Bibliothekare kritisieren geplante Schließung der Stadtbücherei

Von: jpm
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Dieses Hinweisschild könnte sich bald überlebt haben. Denn Öffnungszeiten hat die Stadtbücherei dann nicht mehr. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Die Regionale Bibliothekskonferenz übt scharfe Kritik an der geplanten Schließung der Übach-Palenberger Stadtbücherei. „Es ist aus unserer Sicht absolut nicht nachvollziehbar, diese Einrichtung zur Grundversorgung mit Bildungs- und Kulturangeboten zu schließen“, heißt es in einer an Politik, Verwaltung und Presse verschickten Stellungnahme.

„Die Stärkung der Bücherei ermöglicht die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe, dient dem sozialen Zusammenhalt und ist für eine zukunftsorientierte Stadtpolitik unerlässlich.“

Die Schließung der Bibliothek als Sparmaßnahme auf dem Weg zur Haushaltssanierung ist schon seit Längerem im Haushalt festgeschrieben. Ganz aufgegeben wurde sie allerdings noch nicht: Zuletzt hatte die Stadt als letzte rettende Möglichkeit in Aussicht gestellt, dass die Einrichtung mit Hilfe von Ehrenamtlern weiter betrieben werden könnte. Wie das im Einzelnen funktionieren soll, ist jedoch unklar. Die Gespräche hierzu seien noch nicht abgeschlossen, teilt die Stadt hierzu nur knapp mit.

Als wünschenswert betrachtet die Schließung jedenfalls selbstverständlich niemand. Auch CDU und FDP-USPD hatten den Erhalt in einem Atemzug mit der Rettung des Ü-Bades als eines ihrer Ziele genannt, als sie 2014 die Bildung einer Koalition bekanntgaben. Während dies beim Ü-Bad gelungen scheint, schwebt die Bibliothek aber immer noch über dem Abgrund. Daran hat auch ein Förderverein nichts ändern können, der Anfang vergangenen Jahres – auch mit Unterstützung aus Reihen der CDU-Ratsfraktion – gegründet worden war. Eine große Zahl an Bürgern unterstützte das Ansinnen mit ihrer Unterschrift.

In ihrer Stellungnahme legt die Bibliothekskonferenz wortreich die Bedeutung einer funktionierenden Stadtbibliothek dar und beruft sich dabei auch auf den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, der mit den Worten zitiert wird: „Trotz des wichtigen Beitrags der Bibliotheken für die Bildung und das selbstständige Lernen, fehlt in Deutschland – im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern – die strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil unserer Bildungsinfrastruktur.“

Auch wird auf ein gemeinsames Strategiepapier des Deutschen Städtetags, des Städte- und Gemeindebunds und des Deutschen Bibliotheksverbands von Mai dieses Jahres verwiesen, in dem eine deutliche Stärkung der Bibliotheken gefordert wird. Eine Schließung wie in Übach-Palenberg steht dem natürlich entgegen.

Die Regionale Bibliothekskonferenz, früher Lektoratskreis Aachen genannt, ist ein Zusammenschluss aus den Bibliotheken der Städteregion Aachen und der Kreise Heinsberg und Düren, die Stellungnahme wurde von insgesamt 15 Bibliotheksleitungen aus der Region unterschrieben.

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