Berufsinformationstag: Polizei seit Jahren als Spitzenreiter dabei

Von: Marie Eckert
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Gut besucht ist der Vortrag der Kreispolizei Heinsberg zu Studium und Ausbildung: Selbst die sonst bei Schülern oft unbeliebte erste Reihe des Klassenraums ist besetzt. Foto: Marie Eckert

Geilenkirchen. Robert Jansen erledigt noch die letzten Handgriffe. Beamer, Laptops, Adapterkabel – alles muss am Gymnasium St. Ursula sitzen, wenn die Referenten für den Studien- und Berufsinformationstag kommen. Jansen ist Lehrer, einer der Organisatoren, und damit Ansprechpartner und mit verantwortlich für den reibungslosen Ablauf.

Um kurz nach zehn Uhr morgens ist der Schulhof des Gymnasiums leer. Die Abiturienten sind weg, die Unter- und Mittelstufe ist im Unterricht, die Oberstufe – das sind 330 Schüler – ist in den Gebäuden verteilt, um sich über das, was nach der Schule kommen mag, zu informieren.

Seit 14 Jahren gibt es den Studien- und Berufsinformationstag am Gymnasium – damals war die Schule eine der ersten, die für ihre Schüler ein solches Angebot hatte, sagt Jansen. Gemeinsam mit zwei weiteren Lehrern hat er über 20 Referenten eingeladen, die den Oberstüflern bei der Studien- und Ausbildungswahl zur Seite stehen sollen.

„Der große Vorteil und Grundgedanke hinter dem Tag ist der direkte Kontakt zu externen Institutionen in bekannter Umgebung“, betont Jansen. „Das ist zwar aufwendiger zu organisieren, aber zielführender.“ Ein vergleichsweise niederschwelliges Angebot also, das in einem späteren Bewerbungsgespräch direkt Anknüpfungspunkte liefern könnte – schließlich kennen die Schüler dann schon den ein oder anderen Ansprechpartner. „Wir wissen, dass einige ehemalige Schüler tatsächlich das studieren, was sie sich hier angehört haben“, sagt Jansen.

Wobei es natürlich nicht darum gehe, zum Informationstag zu gehen und danach genau zu wissen, was man will. „Jede Info, die mir hilft, etwas auszuschließen, ist auch gut“, erklärt er. Jansen weiß, wovon er spricht: Bei inzwischen rund 19.000 Studiengängen, Ausbildungen, Work and Travel, dem Freiwilligen Sozialen Jahr und zahllosen anderen Möglichkeiten fällt es leicht, die Orientierung zu verlieren.

Das Spektrum auf dem Infotag ist daher bewusst breit gewählt: Polizei, Bundeswehr, IHK, Sparkasse, Fluglotsen und verschiedene Universitäten und Fachhochschulen aus der Region – um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen. Auch der Zeitungsverlag Aachen mit dem Regionalchef Thorsten Pracht ist zu Gast. Der berichtet über den Journalismus in Ausbildung, Studium und Beruf.

„Zwei Drittel der Referenten kommen seit Jahren zu uns, kommen gerne zu uns, und sind eine feste Konstante geworden“, sagt Jansen. In den vergangenen Jahren hatten die Schüler die Planung für den Tag selbst in die Hand genommen. „Die waren dann für alles verantwortlich – vom ersten Kontakt über die Betreuung tagsüber in der Schule bis zum Abschluss.“

Viele der Schüler hätten von dieser Erfahrung noch lange positiv gesprochen. Jansen hatte das Schülerteam in einem Projektkurs untergebracht, in dem die Veranstaltung organisiert wurde. „Dafür war in diesem Jahr keine Zeit.“ Für den nächsten Infotag solle das aber wieder anders aussehen, sagt Jansen: „Die Schüler sind einfach mehr am Puls der Zeit als wir.“

Aus den rund 20 Angeboten musste jeder Schüler aus der zehnten und elften Klasse zwei Vorträge wählen, die ihn interessieren. „Mit jeweils über 20 Teilnehmern sind die Polizei, die Bundeswehr, Journalismus und das Studium der Sozialen Arbeit Spitzenreiter“, sagt Jansen.

Und tatsächlich: Wie schon in den Jahren zuvor ist beim Vortrag der Kreispolizeibehörde Heinsberg der Klassenraum bis fast auf den letzten Platz besetzt. Es geht um das Profil, das der Bewerber mitbringen sollte, um das Auswahlverfahren, um den Bachelorabschluss und natürlich um die verschiedenen Einsatzgebiete.

Spannend und vielfältig sei der Beruf, betont Erik Dohmen, Personalwerber der Kreispolizei. „Wer 30 oder 40 Jahre bei der Polizei war, hat selten immer nur dasselbe gemacht.“ Aber: „Der ‚Tatort‘ aus dem Fernsehen ist nicht der Polizeialltag“, bekennt er mit einem Augenzwinkern. 2300 Stellen seien ab dem 1. September in NRW neu zu besetzten – immerhin 400 mehr als im vergangenen Jahr, sagt Dohmen. „Die innere Sicherheit ist in den vergangenen zwei Jahren ein größeres Anliegen geworden, daher gehen auch die Einstellungszahlen hoch.“

Parallel zu Dohmen war die Industrie- und Handelskammer im Altbau der Schule mit zwei jungen Referenten unterwegs. Jan Breuer macht eine Ausbildung zum Metallgestalter – ehemals Schmied und Schlosser – und Annalena Schmitz ist eine Kauffrau für Büromanagement in der Ausbildung. Vor einigen Jahren noch war sie selbst Schülerin des Gymnasiums. Die beiden haben nach einem abgebrochenen Studium ihre Ausbildung angefangen – und wollen den Schülern deutlich machen, dass nicht immer alles gradlinig verlaufen muss. Und dass ein Abitur ein Studium zur Folge haben kann, aber keineswegs muss.

Nach der ersten Vortragsreihe am Vormittag treffen sich Referenten und Organisatoren in der Schulcafeteria, alle sind guter Dinge. Jeder Redner ist an diesem Tag zweimal dran – damit die Schülerinnen und Schüler genau die Vorträge hören konnten, die sie besuchen wollen und die sie weiterbringen.

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