Bauland und Gewerbegrundstücke sind gefragt

Von: Udo Stüßer
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Im neuen Gewerbegebiet Niederheid wird fleißig gebaut. Es herrscht rege Nachfrage nach Gewerbegrundstücken. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Die Stadtverwaltung hat von der Politik einen klaren Auftrag erhalten: In Absprache mit der Entwicklungsgesellschaft soll sie ein Strategiepapier für die zukünftige Baulandentwicklung erarbeiten. Dieses Strategiepapier soll für die Entwicklung von Bauland richtungsweisend sein.

Einen Sachstandsbericht legte jetzt Alex Jansen, Leiter des Amtes für Stadtplanung, Umwelt, Bauordnung und Hochbau, dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vor.

Handlungsbedarf sieht Jansen besonders aufgrund der Tatsache, dass für Geilenkirchen bis zum Jahre 2040 ein Bevölkerungszuwachs von 8,4 Prozent prognostiziert wird. In der Bedarfsberechnung geht man von einem Zuwachs um 2230 Personen von 26.626 (Stand 1. Januar 2014) auf 28 856 am 1. Januar 2040 aus. Die Verwaltung rechnet demnach mit einem jährlichen Anstieg von 90 Personen. Wie die Verwaltung erläutert, lege man bezüglich der Haushaltsgrößen einen Faktor von 1,9 Personen an, so dass sich ein jährlicher Bedarf von 47 Wohnungen ergeben würde.

In seiner Vorlage geht Jansen auf die aktuellen Planungen ein: In absehbarer Zeit könnten die Bebauungspläne Teveren und Lindern als Satzung verabschiedet werden. Dadurch könnten insgesamt 80 Baugrundstücke ausgewiesen und ab 2017 vermarktet werden. Etwa 20 weitere Bauflächen seien im Bereich der alten Molkerei und der Jülicher Straße entwickelt worden. Möglichkeiten für eine weitere Baulandentwicklung biete das Entwicklungskonzept für die Fliegerhorstsiedlung in Teveren. Jansens Fazit: „Aufgrund der aufgezeigten Bevölkerungsprognosen ist eine weitere Entwicklung und Ausweisung von Bauflächen in den nächsten Jahren erforderlich.“

„Dieser Bericht zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, erklärte Wilhelm-Josef Wolff („Geilenkirchen bewegen! und FDP“). Wenn man allerdings Stadtplanung ernst nehme, müsse das Amt im Rathaus personell entsprechend ausgestattet sein. „Die Nachfrage nach Bauland ist groß. Vieles wird gebremst, weil zu wenig Personal in diesem Amt ist“, sagte er und richtete einen Appell an die Verwaltungsspitze, sich für eine personelle Verstärkung des Amtes einzusetzen. „Wir brauchen einen Personalentwicklungsplan“, erklärte dazu SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann.

Dass man in Geilenkirchen nicht nur in der Baulandentwicklung, sondern auch bei der Vermarktung von Gewerbeflächen auf einem guten Weg ist, zeigte die anschließende Diskussion über die zukünftige Vorgehensweise bei der Vermarktung. Besonders im Gewerbegebiet Niederheid-Süd seien Flächen erworben worden, die dann nicht der entsprechend der dem Rat vorgelegten Projektbeschreibung genutzt werden, monierte Geilenkirchens Wirtschaftsförderin Susanne Köppl.

Der Stadtentwicklungsausschuss und der Stadtrat hätten es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Gewerbegebiete zielgerichtet zu entwickeln. Ein Hauptziel der Vermarktung sei vor allem die Schaffung einer zukunftsorientierten Unternehmensstruktur, um die Arbeitsmarktsituation zu verbessern. Dies könne durch abweichendes Käuferverhalten erschwert werden.

Ausschussvorsitzender Karl-Peter Conrads (CDU) bat um einen Meinungsaustausch, mit dem Ergebnis wird die Verwaltung weiter arbeiten. „Da werden Gewerbeflächen gekauft und anders genutzt oder sogar untervermietet. Wir müssen uns überlegen, was wir ansiedeln wollen und nach welchen Kriterien wir verkaufen wollen“, kritisierte Manfred Schumacher (CDU).

Man solle darüber nachdenken, ob man bei einer anderen Nutzung den Grundstückspreis erhöhen soll. „Wir haben einmal eine Untervermietung zugelassen und damit einen Präzedenzfall geschaffen“, erklärte Wilhelm-Josef Wolff. Ansiedlungswilligen Betrieben dürfe man nicht zu viele Auflagen machen. „Die Verwaltung soll die Betriebe eingehender prüfen und den Ausschuss informieren“, meinte Wolff. Und: „Wir haben einiges verkauft, die Nachfrage ist rege. Jetzt sind wir in einer Situation, in der wir zweimal hinschauen können. In zwei bis drei Jahren haben wir keine Flächen mehr, deshalb können wir jetzt die Betriebe eingehender prüfen.“ Die Zahl der Arbeitsplätze und die Höhe der Gewerbesteuer könnten eine wichtige Rolle spielen.

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