Bernd Krückel: Rücktrittsforderung ein „Possenspiel“

Von: Udo Stüßer
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Bernd Krückel, Wilhelm-Josef Wolff und Resi Hensen bei der CDU-Versammlung im Januar, an deren Folgen der Stadtverband immer noch laboriert. Nun, rund acht Monate später, stärkt Krückel dem Parteivorstand den Rücken und greift die Stadtverordneten Barbara Slupik und Karl-Peter Conrads in einem Brief scharf an. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. In den CDU-internen Streit mischt sich nun auch der CDU-Kreisvorsitzende Bernd Krückel (MdL) ein. Vor der Versammlung des Geilenkirchener CDU-Stadtverbandsvorstandes am Mittwochabend hat er in einem Brief, der unserer Redaktion vorliegt, die Vorstandsmitglieder gebeten, im Amt zu bleiben.

Und „die Situation in der gebotenen Ruhe aufzuarbeiten und nicht in den Stil von Herrn Conrads und Frau Slupik zu verfallen“.

Wie berichtet, hatten nach dem Wahldebakel am Sonntag die Stadtverordneten Barbara Slupik und Karl-Peter Conrads den Rücktritt von Parteichefin Theresia Hensen und ihrer Vertreter gefordert. „Dass diejenigen, die durch ihr Verhalten maßgeblich zu der Wahlniederlage von Ronnie Goertz und der CDU beigetragen haben, nun den Rücktritt der Stadtverbandsvorsitzenden fordern, ist schon ein besonderes Possenspiel“, schreibt Krückel, dem eine Teilnahme an der Vorstandssitzung aufgrund von Verpflichtungen im Landtag am Mittwochabend nicht möglich war.

Der Kreisvorsitzende stellt klar, dass eine Mitgliederversammlung im Januar mit deutlicher Mehrheit einen Bewerber für die Kandidatur zum Bürgermeisteramt nominiert habe, der Vorstand allerdings erst im April gewählt wurde.

Während sich andere verweigert hätten, habe die neue Vorsitzende Resi Hensen mit ihrem Vorstandsteam die schwierige Aufgabe wahrgenommen, den Stadtverband in die Bürgermeisterwahl zu führen. Er wolle nun nicht bewerten, welche Rolle die mit deutlicher Mehrheit unterlegenen Mitbewerber gespielt hätten.

Allerdings geht Krückel in seinem Brief auf „zwei handelnde Personen“ ein: Barbara Slupik, die aufgrund ihres Amtes als Pressesprecherin eine besondere Verantwortung gehabt hätte, sei dieser Verantwortung nicht gerecht geworden. Eine Pressesprecherin habe eine dienende und unterstützende Funktion, bei der die Mehrheitsmeinung des Verbandes und nicht persönliche Ansichten im Vordergrund zu stehen hätten. „Insbesondere durch den öffentlich inszenierten Rücktritt und weitere Pressemitteilungen wurde dem CDU-Stadtverband Geilenkirchen durch Barbara Slupik Schaden zugefügt“, schreibt Krückel.

Die Schlüsselrolle, die dazu geführt habe, dass der CDU-Stadtverband als zerstritten wahrgenommen werde, habe Karl-Peter Conrads eingenommen. Bei der Nominierungsveranstaltung des Bürgermeisterbewerbers habe Conrads versucht, die Versammlung für seine Sicht der Dinge zu gewinnen.

Bei den Anhängern aller Bewerber sei dies mit Unverständnis zur Kenntnis genommen worden. Zahlreiche Unmutsbekundungen aus den Reihen der Anwesenden hätten dies deutlich gemacht. „Schnell wurde deutlich, dass ein selbstgefälliger Mann in seiner Eitelkeit gekränkt war und alles unternehmen würde, dem Kandidaten und der CDU Steine in den Weg zu legen“, erklärt Krückel. Nach zahlreichen zweifelhaften E-Mails von Conrads, die vieles zum Gegenstand gehabt hätten, aber nichts, was der CDU und ihrem Kandidaten genutzt hätte, „war die E-Mail von Herrn Conrads vom 14. September 2015 der Gipfel des Zynismus“.

In dieser E-Mail vom 14. September, die ebenfalls unserer Redaktion vorliegt, wirft Conrads dem Goertz-Lager vor, den Bürgerlisten-Kandidaten Christian Kravanja diffamiert zu haben. Conrads schreibt in dieser Mail, dass für ihn Herabwürdigung kein geeignetes Wahlkampfmittel sei. Er bedauere sehr, dass ein derartiges Verhalten, und wenn auch nur einzelne Wahlkämpfer in Form von „nützlichen Idioten“, möglich gewesen sei und entschuldige sich als CDU-Mitglied hierfür. Diese von Krückel angesprochene Mail war nur eine von mehreren, die Conrads an Parteimitglieder verschickt hat.

Krückel schreibt zur Mail vom 14. September: „Der Sachverhalt, den Conrads schildert, hat meiner Wahrnehmung nach im Wahlkampf keine Rolle gespielt, bis Herr Conrads diese Umstände durch seine E-Mails zigfach an die Öffentlichkeit gebracht hat.“

Abschließend stellt Krückel fest, dass das Verhalten von Conrads kein parteischädigendes Verhalten im Sinne der Satzung sei. „Dass er aber bewusst, gezielt und nachhaltig der Partei Schaden zufügt, steht außer Frage.“

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