Benefizkonzert mit acht Chören: Singen für die Sankt-Petrus-Kapelle

Von: Johannes Gottwald
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Junge, frische Takte hatten Norbert Breuer (l.) und das gemischte Ensemble „res musica” (Bild) mit ins Konzert in der CMG-Aula gebracht. Darunter auch Musik aus Disney-Stücken sowie schmissige Abba-Titel. Foto: Gottwald

Übach-Palenberg. Die romanische St.-Petrus-Kapelle ist sicherlich das mit Abstand älteste Bauwerk im Stadtgebiet von Übach-Palenberg. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs gelegen, ist sie darüber hinaus auch für zahllose Pendler und Zugreisende aus der Region, die regelmäßig die Regionalbahn nach Mönchengladbach/Aachen benutzen, ein wohlbekannter Blickfang.

Leider weist das kleine Gotteshaus schon seit Jahren Gebäudeschäden auf, die in den vergangenen Jahren derart gravierend wurden, dass nunmehr eine umfassende Sanierung von Dach und Dachstuhl unumgänglich ist. Infolge der ständig zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen kann das Bistum Aachen jedoch nur einen Teil der veranschlagten Kosten übernehmen.

Die neue Großgemeinde St. Petrus muss einen Eigenanteil in Höhe von 90.000 Euro selbst aufbringen.

Um die notwendigen Baumaßnahmen möglichst bald angehen zu können, wurde eine große Spendenaktion gestartet. In deren Rahmen fanden sich auch zahlreiche kirchliche und weltliche Chöre aus dem Stadtgebiet zusammen, die gemeinsam ein großes Benefizkonzert in der Aula des Carolus-Magnus-Gymnasiums organisierten.

Bei der Planung des Projektes kam man überein, nicht nur für die Renovierung der Petruskapelle, sondern auch für die Übacher Tafel zu sammeln, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert.

Zahlreiche Bürger aus der Stadt waren der Einladung in das Pädagogische Zentrum gefolgt. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte, hob in einem kurzen Grußwort die besondere Bedeutung des Gesanges für die Gesellschaft hervor. Singen im Chor habe nicht nur eine soziale Komponente, sondern fördere auch Intelligenz und seelisches Wohlbefinden, zumal der Mensch mit dem Gesang die ganze Bandbreite seiner Gefühle zum Ausdruck bringen könne. Im Hinblick auf die Spendensammlung am Ausgang zitierte Jungnitsch einen Ausspruch von Pater Konrad Boja: „Es ist genug Geld da - nur in den falschen Taschen.”

Mittlerweile standen bereits die Sängerinnen des Frauenchores „TonArt” auf ihren Positionen. Unter der Klavierbegleitung ihres Dirigenten Herbert Günther intonierten sie den Schlager „Top of the world” von den Carpenters, das „Halleluja” von L. Cohen und schließlich noch mit viel Temperament den populären Les-Humphries-Hit „Mama Loo”.

Der gemischte Chor „res musica” unter Leitung von Norbert Breuer begann mit dem Gesang „Go the distance” aus dem Walt Disney-Musical „Hercules” und leitete dann zu zwei Titeln der schwedischen Gruppe Abba über, die man bei „res musica” offenbar besonders schätzt. „Mamma Mia” beeindruckte dabei mit klangvollen Stimmen, in der Intonation anders bei „Thank you for the music”.

Den Werkschor Schlafhorst kennt man für gewöhnlich als reinen Männerchor, aber diesmal hatte sich der Dirigent Helmut Esser mit den Frauen des Beggendorfer Kirchenchores Verstärkung geholt. Für das Programm hatte man „Kölsche Tön” ausgewählt. Nach dem einleitenden „Joden Dach” von den Bläck Fööss folgte der Schunkelwalzer „Am Dom zo Kölle” , der etwas oberflächlich daherkam.

Um so prickelnder wirkte dagegen der „Trizonesien-Song”, der auf heitere Weise die unmittelbare Nachkriegsepoche Ende der 1940er Jahre schildert. Der schwungvolle Schlagzeug-Rhythmus des Keyboards ließ rasch den Funken aufs Publikum überspringen, das spontan mitklatschte. Perfekte kölsche Nostalgie bot das abschließende „Wenn et dunkel weed in Kölle”. Diese Lieder zeigten nicht nur die Vorliebe des Chorleiters für dieses Genre, sondern waren auch Werbung in eigener Sache: Für Ende August ist in Beggendorf eine „Kölsche Nacht” geplant.

Der gemeinsame Auftritt der Chöre von St. Fidelis aus Boscheln und Cäcilia aus Frelenberg begann bereits noch ehe die Sängerinnen und Sänger die Bühne erreicht hatten: Schon beim Erheben von den Sitzen begannen sie, den Gospel-Refrain: „Immer wieder will ich singen, o Lord” anzustimmen.

Oben angekommen erklang zunächst gemeinsam das Lied des NRW-Sängerbundes „Come together”. Unter der Begleitung von Chorleiter Wilfried Hirche sang zunächst der Cäcilienchor Frelenberg „The Rose” von A. Mc Broom sowie den bekannten Udo Jürgens-Song „Ich war noch niemals in New York”, wonach der St.-Fidelis-Chor sich mit „Auf ihr Freunde, lasst uns singen” und dem getragenen russischen Volkslied „Abendwind” in der Fassung von Otto Groll anschloss. Als Abgesang beim Verlassen der Bühne ertönte dann von neuem der Gospel, bis die Sänger wieder auf ihren Plätzen saßen.

Der Kirchenchor St. Dionysius Übach war der nächste im Programm und brachte zu Beginn mit dem festlich-heiteren „Schöne Welt” von A. Kempkens den ersten a-cappella-Gesang dieses Abends. Bei dem launigen Trinklied „Bring noch ne Flasche Wein” von R. Pappert und einem amerikanischen Volkslieder-Potpourri begleitete Michael Sieprath selbst am Klavier.

Dann folgte noch der überraschend stark besetzte Kirchenchor St. Rochus Scherpenseel, der ebenfalls unter der Leitung von Michael Sieprath steht. Die „Amboss-Polka” von K.-H. Steinfeld wartete mit einem besonderen Klangeffekt auf: Ein Chormitglied schlug tatsächlich den Rhythmus mit einem kleinen Schmiedehammer, den er auf eine Metallfläche niedersausen ließ.

Mit dem idyllischen „Aus der Jugendzeit” nach einem Text von Rückert und „Musik erfüllt das Leben” hatte man noch zwei weitere a-cappella-Lieder im Programm. Erfreulich für die Zuhörer, dass der Chorleiter auch auf unbegleitetes mehrstimmigen Singen großen Wert legt. Das „fröhliche Weinland” entfaltete sich dagegen als ein walzerseliges Loblied auf den deutschen Wein.

Zum Schluss wurden nochmals alle Sängerinnen und Sänger nach vorne gebeten und vereinigten sich bei dem Gesang „Fröhlich klingen unsere Lieder” zu einem stimmgewaltigen Gesamtchor.

Aber auch ein „prominentes” Geburtstagskind wurde nicht vergessen: Nachdem der rauschende Beifall der Zuhörer verklungen war, lud Michael Sieprath Chöre und Publikum zum gemeinsamen Singen ein: Der Kanon „Viel Glück und viel Segen” galt Pater Konrad Boja, der kürzlich sein 75. Lebensjahr vollendet hatte.
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