt es eine Szene zum Brüllen, als Anita nach reichlich Alkoholgenuss, dem auch noch ein Schlafmittel eingemischt war, müde wird und vom Bruder Richtung Zimmer im Grunde „abgeschleppt” wird. Da ist weiterhin Tausendsassa Uli Jansen, der gleich eine Doppelrolle (Dr. Müller/Dr. Wermut) innehat und richtig glänzen kann. Sandra Nobis spielt die Gräfin Luise von Bernstein sehr eindrucksvoll, eben wie eine Adelige im hohen Alter. Willi Dohmen schließlich ist der Inspektor Darreck, der alle Mordfälle löst und auch in Birgden den Durchblick hat. Achim Müller spielt den Sohn Max der Pensionswirtin, hat ein heimliches Techtelmechtel mit Eva-Maria (Lea Schmitz), die Enkelin der Gräfin.

Zum Inhalt der Geschichte: In der Pension übernachten fünf Personen, die allesamt - wie auch die Wirtin und ihr Sohn - heimliche Mordgelüste haben. Eine Leiche wird gesichtet, verschwindet dann auf unerklärliche Weise. Viel Blut ist zu sehen wie auch das angebliche „Mordmesser”.

Wie in „Psycho”

Fast alle Spieler haben es in Hand, versuchen sich in Trockenübungen wie in Bates-Motel (Hitchcocks „Psycho”) den Mordanschlag. So könnte Victor Feinbier seine Schwester am liebsten umbringen, ebenso kreist Max Küster unter Tisch und Stuhl mit dem Messer in der Hand herum, sieht in Dr. Egon Müller eine Gefahr in Sachen Liebe. Und dann geschieht ein wirklicher Mord mit dem besagten Messer. Aber alles klärt sich auf, Inspektor Darreck hat eine 100prozentige Erfolgsquote.

Als Souffleur/se waren Thomas Jansen und Uschi Clemens im Einsatz. Für die Maske zeichneten Yvonne Tholen und Jeannette Franken verantwortlich, in der Technik hatte Gerhard Kohnen alles im Griff, das großartige Bühnenbild ist ein Werk von Karl-Heinz Scheufen mit seinem Team.

Am kommenden Samstag, 4. Februar, folgt um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 5. Februar, um 18 Uhr weitere Aufführungen in der Mehrzweckhalle.

Doch ein „Happy End”

Fazit: Nach guten 120 Minuten Krimispaß gibt es zwar mehrere Leichen, aber nur einen Mord und trotzdem ein „Happy End” mit viel Herz und einem Publikum, dessen Reaktionen die beste Werbung für das Stück war.
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