Geilenkirchen - Bauchem: Kita-Spaß wie bei den Indianern

Bauchem: Kita-Spaß wie bei den Indianern

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
Die Kinder in der Tagesstätte
Die Kinder in der Tagesstätte Bauchem (vorn) freuen sich schon auf ihr Tipi. Die jungen Damen aus dem Berufskolleg (hinten) bauen bereits am Gerüst des späteren dichten Weidengeflechts.

Geilenkirchen. Das wird ein Sommer! Sollte, und das durchaus gewollt, eine ganze Gruppe im neuen Bauchemer Kindergarten fehlen, lohnt ein Blick in die Ecke des Außengeländes.

Dort, wo das Tipi steht, ist unter dem dichten Weidengehölz Platz für rund zwei Dutzend Kinder. Am Freitag ist dieses Parterre-Baumhaus gebaut worden.

Dieses indianisch anmutende „Zelt” aus Weidengeflecht gehört zu einem pädagogischen Projekt, mit dem sich angehende Erzieherinnen am Berufskolleg Ernährung, Soziales und Technik in Geilenkirchen befassen. Im Unterrichtsfach „Natur und Kulturelle Umwelt” (NKU) hat Fachlehrer Heiner Molz die rund 30 jungen Damen, die ihr erstes Ausbildungsjahr für ihren zukünftigen Beruf absolvieren, mit dem Thema vertraut gemacht.

Und sie waren da, als am Freitagvormittag rund vier Kubikmeter Weidenäste auf einem Anhänger „Im Gang” angeliefert wurden. Heiner Molz hatte sie selbst geschnitten. Keine schwere Aufgabe für den Diplom Agrar-Ingenieur, im Gangelter Bruch das geeignete Material zu finden.

Den Weg bis dahin hatte Daniela Bercke geebnet, sie ist Fachberaterin für Tageseinrichtungen bei der Stadt Geilenkirchen. Für die Bauchemer Adresse dieser praktischen Arbeit in Kindertagesstätten sprachen mehrere gute Gründe, weiß auch Kita-Leiterin Stefanie Laugs. Erst im Mai vorigen Jahres ist der Kindergartenneubau eröffnet worden. Und das Berufskolleg liegt in direkter Nachbarschaft. Die angehenden Erziehrinnen sollen erfahren, wie man den Kindern „Natürliches” vermittelt.

Das Tipi aus Weidenholz passt da prima ins Konzept. Heiner Molz: „Die Kleinen lieben es doch, Indianer zu spielen. Das Tipi ist ein Treff mit Abenteuercharakter und pädagogisch ein wichtiger Rückzugsplatz.” Im Durchmesser von drei Metern sind rund 15 Stämmchen zentimetertief in die Erde gesteckt worden. Gibt man ihnen gut zehn Wochen Ruhe, haben die Hölzer feste Wurzelen entwickelt.

Die frischen Triebe werden nachhaltig um die vorhandenen Hölzer gewunden. Ein solches Weidentipi hält problemlos zehn Jahre und mehr. Ob es ein Zweites dieser Art in der städtischen Kita Bauchem geben könnte, lässt Stefanie Laugs noch offen.

Der Kindergarten verfügt zur Freude der Beteiligten über ein üppiges Außengelände mit reichem, alten Baumbestand. Die Freflächen werden - über Sandplatz und Wippe hinaus - kontinuierlich weiter gestaltet, versichert die Kita-Leiterin. „Aber alle vorhandenen Ideen”, bedauert Stefanie Laugs, „kann man in einem Kindergartenjahr nicht umsetzen.”
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