Beim „Go West” auch mit dem Rollstuhl durch das Land

Von: g.s.
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Piet Severens, Katja Welter, J
Piet Severens, Katja Welter, Jo Zaad, Martin Ridderbeks (v.l.) und Rollstuhlfahrer Dieter Wauben sehen dem „Go West” Tag mit erstem Barrierefreien Wanderweg mit Freude entgegen. Foto: Georg Schmitz

Gangelt. Behinderte Menschen sehen sich täglich mit Problemen konfrontiert, und besonders Rollstuhlfahrer ist es oftmals nicht vergönnt, den kürzesten Weg zu ihrem Ziel zurücklegen zu können. Auch Dieter Wauben werden „Steine in den Weg” gelegt, wenn er unterwegs ist, denn seit seinem schweren Verkehrsunfall im Selfkant im Jahr 1997 ist er an den Rollstuhl gefesselt.

Als Telefonist ist er im Rathaus der Gemeinde Selfkant in Tüddern beschäftigt; seine Bewegungsfreiheit wird wohl Zeit seines Lebens eingeschränkt bleiben. Umso mehr freut sich Dieter Wauben, dass es barrierefreie Wege gibt, zu dem sich nun auch eine sieben Kilometer lange Strecke gesellt.

Jedenfalls temporär, denn der Wandersportverein „De Grenslopers” aus Schinveld hat in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband „Der Selfkant” für Sonntag, 7. August, zur dritten grenzüberschreitenden „Go West”-Wanderung eingeladen.

Diesmal haben die Organisatoren erstmals eine barrierefreie Tour abgesteckt, die es Rollstuhlfahrern erlaubt, die Fahrt ohne Hindernisse zu bewältigen. Die als „Volk der Fahrradfahrer” in Europa bekannten Niederländer sind auf diesem sportlichen Gebiet sehr aktiv. Das bestätigen Martin Ridderbeks, Piet Severins und Jo Zaad von den „Grenslopers”. Ihr Verein hat 104 Mitglieder, die allesamt auf den Fußmarsch schwören.

Im Infocenter in Gangelt berichtet das Trio von der Wanderlust der Holländer, auf die vor vier Jahren zufällig einige Vertreter der Gemeindeverwaltung Gangelt aufmerksam wurden. Da legte eine „Riesengruppe” von niederländischen Wanderern eine Pause in Gangelt ein. Weit über tausend waren es, und dieser Umstand versetzte die Gangelter in Erstaunen. An die Adresse der Grenslopers gerichtet kam von Gangelter Seite die Frage: „Lässt sich so eine Wanderung nicht auch bei uns umsetzen?”

Start ist in Gangelt

Die große Wanderung ließ sich auf deutsches Terrain umsetzen, denn bereits ein Jahr später startete die erste dieser Art am Rathaus in Waldfeucht. Dafür fand man eigens den Namen „Go West”, der auch beibehalten wird. Im vergangenen Jahr erfolgte der Start für die sieben, 10, 15 und 20 Kilometer langen Strecken am Rathaus in Tüddern, diesmal ist Gangelt an der Reihe.

Den barrierefreien Aspekt brachte Katja Welter, Geschäftsführerin des Zweckverbands „Der Selfkant”, ins Spiel, und die fleißigen Männer der Grenslopers suchten eine entsprechende Strecke aus. So führt die sieben Kilometer lange, hindernisfreie Tour ausschließlich über gut begehbare Wege und Pfade und ist für Rollstuhlfahrer bestens geeignet.

Dieter Wauben ist begeistert, denn er hat die Route mit seinem Rollstuhl schon ausprobiert. Katja Welter lobt die gute Zusammenarbeit auf menschlicher Basis mit dem niederländischen Verein. „De Grenslopers” ist dem „Limburgse Wandelsport Bond” (LWB) angeschlossen, deshalb sind alle Teilnehmer der Wanderung am 7. August auch gegen körperliche Schäden versichert.

Die Startzeiten für die Strecken sind je nach Länge unterschiedlich. Zwischen 8 und 15 Uhr können die Wanderer für die 7-km-Strecke anreisen. Bis 14 Uhr erfolgt der Start für die zehn Kilometer, bis 13 Uhr für die 15 Kilometer und bis 12 Uhr für die 20 Kilometer-Route. An mehreren Stellen können Pausen eingelegt werden, so befindet sich ein Ruhepunkt am „Nonke Buusjke”, ein weiterer im Pfarrheim Stahe.

Aufsicht per Fahrrad

Die drei Männer der Grenslopers sind angetan von der Schönheit der Landschaft um den Rodebach, durch die die Wanderung führt. 40 aktive Mitglieder werden bei „Go West” mit Fahrrädern unterwegs sein und nach dem Rechten sehen. Am „Nonke Buusjke” und am Rathaus werden die Wanderer zudem musikalisch empfangen.

Startpunkt ist das Rathaus Gangelt, die Strecke ist ausgeschildert. Kosten für die anmeldefreie Teilnahme liegen bei 2 Euro. Mitglieder des Wandervereins bezahlen 1 Euro, und für Kinder ist die Teilnahme kostenfrei.
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