Biblische Verse mit der Kamera interpretiert

Von: Renate Kolodzey
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Pfarrerin Anne Lungová mit Volkhard Papenberg (l.) und Horst Zocher vor deren Fotos. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen-Hünshoven. „Ebenbilder – Geschaffen als Mann und Frau“ lautet der Titel eines Dialog-Gottesdienstes, gestaltet von Pfarrerin Anne Lungová und Berufsschulpfarrer Dietmar Ernst, der das Motto des Themenjahres 2015 „Bild und Bibel“ aufgriff.

Musikalisch begleitet wurde die Feier klangschön auf Geige und Orgel von dem Duo „Colla Parte“, bestehend aus Viola Albrecht und Pfarrer Martin Frölich, mit größtenteils barocken Kompositionen.

Thematisch anknüpfend wartete danach im Gemeindehaus die Eröffnung einer Fotoausstellung auf die interessierten Gäste. Pfarrerin Anne Lungovà freute sich, dass Volkmar Papenberg und Horst-Helmut Zocher Bilder geschaffen haben, „die die biblischen Worte ausdrücken und gestalten“. Jeder von ihnen bewältigte diese Aufgabe auf eigene, äußerst kreative Art und Weise.

Papenberg (71) stellt die Schöpfungsgeschichte in insgesamt 13 Fotografien dar, wobei er pro Tag zwei Bilder wählte, und nur für den siebten Tag eins nahm, denn „am siebten Tag ruhte sich Gott aus – da genügt ein Foto“, rechtfertigte er schmunzelnd seine Entscheidung.

Zocher (70) entschied sich für zehn Bilder mit besonderen Begebenheiten aus der Bibel, beispielsweise Samson, Daniel in der Löwengrube oder die Apokalyptischen Reiter.

Papenbergs Arbeiten sind größtenteils Abbildungen aus der Natur, wie zum Beispiel Landschaften aus Lanzarote, Norderney oder seiner früheren Heimat, dem Harz, mit Meer, Wolken, Wiesen und Tieren, aber auch der Mond hinter effektvollen Eiswolken ist zu bestaunen sowie die Sonne und Szenen mit Kindern in der Kirche.

Die Erschaffung des Menschen am sechsten Tage symbolisiert eine Lehmskulptur „Mann und Frau“, die seine Frau Dagmar Hiltenkamp anfertigte, fotografiert auf einem Untergrund aus platt poliertem Holz, das er am Rhein fand, vor Meereswellen, die ebenfalls seine Gattin malte. Auf jedem Foto ist der dazugehörige Original-Bibeltext zu finden.

Zocher lebte 2008 eine Zeitlang in Palästina und hat Bilder davon in seine Werke eingearbeitet, wie zum Beispiel den Wasserfall in einer Oase in der Wüste Juda am Toten Meer oder Hirten in Palästina. Seine Absicht, Hinweise auf die historischen Örtlichkeiten zu geben, realisierte er mit vorwiegend an biblischen Orten aufgenommenen Fotos.

Darüber hinaus projizierte er seine Fotos mehrschichtig, bis zu fünffach, übereinander und hielt sie meist in gedeckten Farben, so dass sie wie aus alter Zeit anmuten und einen einzigartigen Einblick in frühere Zeiten gewähren.

Die größtenteils in Originalschrift eingebauten Texte sind einer preußischen Bibel von 1912 und einer Kupferbibel von 1630 entnommen. Mit seiner Themenauswahl unterstreicht er die fortwährende Gültigkeit der biblischen Texte.

Beide Künstler leben in Geilenkirchen: Papenberg seit 1995, er ist gebürtig aus Braunlage im Harz, Zocher seit 1992, er stammt aus Jena in Thüringen. Jeder von ihnen hatte schon als Kind seine Begeisterung für das Fotografieren entdeckt und später mit eigenen Fotolaboren perfektioniert.

Die Besucher zollen den Werken der Künstlern Anerkennung, und ihre Aussagen reichen von „Da steckt viel Arbeit drin“ über „Mir gefällt es, weil alles aus der Natur ist“ bis „Ich habe wenig Ahnung, aber ich finde die Fotos wunderbar und sie bringen einen zum Nachdenken“.

Die Fotoausstellung „Bild und Bibel“ von Volkmar Papenberg und Horst-Helmut Zocher im evangelischen Gemeindehaus Geilenkirchen, Konrad-Adenauer-Straße 83, ist bis zum 31. Oktober sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Ansprechpartner sind jeweils vor Ort.

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