Bauchemer Frühlingsmarkt: Kreativität und Liebe zu Handgemachtem

Von: Markus Bienwald
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Wer wirklich handgemachte Wolle suchte oder sich von der Spinnerei von Karin Hammes inspirieren lassen wollte, war beim Frühlingsmarkt in Bauchem genau richtig. Foto: Markus Bienwald
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Der ganz große Andrang fiel wohl auch wegen des angekündigten Regenwetters aus, dennoch ließ sich eine stattliche Zahl an Gästen sehen. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Die berühmten bangen Blicke gen Himmel gab es am Sonntag auch beim Frühlingsmarkt in Bauchem. Denn als Open-Air-Veranstaltung vom Förderverein der Ortsvereine Bauchem geplant, brauchte es natürlich gutes Wetter.

„Doch wegen der Wettervorhersage sind uns leider schon ein paar Aussteller abgesprungen“, meinte Christiane Kirschbaum vom Organisationskomitee. So blieben ein paar der Stellflächen leider leer. Dennoch bot der im Jahr 2014 erstmals veranstaltete Markt auf dem malerischen Johann-Plum-Platz im Ortszentrum alles, was der Frühling so hat. „Leider auch den Regen“, so Kirschbaum.

Doch die Nässe schreckte zwar ein paar Aussteller ab, die wohl Angst um ihre Waren hatten, nicht aber die Besucher. Die erschienen zwar nicht gerade in Massen, aber doch kam ein durchgehender Besucherstrom zustande. Und wurde der Regen mal zu stark, wurde unter dem Schutz des Pavillons Kaffee getrunken oder ein Stück Kuchen verzehrt.

Die Wetterkapriolen schreckten die Aachenerin Karin Hammes nicht ab, sie sponn fröhlich weiter ihre dicken Wollknäuel – unter freiem Himmel und mit einem alten Spinnrad. Sie verkaufte auch aus eigener Wolle selbst gestrickte Socken. Der uralte Spruch, dass Spinnen am Abend erquickend und labend sei, den konnte die leidenschaftliche Wollfreundin nur unterstreichen.

„Ich finde es sehr meditativ, dabei kann man sogar einschlafen“, sagte sie, bevor aus mit tiefblauer Naturfarbe eingefärbter Rohwolle ein langer Faden für das nächste Knäuel gesponnen wurde. Hammes gibt auch Spinnkurse und zeigt anderen, wie man aus dem langen Faden ein tragbares Kleidungsstück macht. Nebenbei findet man so auch in hektischen Zeiten ein großes Stück innerer Ruhe, sagte sie.

„Gerade wer in Unrast ist, wer viel zu tun hat, wer dem Stress ein Schnippchen schlagen will, der findet im Spinnen vielleicht sein Hobby“, riet Hammes. Auch ihr entspannter Gesichtsausdruck sprach Bände. „Ich lebe dafür“, sagte sie noch, bevor die nächsten Kunden sich für die Ware interessierten.

Letztere wird beim Frühlingsmarkt in Bauchem übrigens ausschließlich von Kunstschaffenden, die mit Leidenschaft hinter ihrem Produkt stehen, angeboten. Reine Händler sucht man hier ebenso vergebens wie auf bloßen Profit ausgelegtes Geschäft. Das passt auch zum Gedanken hinter dem Markt. „Wir hatten die Idee, dass Bürger, Vereine und soziale Organisationen in Bauchem enger zusammenrücken könnten“, erzählte Christiane Kirschbaum beim Rundgang über den Markt.

Dabei fallen nicht nur Musiker wie ein junger Mann auf, der sich seiner Vorliebe zum Mittelalter entsprechend „Arkay Flammenschlag“ nennt und eigentlich bei der Band „Spielmannsfeuer“ zu finden ist. Auf dem Markt ist Arkay – nur sporadisch unterstützt von ein paar Familienmitgliedern – alleine dabei und spielt passend zum Event den „Marktsack“.

Die Töne aus einer anderen Zeit hörten die Besucher gerne, und vielleicht inspirierten sie sie dazu, sich bei Friederike Häusler umzuschauen. Die sympathische Geilenkirchenerin war das erste Mal mit einem Stand dabei und freute sich nicht nur über den schönen Marktplatz im Grünen. „Es macht mir Spaß, kreativ zu sein“, sagte sie. Dabei kommt es ihr nicht darauf an, großen Profit mit dem Hobby zu machen, sie erfreut sich vielmehr am Lob und Interesse der Besucher an ihren Handarbeiten und selbstgefertigten Kunstgegenständen, überwiegend bestehend aus Stoff und aus Wolle.

Dass sich Letzteres am Ende der Veranstaltung in barer Münze bezahlt machte, dafür sorgte neben dem rundherum gelungenen Angebot auch die ehrenamtliche Arbeit der Menschen hinter dem Projekt. „Und der Erlös, den wir am Ende erwirtschaften, der kommt ausschließlich bürgerfreundlichen Projekten in unserem Stadtteil zugute“, sagte Kirschbaum.

Da machte das Schnäppchen vom Trödelmarkt oder das Glas Bier doch gleich doppelt Laune, kommt es am Ende doch den vielen engagierten Menschen direkt im Ort zugute.

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