Gangelt - Begehung des Rathauses für Behinderte „ernüchternd”

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Begehung des Rathauses für Behinderte „ernüchternd”

Von: hama
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Vorbildlich das Infocenter in Gangelt, „ernüchternd” die Bestandsaufnahme im Gangelter Rathaus: Menschen mit Mobilitätshilfen testen öffentliche Anlagen in Gangelt, Selfkant und Waldfeucht. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Ernüchternd”: so umschrieb Josef Aretz das Ergebnis einer Begehung des Gangelter Rathauses mit Menschen, die auf eine Mobilitätshilfe wie Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Im Rahmen des Leader-Projektes „Der Selfkant” werden zwischen den Handlungsfeldern „Demographischer Wandel”, „Sorglos leben” und „Nahversorgung, Mobilität und bürgerschaftliches Engagement” gemeinsame Projekte definiert.

Marcel Ballas und Josef Aretz, die Vorsitzenden des Arbeitskreises „Demographischer Wandel”, organisieren eine Untersuchungsreihe in den drei Gemeinden Waldfeucht, Selfkant und Gangelt.

Durch eine Gruppe von Menschen, die auf Rollstühle oder Rollatoren angewiesen sind, wurde die Barrierefreiheit der öffentlichen Räume und Gebäude getestet. Die Ergebnisse sollen in das Modellprojekt „Der Selfkant - sicher mobil!” einfließen.

Vor dem Gangelter Rathaus ist schon das Kopfsteinpflaster auf der leichten Steigung ein Problem. „Die Türen kriegten die Rollifahrer alleine nicht auf. Sie mussten sich über den Klingelknopf Hilfe holen”, so Josef Aretz, der unter anderm von Verena Scheuvens vom St.-Josef-Altenheim begleitet wurde.

Es gibt im Rathaus keinen Aufzug. Dann kommen die Mitarbeiter aus der oberen Etage, die nur über die Treppe zu erreichen ist, zu den Kunden ins Erdgeschoss. „Positiv ist hier anzumerken, dass das immer wieder praktiziert wird und für alle Zwecke ein separater Raum zur Verfügung steht”, so Aretz.

Auch die Toiletten sind nicht behindertengerecht und auch für Rollatorfahrer schwer zu erreichen. „Naja”, so Aretz, „das Rathaus ist 30 Jahre alt und würde so heute sicher nicht mehr genehmigt!” Rundherum zufrieden waren Josef Aretz und seine Testpersonen mit der Situation im Infocenter.

Alle Räume sind erreichbar. Zwar würde man sich für die Behinderten-Toilette einen Euroschlüssel, der europaweit auf alle an diesem Projekt beteiligten Anlagen passt, wünschen. Man findet aber ausreichend Platz, ein Waschbecken, wie man es sich besser kaum wünschen kann, und zwei Notrufknöpfe.

„Vorbildlich”, hieß es da. Demnächst stehen die öffentlichen Einrichtungen in Gangelt und Selfkant auf dem Programm.
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