Bewegung und viel lachen: Vorbeugung gegen Darmkrebs

Von: Katrin Fuhrmann
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„Bewegung hält fit und gesund“ lautete der Tenor des Abends: Franz Müntefering (r.), Botschafter des Programms „Bewegt älter werden in NRW“, erklärt Moderator Thorsten Pracht, warum Sport gerade im Alter von großer Bedeutung ist. Foto: Markus Bienwald
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Das Podium: Dr. Georg Schick (BRSNW), Thorsten Pracht (Moderator des Abends), Margit Vonderbank (Kreissportbund Heinsberg), Franz Müntefering (Botschafter des Programms „Bewegt älter werden in NRW“), Ronnie Goertz (Vorsitzender Kreissportbund Heinsberg), Ulla Symens (Kreissportbund Heinsberg) und Dr. Manfred Nebeling (Chefarzt der Inneren Medizin des Geilenkirchener Krankenhauses).

Geilenkirchen. Der Kreissportbund Heinsberg, der Stadtsportverband Geilenkirchen und das Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus haben unter dem Motto „Sich regen bringt Segen – lebenswerte Jahre gewinnen“, in der Aula der Realschule Geilenkirchen, darüber informiert, wie man mit Bewegung und einer gesunden Lebensweise das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, reduzieren kann.

Die Referenten des Abends, Ronnie Goertz, Vorsitzender des Kreissportbundes, Franz Müntefering, Botschafter des Programms „Bewegt älter werden in NRW“, Dr. Manfred Nebeling, Chefarzt der Inneren Medizin des Geilenkirchener Krankenhauses, sowie Dr. Georg Schick vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW (BRSNW), machten einmal mehr deutlich, welche Möglichkeiten es gibt, auch im Alter aktiv zu bleiben.

„Es ist gar nicht unser Ziel, mit dem Finger auf die Menschen zu zeigen und sie zum Sport zu zwingen. Aber wir möchten verdeutlichen, dass jeder Einzelne Einfluss auf seine Gesundheit nehmen kann“, erklärte Ronnie Goertz zur Begrüßung und ergänzte: „Es ist uns ganz wichtig, dass die Menschen nicht erst als Patienten zu uns kommen und erst mit dem Sport anfangen, wenn sie erkrankt sind.“

Aufgrund des demografischen Wandels und der älter werdenden Gesellschaft sei es von großer Bedeutung, dass es beispielsweise in den Vereinen altersgerecht zugehe. Die älteren Menschen müssten wieder Spaß am Sport haben, und sie dürften sich nicht davor scheuen, sich zu bewegen. Die Bewegung sei nicht nur für das Allgemeinbefinden sehr wichtig, sondern wirke sich auch positiv auf die Entstehung von Krankheiten aus und sei in der Prävention einfach umsetzbar.

Die drei Kooperationspartner, die bei diesem Thema an einem Strang ziehen, sind sich nämlich sicher, dass körperlich aktive Menschen ein geringeres Risiko haben, an Darmkrebs oder etwa Brustkrebs zu erkranken. „Wer nicht raucht, Alkohol nur in Maßen zu sich nimmt, sich ausgewogen und ballaststoffreich ernährt und sich viel bewegt, hat ein viel geringeres Risiko an Krebs zu erkranken“, sagte Dr. Manfred Nebeling. Das seien Faktoren, auf die jeder Mensch selbst Einfluss nehmen könne. Die Hälfte aller Darmkrebserkrankungen könnte so vermieden werden, wenn die Menschen bereit dazu wären, ihren Lebensstil anzupassen, und gesünder leben würden.

