Geilenkirchen - Basis für Kunst und Glauben aus Symbolen

Basis für Kunst und Glauben aus Symbolen

Von: Danielle Schippers
Letzte Aktualisierung:
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Ausstellungsbesucherin Thea Kroschewski aus Geilenkirchen mit dem Künstler Joe Jöris in der Sankt-Marien-Kirche vor dem „Handwerksstand” der durchkreuzten Leben.

Geilenkirchen. Ein Kreuz aus Fast-Food-Verpackungen: Wie gehen wir mit unserer Umwelt um? Ein Kreuz aus einem Meterstab und einer Wasserwaage: Woran messen wir andere? Ein Kreuz mit einem T-Shirt für einen Euro: Billig für wen? Ein Kreuz aus Armbanduhren. Wie gestalten wir unsere Zeit?

Die Exponate des Künstlers Joe Jöris, die dem Besucher anfangs eine ungläubige Mine, vielleicht auch ein Schmunzeln entlocken, laden bei genauerer Betrachtung zum Grübeln und zur Selbstreflexion ein. Die Ausstellung „Durchkreuztes Leben” in der St. Marien-Kirche findet statt zur laufenden Aktion „Gottes Wort am Menschen-Ort”, die vom Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff mitgetragen wird. Der Eröffnungsgottesdienst wurde von Pfarrer Peter Frisch und Pastoralreferent Manfried Huben gestaltet.

Joe (Josef) Jöris aus Heinsberg-Kempen beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema „Leben und Liebe im Kreuz”. Die Thematik kam zustande, weil er „etwas zum Anfassen brauchte” und es ihn störte, „dass das Kreuz als Symbol immer nur für das Leiden Jesu Christi stand”. In Predigten wurde das Kreuz mit einem negativen Verhaltensmuster belegt, meint er, oder einem Zustand, der die Seele krank macht.

Hauptsächlich aus Holz unterschiedlicher Arten fertigt Joe Jöris ungewöhnlich frische Interpretationen des Symbols, die auch zum Verkauf auslagen. Dekorativ wie auch gut durchdacht, will der Kunstschaffende seine Arbeit gerne bewertet sehen. So findet man beispielsweise ein Kreuz, aus dem stilisierte Ähren wachsen - ein Zeichen für das Leben. Oder häufig die Kombination von Kreuz und Herzen, bei denen das Herz, das für die Liebe steht, das Kreuz durchbricht, was wiederum oft Leid symbolisiert.

„Jeder hat sein Kreuz zu tragen”, so versteht man die verschiedenen Werke, die Joe Jöris eigens für diese Ausstellung aus auch für ihn ungewöhnlichen Materialien anfertigte. Andere Kreuze aus Holz kann man unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt in Ophoven sehen, der am ersten Adventswochenende dort von der Interessengemeinschaft Kinderkrebshilfe veranstaltet wird.

Die nun im Altarraum arrangierten Exponate regen zum Nachdenken über den eigenen Glauben an. Beispiel: Ein massives, grobes Holzkreuz, das wie ein Steg oder eine Brücke über einen Sarg gelegt wurde. Es scheint zu fragen: Reicht dein Glaube über den Tod hinaus? Als Hilfen zur Antwort lagen zu Jöris´ Werken Mappen mit weiterführenden Gedanken zur Meditation aus.

Im Kirchenschiff waren Ausstellungsstücke arrangiert, die eher den Alltag betreffen. Sie behandelten auf ansprechende Weise Themen wie Ernährung, Umwelt, Wertigkeit von Berufen, Zeit, Hausarbeit wie Waschen und Putzen, aber auch Ausbeutung durch Billiglohn-Artikel. Ins tägliche Leben schleiche sich zu viel Sorglosigkeit ein, vermutet Joe Jöris. „Diese Exponate sollen auf eigene Fehler aufmerksam machen”, sagt der Schaffende, indem sie Gebrauchsgegenstände mit anregenden Gedankenschüben kombinierten.

Die Ausstellung von Joe Jöris, so sieht es der Künstler, „durchkreuzt” die Alltäglichkeit und lädt zur Selbsterkennung ein, entwickelt interessante Ideen für Kunstfreunde - und Gläubige.
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