Bahn soll dorthin, wo die Menschen leben

Von: wo
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Heinsberg/Lindern. Im Rahmen einer ersten Bürger-Informationsveranstaltung in der Heinsberger Stadthalle haben Vertreter des Kreises und der Stadt Heinsberg gemeinsam mit Besitzer und Betreiber Details zur geplanten Reaktivierung der Bahnlinie zwischen Heinsberg und Lindern erläutert.

Die soll am 16. Dezember 2012 wieder in Betrieb gehen.

„Die Heinsberger Bahn kommt zurück, oder die Kreisstadt wird wieder ans Schienennetz angebunden, oder einfach nur: D´r Zoch kütt”, erklärte Bürgermeister Wolfgang Dieder in seiner Begrüßung als Einstimmung auf die Thematik des Abends. Er gab den rund 100 Zuhörern einen Abriss über die Geschichte der 1890 eröffneten Strecke, deren Betrieb 1980 eingestellt worden war.

Es sei wichtig, die Bahn mit schnellen Verbindungen wieder dorthin zu bringen, wo die Menschen leben, betonte Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH. Mit den Planungen für die Reaktivierung der Strecke von Lindern nach Heinsberg in Form einer Ankopplung an die Regionalbahn 33 in Lindern Richtung Aachen habe man ein tragfähiges Modell gefunden.

Er gehe davon aus, dass die Menschen dieses System annehmen würden für Fahrten auf der neuen Strecke in Richtung Aachen und mit Umstieg in Lindern auch Richtung Mönchengladbach sowie Düsseldorf, dies in Verbindung mit Buslinien und neuen Park-and-ride-Anlagen.

Eine neon-grüne Linie auf der grau hinterlegten Kreiskarte zeigte die Streckenführung zwischen Heinsberg und Lindern in der Präsentation von Christoph Göddecke, Leiter Planung bei der Rurtalbahn als künftigem Betreiber. Heinsberg sei eine der wenigen Kreisstädte in Deutschland ohne Bahnanschluss, erläuterte er und fügte hinzu, dass die Reaktivierung der Strecke bereits seit 2006 als „indisponibel” mit höchster Dringlichkeit eingestuft sei.

Auf der noch mit Güterzügen befahrenen Strecke zwischen Lindern und Oberbruch sei der Oberbau in tadellosem Zustand, so Göddecke. Weiter nach Heinsberg liege die Strecke derzeit zwar still. Sie sei aber weiter eine gewidmete Bahnstrecke, wenn sie auch derzeit nicht befahren werde, betonte er. Sie solle hier vollständig in der alten Lage wieder hergestellt werden.

Erneuert werden müssten Haltepunkte in Randerath, Horst, Porselen und Dremmen sowie am Kreishaus. Neue Bahnhöfe soll es in Oberbruch und Heinsberg geben. In Heinsberg werde man aus der alten Gleisanlage Richtung Innenstadt ausscheren, so Göddecke. So ergebe sich von dort ein Übergang von nur 30 Metern Fußweg zum Busbahnhof. Auf der alten Gleisanlage solle eine Park-and-ride-Anlage entstehen.

In der anschließenden Diskussion ging es um Fahrzeiten und -tarife, um die behindertengerechte Ausstattung, um Bahnübergänge, etwa an der Kuhlertstraße, vor allem aber um das Thema Schallschutz. Die Bedenken der Anwohner würden ernst genommen, erklärte Dieder dazu. Zunächst seien aber keine zusätzlichen Schallschutzmaßnahmen geplant, da es sich nicht um eine neue, sondern allein um die Reaktivierung einer bestehenden Bahnstrecke handele. Zudem sei der elektrische Betrieb geräuscharm.

Er riet den Anwohnern, all ihre Bedenken bei den Planfeststellungsverfahren im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubringen. Nicht gelten ließ er die provokante Frage, ob die Bürger überhaupt die Bahn wieder wollen. „Wenn wir in Heinsberg zukunftsfähig bleiben wollen, dann brauchen wir die Bahn als Standortfaktor”, betonte er und erntete dafür viel Beifall.
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