Berufsinfo-Tag: Ehrliche Antworten auf die Fragen

Von: Ines Kubat
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Referendarin Charlotte Foerster berichtete beim „Tag der Studien- und Berufsorientierung“ einer Schülergruppe von ihren Erfahrungen im Lehramtsstudium. Offen und direkt gab sie dabei Auskunft über Vor- und Nachteile. Foto: Ines Kubat

Übach-Palenberg. „Wer von Euch sitzt hier, weil er das Fach Mathematik loswerden will?“, fragt die Masterstudentin Hannah Gruchow in die Runde der Schüler. Eine Hand schnellt sofort nach oben. Doch die 22-jährige Referenten muss den Schüler enttäuschen. „Wenn du Biotechnologie oder eine andere Naturwissenschaft studieren willst, wirst du Mathe leider niemals los.“

Es sind solche direkten und ehrlichen Antworten, die die Schüler auf ihre Fragen beim Tag der Studien- und Berufsorientierung des Carolus-Magnus-Gymnasiums von den Referenten bekommen.

Zum ersten Mal konnten die zehnten, elften und zwölften Klassen des Gymnasiums und der Gesamtschule das Angebot nutzen, sich über verschiedene Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren.

Die Schule sieht diesen Tag als Teil ihrer Beratungsaufgabe, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Renate Schwab: Denn er könne Schülern, die noch keinen blassen Schimmer davon haben, welchen beruflichen Weg sie nach der Schule einschlagen wollen, eine Orientierung bieten, sagt Schwab. Und für manche Jugendliche sei der Morgen eine echtes Schlüsselerlebnis, weiß die Lehrerin aus der Erfahrung an anderen Schulen: „Einige Schüler sind noch Jahre später auf mich zugekommen und haben berichtet, dass ein Vortrag sie zu genau dem Weg animiert hat, den sie später tatsächlich eingeschlagen haben.“

Und dass es zwischen vielen verschiedenen Wege zu wählen gilt, zeigt die Liste der angebotenen Vorträge, darunter vor allem Studienfächer wie Jura, Bio, Chemie, Maschinenbau oder Kommunikationsdesign. Aber auch über Ausbildungsgänge beispielsweise bei der IHK oder über die Laufbahn zum Journalisten konnten die Schüler mehr erfahren.

„Aus Erfahrung wissen wir, dass rund ein Drittel der Schulabgänger studiert, ein weiteres Drittel beginnt eine Ausbildung“, sagt Schwab. Das Restmache ein sogenanntes Gap Year. Das bedeutet, dass sich die jungen Erwachsenen ein Jahr Zeit für eine weitere Orientierung nehmen. „Realitäts-Check“ nennt das Schwab. Deshalb habe sie auch einen Vortrag zum Freiwilligen Sozialen Jahr mit ins Programm aufgenommen.

Je nach individueller Neigung wählen die Jugendlichen aus der Liste vier verschiedene Vorträge, lauschen zunächst den Rednern und dürfen dann eigene Fragen stellen.

Charlotte Foerster, Referendarin an der Schule, stellt das Lehramtsstudium vor. Ihr Resümee: „Die Schüler sind sehr interessiert, daran sieht man den Bedarf eines solchen Tages.“ Noch lange nach ihrem Vortrag ist sie umringt von jungen Leuten, die sie mit allerlei Fragen zu ihrem Beruf löchern – unter anderem zum Zeitaufwand während des Studiums.

„Ich finde diesen Vormittag sehr hilfreich – vor allem, weil man alle Fragen ganz offen stellen kann und von persönlichen Erfahrungen berichtet wird.“ Selbst das Thema Bezahlung könne ganz offen diskutiert werden, erzählt die 16-jährige, die sich gerade über Neurowissenschaft informiert hat.

Ähnlich geht es ihren Klassenkameradinnen Isabelle Illig und Tharsana Thavayogarajah, die sich einen solchen Tag häufiger wünschen, aber gleichzeitig anmerken, dass es schön wäre, beim nächsten Mal vorab individuelle Wünsche zu den Vortragsthemen einbringen zu dürfen.

„Wer von Euch möchte nach allem, was ich erzählt habe, dennoch Biotechnologie studieren“, fragt die Studentin Hannah Gruchow abschließend ihre Zuhörer. Und wieder schnellt derselbe Arm in die Höhe wie zu Anfang. Ihn scheint sie überzeugt zu haben - trotz des Mathe-Anteils im Studium.

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