Geilenkirchen - Barrierefreie Kommunalwahl für behinderte Menschen

Barrierefreie Kommunalwahl für behinderte Menschen

Von: Udo Stüßer
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Peter Klee und Joachim Grünewald aus dem Wahlamt freuen sich mit Bürgermeister Thomas Fiedler und dem Behindertenbeauftragten Heinz Pütz (von links) über barrierefreie Wahlpakete. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Wenn in diesen Tagen die Wahlbenachrichtigungen an die Geilenkirchener Bürger verschickt werden, erhalten die der Stadtverwaltung bekannten sinnesbehinderten Menschen einen besonderen Brief: Erstmals werden für alle Wahlgänge barrierefreie Wahlpakete mit Wahlschablonen angeboten.

„Damit sind wir die einzige Kommune im Kreis Heinsberg, die auch für die Kommunalwahl barrierefreie Wahlzettel zur Verfügung stellt“, freut sich der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Heinz Pütz.

Jetzt im Rathaus anfordern

Am 25. Mai werden das Europäische Parlament, der Landrat, der Kreistag und für die Stadt Geilenkirchen der Stadtrat gewählt. Während für die drei erstgenannten Wahlgänge bisher schon barrierefreie Wahlunterlagen zur Verfügung standen, wird dies nun auch durch die enge Zusammenarbeit des Behindertenbeauftragten mit dem Hauptamt der Stadt für die Wahl des Stadtrates ermöglicht.

Alle der Stadtverwaltung bekannten sehbehinderten Menschen wurden jetzt darüber informiert, dass sie diese Hilfsmittel auf Anforderung im Rathaus, Markt 9, Zimmer 122, erhalten oder unter Telefon 629122 anfordern können. Etwa 60 sehbehinderte Menschen sind Joachim Grünewald und Peter Klee aus dem Wahlamt deshalb bekannt, weil sie Blindengeld beziehen.

Aber auch sinnesbehinderte Menschen, die der Stadt nicht bekannt sind und dadurch keine Post erhalten haben, können sich im Rathaus melden. „Von dem Angebot dürften sich sicherlich auch viele Bewohner der Altenheime angesprochen fühlen“, erklärt Bürgermeister Thomas Fiedler. Das barrierefreie Wahlpaket enthält einen Wahlzettel und eine passende Schablone in taktiler Schrift oder in Brailleschrift. Eine beiliegende CD, die der Blinden- und Sehbehindertenverband in Meerbusch erstellt hat, erläutert die Funktionsweise.

Dass von den 26 Wahllokalen in der Stadt 23 barrierefrei sind, freut Heinz Pütz besonders. Lediglich in Prummern, Kraudorf und Grotenrath gibt es kein barrierefreies öffentliches Gebäude.

Heinz Pütz und die Mitarbeiter des Wahlamtes haben sich vor dem Wahlsonntag noch etwas Besonderes einfallen lassen. Die Wahlen „einfach verstehen“ haben sie eine Broschüre überschrieben.

Das Wahl-Hilfe-Heft zu den Kommunalwahlen will sinnesbehinderte Menschen gut informieren, damit sie wissen, wie sie richtig wählen. Was sind Kommunalwahlen? Warum sind Kommunalwahlen wichtig? Wer darf wählen? Diese und andere Fragen werden behandelt, bevor die Wahlbenachrichtigung, der Stimmzettel, der Wahlraum und die Briefwahl besprochen werden. Während dieses Heft von Heinz Pütz und den Mitarbeitern des Wahlamtes erstellt wurde, halten sie aber auch die Broschüre „Wählen ist einfach: Die Europawahl“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, bereit. Hier wird ebenfalls in einfacher Sprache erläutert, was die Europäische Union ist, worum es bei der Europawahl geht, wer gewählt werden kann und wie gewählt werden kann. „Wenn Sie nicht entscheiden, entscheiden andere für Sie“, wird abschließend zur Stimmabgabe aufgefordert.

Während Bürgermeister Thomas Fiedler einen Blick in die Broschüren wirft, lobt er die Arbeit des Behindertenbeauftragten. Immerhin ist Heinz Pütz seit 2009 in diesem Amt. Geht es um Bauplanungen im öffentlichen Raum oder um Bauten in privater Trägerschaft, ist sein Rat gefragt.

Beim Bau der Bürgerhalle Würm war er daran beteiligt, dass sie komplett barrierefrei ist. „In vielen Bereichen muss man an die Belange behinderter Menschen denken“, weiß Fiedler und denkt an den Öffentlichen Personennahverkehr, an Ausbildungsverhältnisse und Qualifizierungsmaßnahmen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Einzelfallhilfen.

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