Übach-Palenberg - Bands und Fans im Einklang

Bands und Fans im Einklang

Von: mabie
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Rock mit Gitarren – und das zwei Tage lang. Im Jugendzentrum des Mehrgenerationenhauses am Palenberger Bahnhof waren bei der jüngsten Auflage von Rock am Gleis auch „Silent Revolt“ dabei. Foto: Markus Bienwald
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Der Chef und seine Söhne: Berthold Koerver (r.) war 2009 auch live bei Rock am Gleis zu erleben. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Gitarren, Gitarren und nochmals Gitarren: Wer sich an der härteren Gangart der elektrischen Gitarrenmusik nicht satthören kann, war am Wochenende im Jugendzentrum des Mehrgenerationenhauses (MGH) am Palenberger Bahnhof bestens aufgehoben. Dort hatten das Team des Zen­trums, der Verein FUNtasie und TBM Event zur ersten Auflage des Jahres von Rock am Gleis eingeladen.

Neun Bands an zwei Tagen, und das für vier Euro Eintritt: ein kaum schlagbares Angebot.

Das weiß auch Berthold Koerver, Kopf von TBM und seit Beginn Initiator der langlebigen Reihe an Mini-Festivals. „2006 haben wir angefangen. Da gab es Rock am Pool auf dem Gelände des jetzigen Ü-Bades, dazu Rock am Gleis und Xmas-Rock“, umschreibt der 58-Jährige die Aktivitäten für junge Menschen in Übach-Palenberg.

Auch wenn in dieser Zeit viele viele Nachwuchsbands gekommen – aber teilweise nie wieder zurückgekommen – sind, weiß Berthold Koerver, dass es sich bei dem Festival, das nun im Jugendzen­trum am Bahnhof drei Mal im Jahr ein festes Zuhause bekommen hat, um ein echtes Trendbarometer handelt.

„Junges Publikum ist sehr fixiert auf eine bestimmte Stilrichtung“, weiß der Profi, der schon immer alles rund um Musik und Veranstaltungstechnik hochspannend fand. So hat sich auch der musikalische Geschmack der Reihe „Rock am…“ im Lauf der Jahre gewandelt.

„Während es in den 2000er Jahren mehr Punk gab, ist heute die härtere Gangart des Metal total gefragt“, weiß er. Nebenan, im Raum, der für Bandmitglieder und Organisatoren reserviert ist, erklingen immer wieder hart angerissene Gitarrensaiten, der ein oder andere Schlachtruf einer Band mischt sich mit kleinen Stimm- und Gesangsproben der Sänger.

Natürlich findet das in diesem Raum ohne Verstärker statt, doch wer in den Veranstaltungsteil wandert, erlebt, was diese und andere Live-Events so anziehend macht. Bassdrums dringen durch Mark und Bein, Bassläufe werden körperlich spürbar, die Sänger sind nur wenige Meter weg, und die Gitarristen lassen sich live beim schwitzigen Spiel verfolgen.

Und genau dieses Gefühl ist es, das an diesem Freitagabend gut 150 und am Samstag noch mal die gleiche Menge an durchweg jungen Musikbegeisterten so fasziniert.

Die persönliche „Grinsskala“ bei Berthold Koerver fängt übrigens schon etwas früher an. „Wenn es so um die hundert Leute sind, dann wird es schön“, weiß er aus Erfahrung. Schließlich gibt es immer wieder Bands, die ihre eingeschworene Fangemeinde mitbringen, nur ihre Band, vielleicht noch ein Seitenprojekt, bejubeln und sich andere Bands erst gar nicht ansehen.

Darum gibt es zu den Rock-am-Gleis-Tagen draußen rund ums Jugendzentrum auch immer viel Open-air-Gedankenaustausch und auch Fachsimpeleien über die eine Band oder das andere Stück.

Und egal, wer an diesem Abend noch spielt, „The Pitch Pipes“, „Silent Revolt“, „Linie 418“, „Ten Tons of Glory“, „All Hail the Fallen“, „Under Direction“, „Devastor“, „Divided in Spheres“ oder „Divine: Zero“, stets ist zu spüren, dass die jungen Leute, die da auf der Bühne stehen, volles Engagement mitbringen und live spielen wollen.

„Klar, es gab in den Jahren, in denen wir das anbieten, schon Teilzeit-Musiker, die das ein paar Jahre machen, ehe Studium, Job oder Familie sie mehr interessieren oder fordern“, so Berthold Koerver. Aber noch immer gibt es die, für die Musik, wenn sie live ist, immer ein Teil ihres Lebens sein wird.

Berthold Koerver ist auch so einer. Noch heute tritt er einmal im Jahr mit seinen Söhnen auf, spielt Rock-Cover der 2000er-Jahre. „Ich habe vor, das noch so lange zu machen, wie es geht“, sagt er, „Rente steht bei mir nicht im Lebensplan“. Aber schon steht der nächste Musiker bei ihm, hat eine Frage und spricht lange mit ihm. Aber auch das macht das Besondere aus beim Event, die Nähe bei „Rock am Gleis“.

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