Bewohner des Franziskusheimes sind im Dialog mit Schülern

Von: mabie
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Wilfried Schüllers Fotografien halten eindrucksvolle Gesprächsmomente ausdrucksstark fest. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Es sind beeindruckende Momente, scheinbar alltägliche Dinge und Situationen, die nun in einer nicht minder beeindruckenden Ausstellung im Geilenkirchener Franziskusheim zu sehen sind.

Was da unter der bewusst vielseitigen Überschrift „Habseeligkeiten und Heiligtümer“ von Bewohnern wie Schülern der Städtischen Realschule Geilenkirchen zutage gefördert wurde, darf ab sofort im Saal des Heimes besichtigt werden. Dabei war schon die Vernissage mit ihren gut 100 Besuchern so vielfältig, wie die in Fotos des Alsdorfers Wilfried Schüller eingefangenen Momente.

Moderator Mario Ohnesorg freute sich nicht nur über die mundartliche Livemusik von Dieter Kaspari, der mit seiner unnachahmlichen Art und Weise die Ohren der Gäste und ihre Gedanken zum Klingen brachte. Auch Pastoralreferent Bernhard Kozikowski war glücklich, eine außergewöhnliche Arbeit zu präsentieren. So waren es Realschüler, die im Gespräch mit Bewohnern des Franziskusheimes über deren ganz spezielle Habseligkeiten und persönliche Gegenstände herausfanden, was den Menschen wirklich am Herzen liegt. Das konnte der Reisepass der leider verstorbenen Gattin sein oder aber ein Kelch.

Diese Gespräche wiederum fing Wilfried Schüler in beeindruckenden, meist in Schwarz-Weiß ausgeführten Fotos ein, die mehr als nur den Moment der Kontaktaufnahme dokumentieren. Sie zeigen mit starken Posen, mit eindeutigen Gesten, mit Augen, die weit mehr als nur die Sachlichkeit des Objekts beschreiben, dass die Geschichte hinter dem Ding auch ein ganz wichtiger persönlicher Teil der eigenen Geschichte steckt. „Das Medium der Fotografie ist gut geeignet, um diese Momente zu transportieren“, fand Kozikowski.

Und wenn ein Meister wie Schüller mit den Schülern so gut kooperiert, dann geht es über die Ebene des Gespräches zwischen den Generationen schnell hinaus, wie auch Realschulleiter Peter Pauli meinte. Die Schüler hätten sich über ihren Schulstress hinaus eingesetzt, um ein einmaliges Projekt umzusetzen. „Es wäre schade, wenn es ein isoliertes Projekt bliebe“, schloss Pauli, und regte an, die Kooperation fortzuführen.

Wie sich der Kontakt zwischen den Generationen gestaltete, das wussten Vera Narizek vom Sozialdienst im Heim und Pastoralreferent Eric Mehenga genau. Sie berichteten von „sehr vielen tollen Gesprächen“ und von Geschichten aus dem Leben, die ein Leben lang im Gedächtnis der Menschen bleiben. Und aus den drei besprochenen Themenbereichen Glauben, Musik und Habseligkeiten kam es immer wieder zu neuen Begegnungen, zu Entdeckungen, die alters- und generationenübergreifend spannende Einblicke in das Dasein der Menschen boten. Am Ende waren einige gute Gründe gesammelt worden, warum dieses Projekt mit Unterstützung aus Bundesmitteln vom Projekt „Toleranz stärken – Kompetenz fördern“ möglich gemacht wurde.

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