Bigband „Jazzlife” serviert feine Hörgenüsse

Von: Johannes Gottwald
Letzte Aktualisierung:
Optisch und akustisch imposant
Optisch und akustisch imposant: Die Bigband „Jazzlife” lässt es seit 20 Jahren musikalisch schwungvoll angehen. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Der Jazz ist längst nicht mehr bloß eine Sache für die Südstaaten der USA. Auch an der Kreismusikschule Heinsberg gibt es seit 20 Jahren ein Jazzorchester.

Der runde Geburtstag wurde jetzt mit einem fesselnden Konzert gefeiert. Der Publikumsandrang war groß, gut 250 Besucher füllten die ehemalige Lohnhalle des CMC.

Den Auftakt des Abends gestaltete die Jugendband „Jazzino”, die wie die Bigband „Jazzlife” unter Leitung von Rainer Tegtmeyer steht. Nach dem einleitenden „Final Countdown” ließ Musikschulleiterin Gerda Merks die Geschichte der Bigband Revue passieren.

Mit 19 Musikern wurde sie 1992 gegründet, zwei Mitglieder aus dieser Zeit wirken bis heute mit. Erst 2004 entschied man sich für den Namen „Jazzlife”.

Die Zuhörer erfuhren zudem, wie der Begriff „Bigband” heute definiert wird: Als ein Orchester mit Blech- und Holzbläserbesetzung - häufig mit Saxophon -, Schlagzeug und Orgel- oder Keyboard.

Lyrische Töne

Noch drei weitere Stücke waren der Band „Jazzino” anvertraut: Bei „The Edge Of Glory” konnte Yannik Canton Garcia mit temperamentvollem Sologesang glänzen. Bei „Over The Rainbow” zeigte er, dass er auch lyrische Töne vorzüglich beherrscht.

Auch das abschließende „Pretty Woman” erntete starken Beifall - ganz offensichtlich leistet die Kreismusikschule in der „Jazzino”-Band vorzügliche Nachwuchsarbeit.

Mit feierlichen Posaunenklängen zog „Jazzlife” in den Saal ein. „Topsy” war durch ein viertöniges, absteigendes Ostinato geprägt, das sich durch das ganze Stück hindurchzieht und erst allmählich durch lebhaftere Variationen aufgelockert wird.

Fast schon wie eine Vernissage wirkte „Hawaii Five-O”, als während des Spieles auf einem Monitor zahlreiche Bilder des Orchesters und aller teilnehmenden Musiker vorüberzogen.

Vorzüglich zu diesem Abend passte das Solostück „Blue Moon” - draußen leuchtete in der Tat der fast volle Mond am tiefblauen Abendhimmel. Katja von der Forst gefiel mit einem klangschönen Solo, hatte es allerdings mit ihrer Altstimme nicht immer leicht, gegen den Orchesterklang anzukommen.

Der Beatles-Hit „Michelle” weckte bei vielen Zuhörern nostalgische Gefühle. Dabei übernahm Christoph Arzt mit der Posaune stellvertretend die Partie des Sängers - auch dies war eine hochklassige Darbietung.

Zu einem Jazzkonzert gehörte selbstverständlich der Sinatra-Song „New York, New York”, wobei Eline Meijs mit einem kraftvollen Sopran, der locker den Orchesterklang überstrahlte, begeistern konnte.

In „Pennsylvania 65000” schlüpften die Jazzmusiker in eine Sprechrolle, indem sie während des Spieles mehrfach die Instrumente absetzten und das Motto „Pennsylvania 65000” unisono in den Raum skandierten. Schließlich wurde das Publikum bei einem weiteren Beatles-Hit zum Mitsingen eingeladen. Der Text von „Hey Jude” wurde dazu auf großen Schildern hochgehalten.

Stets war Rainer Tegtmeyer ein ebenso umsichtiger wie inspirierender Taktgeber. Dies galt für „Opening” ebenso wie für „American Patrol”, „I Want To Hold Your Hand” und „Can You Feel The Love Tonight”, wobei im letzteren Katja von der Forst und Eline Meijs ein prächtiges Duett bildeten.

Die letzten drei Stücke gestalteten Bigband und Nachwuchsorchester „Jazzino” gemeinsam. Der „Lange Samstag” hatte geradezu historischen Charakter, denn es war das erste Stück, das die neugegründete Bigband 1992 einstudierte.

Den Schlusspunkt setzten „Sweet Caroline” und „Copacabana”, in dem Katja von der Forst und Eline Meijs nochmals zu Höchstform aufliefen. Kein Wunder, dass am Ende Orchester und Solisten vom Publikum stürmisch gefeiert wurden. Mit drei Zugaben - „Rock Around The Clock”, „A Hard Days Night” und „What A Wonderful World” klang der Abend stimmungsvoll aus.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert