Beifallsstürme für Merkozy

Von: Georg Schmitz
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Beifallsstürme gab es für Ma
Beifallsstürme gab es für Maria Grund-Scholer und René Steinberg für ihre Show „Lachen Live” in der Aula der Realschule. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Maria Grund-Scholer und René Steinberg persiflieren Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, und auf diesem Gebiet zählen sie zu den Besten ihres Genres in Deutschland. Bei WDR2-Hörern ist das Duo längst Kult, denn mit ihren Radiosatiren begeistert es seit Jahren die Hörerschaft.

Besonders beliebt sind ihre „Von der Leyens”, die fast tagtäglich einen nicht allzu ernst zu nehmenden Einblick in das Familienleben der Ministerin erlauben. Jetzt waren Maria Grund-Scholer und René Steinberg mit ihrer „Lachen live”-Show in Geilenkirchen zu Gast und rissen das Publikum in der mit knapp 300 Besuchern ausverkauften Aula der Realschule mit.

Aus Gelsenkirchen angereist

Der Rurtal-Produktion und der Raiffeisenbank Heinsberg war es gelungen, die Kabarettreihe der Stadt Geilenkirchen um den Faktor „Sarko de Funes” und „Von der Leyens” zu bereichern. Zwischen Stadtlohn am Vortag und Kamp-Lindfort hatte das Duo ein Gastspiel in Geilenkirchen eingeschoben. Und hier ist ein interessantes Kuriosum zu berichten, denn ein Paar war sogar für „Lachen live” aus dem 150 Kilometer entfernten Gelsenkirchen angereist. Es hatte beim WDR Karten für die Vorstellung bestellt, in dem Glauben, die sei in Gelsenkirchen. Aber auch in Geilenkirchen hatten die beiden Besucher ihren Heidenspaß, wie sie am Ende bestätigten.

Schon vor Programmbeginn ließ eine Durchsage mit täuschend echt gemimter Stimme von Angela Merkel die Zuhörer aufhorchen: „Achtung, Achtung. Hier spricht die Bundeskanzlerin. Es könnte heute Abend etwas eng werden. Wenn Sie einen leeren Platz neben sich entdecken, geben Sie sich einen Ruck zur Mitte.” Bevor es losging bekannten Grund-Scholer und Steinberg erst einmal, dass man sich anfangs beim Sender die Frage gestellt habe „Radio zum Anfassen - wie soll das gehen?”. Doch die Zuschauer durften sich dann zwei Stunden lang davon überzeugen, dass dies geht.

Eine Stimmparodie habe die Eigenschaft, dass sie sich ein besonderes Merkmal des zu Parodierenden vorknöpfe und dieses dann gnadenlos verstärke. René Steinberg nahm zunächst Ronald Pofalla, die „einzige Schleimgrätsche” der Partei, aufs Korn, bevor die Besucher erst einmal vor dem „kleinen französischen Kampfhähnchen” Sarkozy gewarnt wurden.

Die Mischung aus Nicolas Sarkozy und Louis de Funes war es, die der Parodie die Krone aufsetzte. „Eijeijeijeijei”, Steinberg wirbelte mit nimmer endendem Wortschwall über die Bühne, während Grund-Scholer zu diesem Zeitpunkt eher etwas zaghaft in Erscheinung trat. Das änderte sich aber, als „Angela Merkel” die Bühne betrat. „Guten Abend meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Untertanen. Danke, dass Sie mich bei der letzten Bundestagswahl gewählt haben - selber schuld.”

Als Ursula von der Leyen rief Maria Grund-Scholer dazu auf, das Bildungspaket als „Singendes Bildungspaket” zu vertonen und auch zu ertanzen. „Es muss ein Lied sein, was die einfachen Menschen hier im Saal auch verstehen”, ließ sie das Publikum wissen. Es folgte Pointe auf Pointe, und so war alsbald auch die Finanzkrise zum Thema auserkoren, denn es müsse dringend eine neue EU-Währung her. „100 Fiasko gleich ein Debakel”, bezifferte Grund-Scholer die kommende gemeinsame Währung.

Pofalla, Westerwelle und Rösler mussten im Laufe des Abends ebenfalls herhalten und selbst Reiner Calmund wurde satirisch in Szene gesetzt. „Calmunds” Tipp bei einer Unterzuckerung: „Ein Glas Nutella in die Mikrowelle stellen und dann schnell trinken.” René Steinberg glänzte besonders durch seine improvisierten Sprüche, über die selbst seine Kollegin Maria Grund-Scholer herzhaft lachen musste.

Natürlich hatte er auch die aktuelle politische Situation in Frankreich in das Programm aufgenommen: „Hollande wird total überbewertet. Wer braucht schon Tulpen, Fritten und Fla und kleine orangefarbene Männchen, die niemals Fußball-Weltmeister werden?” Die Besucher waren begeistert, und sie äußerten dies immer wieder durch lang anhaltenden Beifall.
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