Bigdener Viertklässler „Schüler powern für die Umwelt”

Von: Wilfried Rhein
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Ob denn Kellerasseln einen Ger
Ob denn Kellerasseln einen Geruchssinn haben? Mit einfachen Experimenten gehen Enrico, Erich und Tom (v.l.) der Frage nach - und sagen in der Auswertung ihrer Tests ein klares „Ja”. Foto Wilfried Rhein Foto: Wilfried Rhein

Gangelt. Eine kleine, fahrige Bewegung von der Seite, und der Becher von Lukas kippt um. Ein paar Krabbeltierchen verteilen sich auf dem Kunststofftisch.

Der ist zum Glück von heller Oberfläche, so dass die un­scheinbaren Kellerasseln einzeln und mit Vorsicht wieder zurück geholt werden können. Denn sie werden noch gebraucht in dieser langen Unterrichtsstunde an der Schule der Begegnung in Birgden.

Verständnis entwickeln

Mit ihren in Weiß-Grün gehaltenen Shirts - einheitlich vom Projektpartner als Andenken überlassen - sehen die 21 Kinder der Klasse 4 b fast aus wie Nachwuchs für Laborpersonal. Es geht in der Tat um Forschung auf kleiner Ebene, mehr noch um Umwelt mit großem Verständnis.

Sich daran zu beteiligen, schlägt der Stolberger Wasser- und Energieversorger EWV - der Erdgas für Gangelt liefert - jährlich etwa einhundert Grundschulen und Förderschulen in seinem gesamten Versorgungsgebiet vor.

Die Birgdener Schule der Begegnung hat Erfahrung mit dem Themenkreis. Das ging es schon um Papier, um Marienkäfer, um Hamster, um Spinnen. „Seitdem trage ich die in meiner Wohnung entdeckten Spinnen auch ins Freie”, gesteht Ursula Schever.

Sie ist Lehrerin an der Birgdener Grundschule, mit den Inhalten der EWV-Aktion „Schüler powern für die Umwelt” vertraut und jetzt Initiatorin der praktizierten Ausschreibung mit dem Thema: Keller­asseln.

Die zwei Mädchen und 19 Jungen der vierten Klasse haben sich seit Wochen mit dem Thema befasst. Ursula Schever hatte aus einem Sachbuch einige Auszüge für den Unterricht ausgearbeitet. Nun folgt die Praxis der Theorie.

In einem Kugelterrarium bewegen sich etliche winzige Wesen mit 14 Beinen und den auffälligen Fühlerantennen. Asseln, die in dem Gemenge von Erde, Steinen, Holzstückchen, Laub und keimenden Pflanzen gut aufgehoben scheinen, wie es die Pädagogin arrangiert hat. Lebewesen, schärft Ursula Schever ihren Schülern ein, die mit ihrem Stoffwechsel der Natur nützlich sind, die man achten und nicht zertreten sollte.

Die Klasse hat sich in Gruppen geteilt. Auf A-4-Blättern steht der „Forschungsauftrag”: Können Asseln riechen? Es gibt Hilfsmittel, das herauszufinden. Erich, Tom und Enrico schneiden zum Beispiel Teststreifen aus Kaffeefiltern.

Getränkt mit verschiedenen Flüssigkeiten, wird notiert, wie sich die Asseln bei Kontakt verhalten. Später trägt jede Gruppe vor der ganzen Klasse ihre Erfahrungen vor.

Team Erich/Tom/Enrico gibt bekannt: Vor Senf und Essig hauen die Asseln ab, aber Honig scheinen sie sehr zu mögen. Also: Asseln können Geruch aufnehmen.

Können die Vierzehnbeiner fühlen? Laufen sie eine Schräge lieber hinauf oder herab? Und wie schnell sind auf einer bestimmten Strecke? Beim letzten Test wundert es die kleinen Forscher nicht, dass das Verhalten der Kellerasseln dem richtigen Leben nahe kommt: Die mit den längeren Beinen sind einfach schneller als die mit den kurzen.

Das kommt auch Lukas zugute, der seine kleineren Assel-Exemplare recht schnell zurück in seinen Becher setzt. Es muss ja noch was für die Umwelt geleistet werden.
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