Biber verwüsten Ländereien in Geilenkirchen

Von: Jan Mönch
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Hier hat der Biber einen schönen Damm gebaut. Die Stelle liegt in Sichtweite von Burg Trips. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Mit eigenen Augen gesehen hat Franz-Josef Coenen den Biber noch nicht. „Manchmal kommt man hier an und hört noch was ins Wasser springen, das war es aber“, sagt er. Coenen bewirtschaftet Ländereien nordöstlich von Burg Trips in Geilenkirchen. Hier hat sich der Biber in den vergangenen Jahren breitgemacht, und was er anrichtet, das sieht Coenen sehr wohl mit eigenen Augen.

 Im Grunde ist es auch nicht zu übersehen: Der Biber nagt Bäume um, baut Dämme und untergräbt die Ufer. Coenen ist darüber alles andere als erfreut.

Das gilt auch für Wolfgang Jansen. Beruflich ist er Leiter des Geilenkirchener Bauhofs, privat Jäger und in vielerlei Hinsicht engagiert, wenn es um die Natur in und um Geilenkirchen geht. Zum Beispiel rettet er gemeinsam mit Kollegen Rehkitze aus den Feldern der Landwirte, damit sie nicht in den Mähdrescher geraten.

„Der dusselige Biber“ allerdings, so nennt Jansen das Tier mittlerweile, gehe im Bereich Burg Trips deutlich zu weit: Er legt einen Baum nach dem anderen um. Das ist zwar nicht immer ein Problem, „der soll ruhig ein paar Erlen oder Weiden fällen“, sagt Jansen. Allerdings lässt der Biber sich in seinen Speiseplan nicht reinreden. Er lässt sich auch große, prächtige Eichen schmecken, die im Bereich Trips wachsen.

Vergangenes Jahr sind Jansen und einige Mitstreiter schon einmal aktiv geworden. Damals strichen sie die Stämme wertvoller und schützenswerter Bäume mit einem sogenannten Langzeitschälschutz ein und zugleich von der Speisekarte des Bibers. Der Schälschutz ist sandig, was dem Biber gar nicht zusagt, und so retteten die Männer tatsächlich eine ganze Reihe Bäume.

Allerdings ist der Schälschutz auch unheimlich teuer, ein Eimerchen kostet 120 Euro. Es sind rund 15 Monate vergangen, und auch wenn einige Eichen fürs Erste gerettet sind, konnte dem Treiben des Bibers kein Riegel vorgeschoben werden, stellt Jansen frustriert fest. Im Gegenteil: „Es ist noch schlimmer geworden.“

Bieber-Dämme weichen den Boden auf

Und längst geht es nicht mehr nur um die Bäume selbst. Der Biber setze mit seinen Dämmen auch zunehmend den Tripser Bruch unter Wasser. „Der Boden hier weicht nach und nach total auf“, warnt Jansen. „Wenn dann im Herbst ein ordentlicher Sturm kommt, werden die Bäume entwurzelt.“

Zugleich unterkellert der Biber regelrecht die Uferbereiche. Das zeigt Franz-Josef Coenen auf einer Wiese ein Stück nördlich von Burg Trips. In der Tat sieht der Uferbereich stellenweise aus wie ein Schweizer Käse. Das führt natürlich dazu, dass der Fluss mit der Zeit immer breiter wird. „Hier fehlen stellenweise schon anderthalb Meter vom Ufer“, schimpft Coenen. „Das wird hier nach und nach ein einziges Drecks- und Sumpfloch.“

Und irgendwann könnte der Uferschwund sich auch bedrohlich in Richtung der befestigten Wege bewegen. Abseits der Wege muss man jetzt schon achtgeben: Im Boden, verborgen vom dichten Gras, lauern tiefe Löcher – eine Gefahr für Mensch, Tier und landwirtschaftliche Maschinen.

Dem Biber hingegen wird niemand gefährlich. Die einzige Art, der er wohl schmecken würde, der Mensch, darf ihn nicht anrühren, dafür sorgt der strenge Tierschutz. Der Biber selbst verhält sich gegenüber anderen Arten weniger rücksichtsvoll. „Früher gab es hier Fasane, Hasen und Bodenbrüter“, sagt Wolfgang Jansen. „Alles weg!“

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