Cristian Fiel Freisteller Aufstiegshelden

Bewegtes und engagiertes Leben zwischen den Fronten

Von: a.s.
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Anschaulich erzälte Friedensa
Anschaulich erzälte Friedensaktivist Reuven Moskovitz aus seinem Leben und über die politischen Querelen in Israel. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Auch wenn die Veranstalter noch kurz vor Beginn des Abends leichte Zweifel hatten, ob das Wetter nicht doch die Gäste abhalten könnte zu kommen, war der Saal im evangelischen Gemeindehaus anlässlich des Vortrages von Reuven Moskovitz gut besetzt.

Hanz Stenzel, der im Kirchenkreis Jülich für Gesellschaft und Bildung zuständig war, hatte den israelischen Friedensaktivisten und langjährigen Freund nach Geilenkirchen eingeladen, um ihn ein wenig aus seiner Welt erzählen zu lassen.

Pfarrerin Tanja Bodewig freute sich ebenfalls sehr über das Kommen des interessanten Gastes und gab für alle, die Reuven Moskovitz noch nicht kannten, einen kurzen Überblick über sein bewegtes und einsatzreiches Leben zwischen den Fronten.

In Rumänien geboren

Unter dem Motto „Fremde Welten entdecken - Israel und Palästina” wurde nun am Beispiel des Referenten gezeigt, mit welchem Engagement sich für den Frieden zwischen den Menschen einsetzen kann: 1928 in Rumänien geboren, durchlebte der Jude Reuven die Schrecken des Holocaustes und entschied sich daraufhin, anderen Juden zur Flucht nach Palästina zu helfen, bis er diesen Schritt später selbst tat.

Heute wohnt der fast 83-Jährige seit über 60 Jahren im Nahen Osten und arbeitet ebenso lange für den Frieden. Im Laufe der Jahre erhielt er auch mehrere Auszeichnungen dafür, zuletzt Anfang diesen Jahres den Amos-Preis der Offenen Kirche.

Reuven Moskovitz erzählte zahlreiche lustige wie bewegende Anekdoten aus seinem Leben, zum einen, um die Friedlosigkeit der Menschen, zum anderen aber auch seinen unbedingten Willen zur Verbesserung dieses Missstandes zu verdeutlichen.

Gewaltbereitschaft

Doch natürlich kamen auch aktuelle Aspekte zur Sprache, über Politik, Semitismus und die Gewaltbereitschaft der Menschen. Frei nach der jüdischen Weisheit „Ein Held ist nicht jemand, der seinen Feind umbringt, sondern der sich ohne Unterlass bemüht, ihn zum Freund zu machen” betont der Gründer eines Kibbuz während seines Vortrages mehrere Male, dass die Gewalt einfach kein Weg ist.

Vielmehr sollen die Menschen - wie sein Buch „Der lange Weg zum Frieden” schon andeutet - „endlich den Weg zum Frieden finden”.

Um seinem Ziel von Frieden ein Stück näher zu kommen, hat Reuven Moskovitz vor vielen Jahren das Friedensdorf Newe Schalom gegründet. Diese „Oase des Friedens” ist ein Dorf in dem alle Religionen, alle Altersklassen und alle noch so unterschiedlichen Menschen friedlich zusammen leben.

Während seines Vortrages sorgte Reuven Moskovitz dann auch noch mit einer musikalischen Kleinigkeit für Begeisterung. Nach der Anekdote, wie er von einem kleinen Kind zu Kriegszeiten eine Mundharmonika geschenkt bekommen hat, spielte er in Anlehnung an die Nachricht, die er vermitteln möchte, „Die Gedanken sind frei”.

In der späteren Gesprächsrunde bot sich den Zuhörern dann noch die Möglichkeit, Reuven Moskovitz gezielte Fragen zu stellen, ob über generelle Sachen zu seiner Einstellung und seinem Wirken oder der aktuellen politischen Situation zwischen Israel und Palästina.

Beim Außenministerium

Doch auch wenn Reuven noch viel hätte erzählen und die Gäste noch viel hätten fragen können, so musste der fidele Mann dann schon bald wieder aufbrechen, da er am nächsten Tag in Berlin im Außenministerium erwartet wurde. Wiederkommen würde er jedoch jederzeit, lächelte er - überall hin, wo man ihn nett bittet.
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