„Besuch bei den Nachbarn“: Kita-Kooperation mit den Niederlanden

Von: Ines Kubat
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Besuche, Ausflüge, Kochen: Monique Martineau (zweite Reihe, rechts) und Claudia Wanninger (nicht mehr im Bild) von der städtischen Kita in Teveren und von der Kita Rakkertjes haben mit anderen Erzieherinnen ein Konzept entwickelt, wie sich die Kinder aus dem Grenzgebiet spielerisch kennenlernen können. Resi Hansen (zweite Reihe, links) hatte die Idee zu der Kooperation. Foto: Ines Kubat

Geilenkirchen-Teveren. Nicht viel mehr als 15 Autominuten liegen zwischen Kerkrade, Landgraaf und Teveren. Die Einwohner der Grenzorte sind beinahe direkte Nachbarn. Und dennoch: Als man sich gemeinsam in der städtischen Kita Teveren traf, um die Kooperation mit Kitas aus Kerkrade und Landgraaf zu besiegeln, wurde direkt eine Hürde in der Nachbarschaft deutlich: die Sprache.

Obwohl die Teilnehmer – Vertreter der Städte Geilenkirchen und Landgraaf sowie die Vertreter der einzelnen Kitas – allesamt durchaus sprachbegabt sind, beobachtete man immer wieder, wie große Fragezeichen in den Gesichtern der Gesprächsteilnehmer standen. Doch ganz locker sahen alle Beteiligten über manche Fehlerchen oder falsche Ausdrücke hinweg, beantworteten geduldig Verständnisfragen und lernten sich gegenseitig in entspannter Atmosphäre selbst erst kennen.

Früh Kontakt knüpfen

In einer ähnlich entspannten Atmosphäre sollen sich dann bald auch die Kleinkinder kennenlernen, die an dem neuen Konzept „Auf Besuch bei den Nachbarn“ beziehungsweise „Op visite bij de buuren“ teilnehmen. Sieben Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren der Kita Teveren und sieben Kinder von der niederländischen Seite aus Kerkrade und Landgraaf haben die Möglichkeit, bei dem Austausch mitzumachen.

Resi Hensen, Ortsvorsteherin in Grotenrath, ist die Ideengeberin der Kooperation. Bei einem Treffen mit dem niederländischen Beigeordneten der Stadt Landgraaf, René van der Valk, hatte sie von einem ähnlichen Projekt zwischen einer Herzogenrather Kita und einer niederländischen Einrichtung erfahren. Und diese ist sehr erfolgreich, berichtete van der Valk.

Deshalb habe Hensen angeregt, das Konzept auch in Teveren umzusetzen. „Viele Deutsche studieren in Maastricht, andersherum kommen auch viele Niederländer zum Leben und Arbeiten nach Deutschland“, sagte Resi Hensen, die selbst aus dem Nachbarland stammt. „In Zukunft müssen wir noch mehr zusammenarbeiten, um eine richtige Euregio zu werden.“ Und deshalb sollte man am besten so früh wie möglich anfangen, seine Nachbarn kennenzulernen.

Ihre Idee wurde von beiden Seiten enthusiastisch aufgenommen, die Ausarbeitung liegt nun aber bei den Kitas selbst. Deshalb ging es beim Auftakttreffen direkt ans Ideensammeln: Gemeinsam schmiedete man Pläne, sich gegenseitig bei landestypischen Festen wie St. Martin, Karneval und Sinterklaas zu besuchen, zusammen zu kochen und zu backen. Außerdem könnte man auch Ausflüge in die nähere Umgebung machen und die Eltern dabei ebenfalls mitnehmen.

Ganz bewusst bieten die Kitas das Projekt für Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren an. In diesem Alter hätten die Kinder noch keine Hemmungen, aufeinander zuzugehen – selbst wenn sie die anderen nicht auf Anhieb verstehen, erklären die Pädagogen beider Einrichtungen.

Spielerisches Lernen

Deshalb wollen die Erzieherinnen auch darauf verzichten, den Kindern die Sprache des jeweils anderen auf schulische Weise beizubringen, sondern wollen sie spielerisch damit konfrontieren: „Die Mädchen und Jungen sollen miteinander in Kontakt kommen, die Kultur und Bräuche des anderen Landes kennenlernen und Freunde werden. Die Sprachkompetenz kommt dann ganz automatisch, wenn sich die Kinder an den Klang der anderen Sprache gewöhnt haben“, berichtet Lucie Vanhommerig, Mitarbeiterin der Kita in Kerkrade, von den Erfahrungen aus dem Austausch mit der Herzogenrather Einrichtung.

Die ersten Schritte sind nun getan, und Ideengeberin Hensen will sich weiter beteiligen. Sie präsentierte ein Bilder-Wörterbuch, das vom Landschaftsverband Rheinland herausgegeben worden ist. Mit kindgerechten Zeichnungen werden darin wichtige Wortfelder dargestellt. Daraus wolle sie den Mädchen und Jungen regelmäßig vorlesen – zweisprachig, versteht sich.

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