Bärennachwuchs im Gangelter Wildpark: Wer ist die Mutter?

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Sie sind im Moment die unumstrittenen Stars im Gangelter Wildpark: der Nachwuchs bei den Bären.
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Während die beiden Weibchen Sava und Tara sie nicht aus den Augen lassen ... Foto: Karl-Heinz Hamacher
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... sieht Vater Bruno, der alte Schwerenöter, seine Aufgabe offenbar als erfüllt an und frönt dem Müßiggang. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Zwei junge Bären sind in diesem Frühjahr die Stars im Gangelter Wildpark. Irgendwann Anfang Januar geboren, sind sie mittlerweile putzmunter und tollen häufig durch das Bärengehege, das vor rund zwei Jahren auf die doppelte Größe ausgebaut wurde.

Bärennachwuchs hat es in Gangelt immer wieder gegeben. Der wurde dann üblicherweise in der Schlafstelle unterhalb der Aussichtsplattform zur Welt gebracht. Diesmal war es anders. In einem Naturbau – ähnlich dem einer Kaninchenhöhle – mitten im Bärengehege kamen die beiden zur Welt.

Das passierte natürlich ohne jedes menschliche Zutun. Zum einen bleiben die Braunbären auch in Gefangenschaft gefährliche Raubtiere, zum anderen gehört es zum Konzept des Gangelter Wildparks, so wenig wie möglich in das Leben der Tiere einzugreifen. „Deshalb können wir auch nicht zuordnen, welches der Jungen von Sava oder von Tara ist, oder ob vielleicht beide nur von einem der beiden Weibchen sind“, erläutert Parkmitarbeiter Klaus Drees.

Fest steht allerdings, dass Bruno, der vor 28 Jahren nach Gangelt kam, der Vater ist. Allerdings macht es den Eindruck, dass er nach dem Zeugungsakt seine Rolle als erfüllt sieht. Während Sava und Tara den Nachwuchs nicht aus den Augen lassen, macht Bruno es sich gemütlich. Er streift an den Bäumen vorbei, kratzt sich an den Fichten gründlich den Rücken und legt sich dann in aller Ruhe wieder hin.

Die beiden möglichen Mütter, Sava und Tara, wurden im Januar 2004 im Jurapark in Vallorbe in der Schweiz geboren und kamen einjährig nach Gangelt. Regelmäßige Parkbesucher erinnern sich an die ersten Tage, als die beiden Damen voller Angst vor Bruno die meiste Zeit oben in einem Baum verbrachten. Das sieht mittlerweile anders aus, nun haben die Damen die Hosen an.

Jede von ihnen hat in den zurückliegenden Jahren zwei Junge bekommen. Das ist der klassische Schnitt bei Braunbären. Die Paarungszeit zieht sich von Mai bis Juli. Allerdings war Mutter Natur hier besonders weitsichtig. Die befruchtete Eizelle nistet sich erst zu Beginn der Winterruhe ein und bereits nach einer Tragezeit von sechs bis acht Wochen werden die Jungen geboren.

Die neugeborenen Babys sind nur rund 25 Zentimeter groß und wiegen 300 bis 400 Gramm. Die Augen sind geschlossen und sehr kurze, graue Haare lassen die Tiere nackt aussehen. Die Jungtiere, die die Unterkunft anfangs nicht verlassen und gesäugt werden, wachsen sehr schnell und wiegen mit drei Monaten schon bis zu zehn Kilo.

Dann verlassen sie zu ersten Ausflügen den Bau. „Die beiden Bären sind aber bei Weitem nicht der einzige Nachwuchs im Park“, bringt Falkner Erwin Janssen die ganzen anderen Jungtiere ins Spiel, die sich in vielen der Gehege tummeln. Diese Kombination, Bären und der ganze andere Nachwuchs, sind damit erst recht ein Grund, dem Park wieder mal einen Besuch abzustatten.

Die Jungtiere haben noch keinen Namen. Dass sie nach Erwin Janssen und Klaus Drees benannt werden, wie eine Parkbesucherin es vorschlug, gilt als unwahrscheinlich.

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