Wie viele Minuten oder Stunden Sport in der Woche nötig sind, da sind sich die Experten nicht einig. Nebeling riet den Gästen des Abends: „Mindestens vier Mal pro Woche 30 Minuten laufen, spazieren oder schwimmen sind schon ideal, um Krankheiten vorzubeugen.“

Jeden Morgen Gymnastik

Franz Müntefering, ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Soziales und Vizekanzler, der an diesem Abend ebenso referierte, geht da mit gutem Beispiel voran. „Ich mache jeden Morgen 15 Minuten Gymnastik und mindestens vier bis fünf Mal pro Woche gehe ich für 30 Minuten aufs Laufband“, erzählt der 75-Jährige. Ihm sei dabei nicht wichtig, wie er aussieht und welchen Eindruck er auf die Menschen machte, die ihm dabei vielleicht zuschauen. Wichtig ist Müntefering nur, dass er sich fit hält und etwas für seine Gesundheit tut. In seinem Vortrag machte er zudem deutlich, dass es nie zu spät sei, mit Sport anzufangen. „Es ist die falsche Einstellung, sich im Alter zu schonen und kaum zu bewegen. Der Körper braucht die Anstrengung. Außerdem ist Bewegung die beste Ernährung für das Gehirn“, sagte Münterfering.

Dieser Position schloss sich auch Dr. Georg Schick vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW (BRSNW) an, der seinen Vortrag mit einer Entspannungsübung für die Nackenmuskulatur begonnen hatte. „Viel Bewegung verbessert die Kondition und Koordination. Zudem schützt ausreichend Sport vor Demenz und Depressionen“, sagte er.

Insgesamt habe man einfach ein gesteigertes Selbstbewusstsein und ein besseres Wohlbefinden. Wichtig sei aber, dass man gerade ältere Menschen nicht überfordere. Man müsse Erfolgserlebnisse schaffen und für jeden individuell die richtige Sport- oder Bewegungsart finden. Vor allem sei es von großer Bedeutung, dass man die positiven Erlebnisse, die man beim Sport machte, an Familienangehörige, Freunde und Bekannte weitergibt. Davon profitierten nämlich letztlich beide Seiten – diejenigen, die schon Sport treiben, und diejenigen, die sich noch unschlüssig sind, ob sie anfangen sollen.

Mieke Küppers vom DJK Wassenberg führte den Gästen jedenfalls vor Augen, dass es gar nicht schwer ist, sich sportlich zu betätigen. Während das Lied „Rut sin de Ruse“ von De Boore aus den Lautsprechern der Aula schallte, führte Küppers kleine, sehr einfache Übungen vor, die die Gäste nachmachen sollten. „Die Arme strecken, von links nach rechts bewegen, jeden Finger mit dem Daumen berühren und die Hüften schwingen“, leitete Küppers an und sagte: „Sehen Sie, wie einfach das ist? Ohne viel Aufwand haben Sie gerade etwas für Ihre Gesundheit getan.“

In der anschließenden Diskussionsrunde, die von unserem Redakteur Thorsten Pracht moderiert wurde, und an der neben den Referenten des Abends auch Margit Vonderbank und Ulla Symens vom Kreissportbund Heinsberg teilnahmen, war der Tenor ein eindeutiger. Viele ältere Menschen hätten sich aufgegeben und würden so isoliert leben, dass es schwer wäre, sie an den Sport heranzuführen. Es müsste aber ein ständiges Anliegen sein, auch diese Menschen für die Bewegung zu begeistern. „Letztlich muss sich aber jeder selbst auf den Weg machen.Von außen so etwas vorzuschreiben, hilft nicht und wäre auch der falsche Weg“, sagt Müntefering.

Die Referenten des Abends waren sich jedenfalls sicher: Ob Tanzen, Schwimmen, Gymnastik, oder Fußball, egal ob Einzel- oder Teamsport, jede Bewegung ist gut für den Körper und hat auch einen positiven Effekt auf den Geist – und so hätte das Fazit an diesem Abend nicht deutlicher ausfallen können: Nicht nur die Bewegung und eine gesunde Lebensweise sind für die Gesundheit wichtig, sondern auch gute Laune und das ständige Lachen.

Einzig die Tatsache, dass weniger Gäste, als die Kooperationspartner erwartet hätten, erschienen sind, fand Vonderbank natürlich schade. „Darum ist es umso wichtiger, dass Sie die Botschaft des Abends nach draußen tragen“, appellierte sie an die Gäste, die sich mit Applaus bei den Referenten für die Veranstaltung, die durchaus mehr Besucher verdient gehabt hätte, bedankten.

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