Gangelt-Birgden - Birgdener Laienschauspieler: Seit 50 Jahren auf der Bühne

Birgdener Laienschauspieler: Seit 50 Jahren auf der Bühne

Von: agsb
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Spuren einer harten Nacht: Werner Jansen in einer Aufführung der Dorfbühne Birgden. Foto: agsb

Gangelt-Birgden. Im Sommer 1965 trafen sich nach dem Hochamt in der Birgdener Gaststätte Konsum Willi Dohmen, Gustav Gillessen, Fritz Wienen und Willi Jansen. Die vier Männer hatten die Idee, eine Theatergruppe zu gründen. Zu dieser Zeit erlebte das Theaterspielen in vielen Orten einen Boom. Die Idee wurde umgesetzt, weitere Laienschauspieler wie Albert Gerads, seine Tochter Annemie, Käthe Lieder und Hubert Wagels kamen dazu.

Tragödien, Dramen und Lustiges

Damit war die Theatergruppe gegründet, als Name wurde „Dorfbühne Birgden“ ausgewählt. Als sich 1965 zum ersten Mal der Vorhang der Dorfbühne Birgden öffnete, waren alle sehr gespannt, was da wohl kommen würde. Das erste Stück war das Drama „Der Strom“. Ein Jahr später folgte mit „Frau Hannemann“ die erste von zahlreichen Komödien. Dazu zählte auch „Der wahre Jakob“ im Jahr 1967. Dass die Dorfbühne nicht auf Lustiges festgelegt ist, wurde 1968 eindrucksvoll bewiesen. Mit „Frau Pilatus“ wurde eine Tragödie gespielt, zwei Jahre später feierte die Dorfbühne mit dem Kriminalstück „Ein großer Fall für Mc Goon“ einen weiteren Erfolg. Die größten Highlights der nunmehr 50-jährigen Geschichte zu benennen, fällt selbst dem Vorsitzenden Werner Jansen sehr schwer. Es waren einfach zu viele Stücke, die in der Erinnerung haften bleiben. „Frau Hannemann“ etwa wurde 1990 erneut gespielt und war wieder ein echter Renner.

Es gab viele unvergessene Momente, mit ihren Aufführungen vor der Karnevalszeit hatte die Dorfbühne stets die richtige Nase. In 50 Jahren gab es natürlich auch Pleiten, Pech und Pannen. So erinnert sich Werner Jansen noch an das Stück „Der Mustergatte“, gespielt 1978. Unter einem Bett lag Mechtilde Scheufens, im Bett Willi Dohmen. „Ich spielte den Ehegatten und stand wie andere Mitspieler um das Bett herum. Plötzlich brach das Bett zusammen, uns rutsche das Hemd in die Hose“, erzählt Jansen. Zum Glück sei nur ein Stempel abgebrochen, das Publikum dachte, dies gehöre zum Stück. Die unter dem Bett versteckte Mechtilde Scheufens kam mit dem Schrecken davon.

Auch die Szene, als Werner Jansen in langen Unterhosen und zerrissenem Hemd nach durchzechter Liebesnacht die Bühne betritt, wird den Stammzuschauern noch in bester Erinnerung sein.

Gespielt wurde zu Beginn auch in Gangelt. Die Dorfbühne spielte zudem auch Sketche in Mundart im niederländischen Susteren und in Geilenkirchen.

Auftritt in der Partnergemeinde

Im Jahr 1995 gab es eine besondere Premiere, in der Partnergemeinde Sohland im Kreis Bautzen wurde das Stück „Familienkrach im Doppelhaus“ aufgeführt.

Die Dorfbühne ist ein aktiver Verein. Der Kontakt zu 13 befreundeten Theatergruppen der Region wird besonders groß geschrieben, man schätzt sich untereinander. Derzeit besteht die Dorfbühne aus 19 Mitgliedern im Alter von 16 bis 63 Jahren. Erfreulicherweise entdecken laut Jansen in den vergangenen Jahren wieder viele junge Leute die Begeisterung fürs Theaterspielen. Der Altersbereich erstreckt sich von 16 bis 63. Das Jubiläumsstück wurde mit „Viele Grüße aus Mallorca“ gemeinsam ausgewählt, erneut wird es in der Mehrzweckhalle äußerst turbulent zugehen. Die Premiere findet am Samstag, 24. Januar, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Birgden (Paulssträßchen) statt.

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