Belegschaft läutet den Arbeitskampf ein

Von: Markus Bienwald
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Wir sind die Metaller: Zusammenstehen für mehr Lohn, eine flexiblere Altersteilzeit und Bildungszeit, das war am Montag beim Warnstreik beim Maschinenbauer Saurer.Schlafhorst angesagt. Fotos (3): Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald
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Rund 200 Kollegen nahmen an der Kundgebung im Hof des Carolus-Magnus-Centrums teil, noch 100 weitere waren Teil des Marsches durch die weitläufigen Werkshallen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Gellende Pfiffe aus Trillerpfeifen waren am Montag noch weit im Umfeld der Firma Saurer.Schlafhorst und des angrenzenden Carolus-Magnus-Centrums (CMC) zu hören. Anlass dazu war der Warnstreik von mehr als 300 Kollegen, die sich in der Tarifrunde 2015 der IG Metall Gehör verschaffen wollten.

Zwar traten nicht alle der Warnstreikenden auch mit vor die Tür – manchen war es aufgrund fehlender Jacken einfach zu kalt –, doch gut 200 dürften es gewesen sein, die am kurzen Marsch vom Portal des Maschinenbauunternehmens bis zum Innenhof am CMC teilnahmen.

Auf Transparenten und einzeln getragenen Buchstaben war immer wieder das Wort „Wir“ zu lesen. Was dahinter steckt, erklärte Achim Schyns von der IG Metall Aachen über die tragbaren Lautsprecher. „Wir wollen Teilhabe an den guten Ergebnissen der Metall- und Elektroindustrie, erzielt durch gute Arbeit“, rief er die erste der insgesamt drei Forderungen der IG Metall in der laufenden Tarifrunde aus. So hätten die Arbeitgeber auch nach zwei Verhandlungsrunden kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, wie Schyns unterstrich.

Doch gerade die Einkommenserhöhung von 5,5 Prozent nutze den Menschen in den Betrieben und der Konjunktur im Lande. „Deutschland lebt zwar vom Export, doch mit einer Lohnerhöhung können wir auch die Binnennachfrage stärken“, rechnete der Gewerkschaftsvertreter vor. Zudem seien die Kassen der Arbeitgeber durch die florierende Konjunktur voll, und das Angebot der Arbeitgeber von 2,2 Prozent empfand er als „Frechheit“.

Zweite Forderung war ein besserer Tarifvertrag für die Altersteilzeit. Schyns sprach hier von einem „fairen und flexiblen Übergang in den Ruhestand“. Zudem sollte es den heutigen Arbeitnehmern morgen ermöglicht werden, ihren wohl verdienten Ruhestand auch zu genießen, statt aus gesundheitlichen Gründen auszuscheiden.

Es entspreche einem falschen Menschenbild, wenn von Arbeitgeberseite erwartet werde, dass die Leute so lange arbeiten, bis sie nicht mehr können. „Jeder muss die Chance haben, gesund aus dem Betrieb heraus gehen zu können, seine freie Zeit zu genießen und nicht gleich ins Lazarett zu müssen“, so Schyns.

Den von Arbeitgeberseite oft vorgebrachten Einwand, über die Altersteilzeit gingen Fachkräfte verloren, ließ Schyns ebenfalls nicht gelten, was ihn gleich zur dritten Forderung in der Tarifauseinandersetzung führte: geförderte Bildungszeiten.

„Wir wollen vor allem den Jüngeren Bildungschancen für den beruflichen Aufstieg eröffnen“, betonte der IG-Metall-Bevollmächtigte. Wer sich weiterbilden wolle, solle sich dafür auch freistellen lassen können, fand Schyns. „Damit nicht immer nur in höheren Positionen weitergebildet wird“, kommentierte er die sogenannte Bildungsteilzeit.

Unter dem Applaus der Kollegen rief Schyns dazu auf, sich am Freitag an der Kundgebung vor der nächsten Verhandlungsrunde in Mülheim zu beteiligen. „Um 9 Uhr werden dort mehr als 2000 Beschäftigte aus der Metallbranche erwartet“, so Schyns, „kommt da hin, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen.“

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