Bald Sonnen-Energie von städtischen Dächern?

Von: g.s.
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Geilenkirchen. Der Umwelt- und Bauausschuss der Stadt Geilenkirchen gab der Verwaltung einstimmig „grünes Licht” für die Erstellung eines Konzeptes zur Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden.

Hintergrund war ein Ratsbeschluss vom 29. April, nach dem eine derartige Anlage beim Energieverbrauch, der bei der Beleuchtung historischer Gebäude in der Innenstadt zu erwarten ist, zu Einsparungen führe.

Über diesen Beschluss hinaus beauftragte der Rat die Verwaltung, die technischen Möglichkeiten zur Installation einer solchen Anlage zu prüfen und in diesem Zusammenhang städtische Dachflächen für eine Eignung zu untersuchen. Gebäudemanager Andreas Eickhoff berichtete den Ausschussmitgliedern, dass in der Stadt Geilenkirchen 85 in Frage kommende Gebäude oder Gebäudegruppen in Augenschein genommen wurden, wovon genau ein Dutzend in die nähere Wahl kamen.

Eickhoff erklärte, dass Sonnenenergie nahezu unerschöpflich sei und über die Photovoltaik-Anlagen in elektrische Energie umgewandelt werde. Zwei Probleme machten aber den Solarzellen zu schaffen.

Zum einen die Verschattung infolge Staub-, Laub- oder Schneeablagerung auf den Kollektoren. Problematischer sei aber die standortbedingte Verschattung, der man nur im Vorfeld durch eine Süd/Südwest-Ausrichtung der Kollektoren entgegenwirken könne.

Deshalb seien nicht alle Gebäude im Stadtgebiet für die Installation der Anlagen geeignet. Auch die Anforderungen an das Dach seien zu beachten, so gebe es ein Verbot der Installation auf Asbestzementdächern.

Aufgrund der verschiedenen Kriterien wie auch der Sanierungsbedürftigkeit und ungeeigneter Ausrichtung der Gebäude fallen deshalb die in Augenschein genommenene GGS Gillrath, Realschule Geilenkirchen, KGS Würm, mehrere Gebäude des Schul- und Sportzentrum Geilenkirchen, KGS Brucknerstraße, Feuerwehrhaus Geilenkirchen und der Bauhof in Niederheid aus dem Raster.

Für Errichtung von Photovoltaik-Anlagen eignen sich allerdings die Alte Schule in Süggerath mit 200 Quadratmeter Fläche und die beiden Katholischen Grundschulen in Immendorf (700 qm) und Teveren mit Kindertagesstätte und Turnhalle (300 qm).

„Auf insgesamt 1200 Quadratmeter Fläche könnte eine 120 Kilowatt-Anlage installiert werden, deren Leistung bei 100000 Kilowattstunden pro Jahr liegt”, erklärte Eickhoff.

Dadurch ergebe sich neben dem Kostenfaktor als weiterer Effekt eine hohe Co2 Einsparung. „Etwa 7000 Kilowattstunden werden für die Beleuchtung der historischen Gebäude in der Innenstadt anfallen”, sagte Andreas Eickhoff. So blieben sogar 93.000 Stundenkilometer übrig.

Grünen-Sprecher Jürgen Benden dankte dem Gebäudemanager für den guten Vortrag. „Nicht nur ein Gebäude ansehen, das ist auch unsere Richtung”. Er fand die Photovoltaik-Anlagen auf Schuldächern gut, weil dies zu einem gewissen Lerneffekt führe.

Dr. Joachim Möhring (SPD) und Franz-Michael Jansen (CDU) schlossen sich Benden an. Möhring schlug zusätzlich vor, wenn die Dächer von anderen Schulen saniert würden, auch hier Photovoltaikanlagen einzurichten. „Das darf aber nicht dazu führen, dass jetzt verfrüht Dächer saniert werden”, mahnte Franz-Michael Jansen.

Johann M. Graf (Freie Bürgerliste) schlug vor, bei eventuellen Neubauten in der Zukunft unter Beachtung des günstigsten Einfallwinkels für die Sonne auf eine Süd-Südwest-Ausrichtung der Gebäude zu achten.

Karl-Peter Conrads wollte keine Euphorie aufkommen lassen, denn: „In den nächsten Jahren wird das Klima kühler, nicht heißer”. Photovoltaik rechne sich nur wegen der geleisteten Zuschüsse.

Dem gab Dr. Stephan Evertz (Grüne) Recht, der die Windenergie als wesentlich effektiver ansah. „Man sollte nicht so eine kleinliche Rechnung aufmachen”, entgegnete Joachim Möhring.

Toska Frohn (FDP) meinte, man solle die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf jeden Fall weiter verfolgen.
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