Geilenkirchen - Bahnhofsuhr wieder in den runden Bogen

Bahnhofsuhr wieder in den runden Bogen

Von: Georg Schmitz
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Olaf Rath, Fatih Günay, Wladimir Schäfer und David Biergans (v.l.) stellen die Außenfassade des Geilenkirchener Bahnhofs in den ursprünglichen Zustand wieder her. Dabei werden die Bögen über den Fenstern zum Blickfang. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Nach rund zweijähriger Bauzeit werden die Anfang August 2009 begonnenen Sanierungsnahmen am Bahnhofsgebäude in Geilenkirchen kurz vor dem Abschluss stehen. Anlässlich dieser Wiedereröffnung im Sommer wird sich das im Jahr 1899 in Betrieb genommene Empfangsgebäude äußerlich in seinem ursprünglichen Zustand zeigen.

Für diese historische Variante hatte sich der Rat der Stadt Geilenkirchen 2008 entschieden. Das Architekturbüro Gerlach-Krings-Böhning aus Aachen hat den Plan für die Rekonstruktion des Geilenkirchener Bahnhofs ausgearbeitet.

Dem Büro standen Teile der alten Pläne und Skizzen des Ursprungs-Architekten aus dem letzten Quartal des 19. Jahrhunderts zur Verfügung. Neben dem Bahnhof in Geilenkirchen zeichnete der selbe Architekt auch für die Planung der Empfangsgebäude in Eschweiler und Stolberg verantwortlich.

Ursprüngliche Gestaltung

Nach der zwischenzeitlichen Entkernung und dem Dachausbau im Bahnhof galt es ein Unternehmen zu finden, das in der Lage ist, das Gebäude exakt an die ursprüngliche Gestaltung angleichen zu können. Mit der Firma Käbeck aus Herzogenrath wurde die Stadt Geilenkirchen als Bauherr fündig.

„Es ist schwierig, Fachleute für solche Rekonstruktionsarbeiten zu finden, weil diese Kenntnisse heute in der Ausbildung nicht mehr vermittelt werden”, sagt Olaf Rath. Zusammen mit seinen Kollegen David Biergans, Fatih Günay und Wladimir Schäfer sorgt er in diesen Tagen dafür, dass der Bahnhof später wieder „alt aussieht”.

Schon jetzt ist trotz des Gerüstes und der Schutzfolie, welche den Blick auf die äußere Veränderung stört, an der Fassade wahrnehmbar. „Wir arbeiten alle Feinheiten aus, um so nah wie möglich an die Ursprungsgestaltung zu kommen”, sagt Olaf Rath. Die Veränderung an den bisher rechteckigen Fenstern fällt dabei besonders in den Blick, denn die Fenster werden mit Rundbögen und hervorgehobenen Stuckelementen versehen.

Das Unternehmen versetzt die komplette Außenfassade in den ursprünglichen Zustand zurück. „Das ist keine 08/15-Arbeit, jedes Detail muss stimmen, jeder Schliff muss perfekt sitzen”, betont Olaf Rath. Wobei auch jedes Detail mit dem Architekten abgesprochen werde, denn, so der Fachmann: „Am Ende muss das Gesamtbild stimmen.”

Detail bis zum Giebel

Eine Fläche von rund 2000 Quadratmetern einschließlich drei Dutzend Fenster und Türen gilt es bei den Arbeiten zu berücksichtigen. Auch das Rundfenster für die Bahnhofsuhr im Giebel des Gebäudes muss detailgenau wieder hergestellt werden.

In den kommenden Tagen sind die Mitarbeiter mit dem Befestigen der Schallschutzelemente beschäftigt. Diese rechteckigen dunkelgrauen Platten werden an der Außenfassade angebracht, mit Panzergewebe verstärkt und bis auf den Boden durchgezogen. „Das Schallschutzsystem absorbiert die Geräusche von Zug- und Straßenverkehr”, erklärt Olaf Rath.

Der Umbau des Bahnhofs war anfangs mit 850.000 Euro veranschlagt. Die Kosten sind aber durch Unwägbarkeiten um ein Vielfaches gestiegen. So konnte auch der ursprüngliche Fertigstellungstermin - Ende 2010 - nicht eingehalten werden.

Neben dem bereits im Gebäude ansässigen Fast-Food-Anbieter sollen ein Kiosk, ein Reiseshop mit Fahrkartenverkauf sowie eine Backwarenkette plus Außengastronomie im Erdgeschoss den Bahnhof beleben.
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