Bau „nach viel Tamtam” ins Stocken geraten

Von: mabie
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Zum letzten Mal begrüßte Ubach-Palenbergs Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll (4.v.r.) Gewerkschafter und Betriebsräte von Betrieben, die in und um Ubach-Palenberg angesiedelt ist, zum gemeinsamen Gedankenaustausch. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. So langsam neigt sich die Amtszeit dem Ende entgegen, manche Dinge finden zum letzten Mal statt: so auch der alljährliche Gedankenaustausch zwischen Betriebsräten und Gewerkschaftern von Betrieben aus und um Übach-Palenberg.

Gastgeber Paul Schmitz-Kröll begrüßte jetzt letztmals in seiner Funktion als Bürgermeister die lockere Gesprächsrunde. „Ich wünsche mir, dass mein Nachfolger das in den nächsten Jahren fortführt”, schrieb er dem kommenden Verwaltungschef ins Aufgabenheft.

Denn in dieser Runde werden schonungslos Themen offengelegt, die den Menschen in den Betrieben unter den Nägeln brennen. Größter Wackelkandidat ist dabei immer der Textilmaschinenhersteller Oerlikon Schlafhorst.

Dort werde die Schließung auch des Standortes in Mönchengladbach vorbereitet, um dann alle Geschäftszweige am frisch modernisierten Standort Übach-Palenberg zu konzentrieren.

Betriebsratsvorsitzender Michael Klein sah hier „mit einem weinenden und einem lachenden Auge” auf die Entwicklungen. Klar sei, dass den Mitarbeitern am bisherigen Standort Mönchengladbach auch ein Job in Übach-Palenberg angeboten werde.

Dennoch sah er mit Sorge die Verkleinerung, ist doch die Niederlassung in Mönchengladbach noch wesentlich größer als in der ehemaligen Zechengemeinde. Doch bei der Wirtschaftslage - Monate ohne Auftragseingang, ebenso lange „Kurzarbeit null” bei manchen Kollegen - ließen andere Maßnahmen kaum zu, ohne wieder in die „Anpassung der Mitarbeiterzahlen” zu gehen. Entscheidungen seien zwar noch nicht gefallen, schloss Klein, doch bis Jahresende werde es ein eindeutiges Votum geben.

Eindeutig sparsamer ging die Stadt mit ihrem Geld um. Dies verkündete Bürgermeister Schmitz-Kröll nicht ohne Stolz. So wurden 503.000 Euro Schulden abgebaut, und auch die Neuaufnahme von Krediten konnte um zweieinhalb Millionen Euro niedriger ausfallen. „Aber für dieses Jahr wird es deutlich anders und auch für nächstes Jahr”, mahnte er.

Letztes Sorgenkind bei dem rund einstündigen Gespräch im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses war die B57n. Mit viel Tamtam vor rund einem Jahr gestartet, scheint der Bau ins Stocken geraten. „Es ist enttäuschend, wie langsam es vorangeht”, schloss der Verwaltungschef.

Die geplante Inbetriebnahme bis 2011 sei nach seiner Ansicht „nicht mehr zu halten”. Er fragte sich, wo das Geld bliebe und auch von den insgesamt acht Brücken, die für die Trasse gebaut werden müssen, sei bislang nur eine fertig.

„Wo bleiben die Millionen?”, fragte Schmitz-Kröll abschließend.
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