Badewannenrennen: Feuchtfröhliche Angelegenheit

Von: Markus Bienwald
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...der bekam seine kalte Dusche von einer der vielen mitgebrachten Wasserpistolen verpasst. Foto: Markus Bienwald
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Nasser wird´s nicht: Wen die Wurm oder das Wetter nicht bis auf die Knochen durchnässte... Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Wo Wasser sich überall so einen Weg suchen kann, das erlebten nicht nur die Teilnehmer bei der jüngsten Auflage des Badewannenrennens am Samstagnachmittag. Denn durch die dauerhaften und teils auch noch von Windböen angepeitschten Duschen von oben verteilte sich das Wasser sehr gründlich auch auf die Zuschauer.

Den rund 200 Teilnehmern war das natürlich völlig egal. „Nass wird man hier sowieso“, meinte beispielsweise Tobias Wrobel, der extra aus Duisburg angereist war, um den wirklich weit über die Grenzen unserer Region hinaus bekannten Event des Fördervereins der Karnevalsgesellschaft „Würmer Wenk“ live mitzuerleben. „Das kam über einen Kumpel zustande, den wir von Rock am Ring kennen“, berichtete Wrobel.

Unglaubliche Gefährte

Das Musikfestival dürfte so einigen der Fahrer in ihren unglaublichen Gefährten als Vorbild gedient haben, denn nach Stimmung und Feierlaune zu urteilen, war das Gebotene im Fahrerlager hitverdächtig. Von der eigenen Anlage mit der persönlichen Lieblingsmusik über die Getränkekühlung bis zum passenden Pavillon mit anfangs noch trockenen Sitzgelegenheiten wurde nichts dem Zufall überlassen.

Doch das mit dem Trockensein hatte sich nach kurzer Zeit vor Ort meist schon erledigt. Dafür sorgten mitgebrachte Wasserpistolen und -kanonen, ganze Eimer voller Wasser und der vom Wetter verordnete Guss. Einige trieben es sogar so weit, dass sie schon vorher selbstverständlich mit einem Kaltgetränk bewaffnet die Wurm enterten. „Das Bier ist wärmer als das Wasser“, meinte einer, der bis zur Hüfte im Wurmwasser stand.

Bräutigam im Rennwagen

Dass sich allerdings Simon Storms unter den Startern wiederfand, hatte dieser selbst am Morgen weder geahnt noch vermuten können. Der junge Bräutigam aus Kirchhoven wurde nämlich von seinen Freunden zum Rennen entführt. „Hier meinen Junggesellenabschied zu feiern, ist natürlich das Größte“, freute er sich.

Gleich nebenan zeigten die Damen vom eigens gegründeten Club „Desperado Housewives“ noch, wo der Hammer in Sachen Styling hängt. Die einzige reine Frauentruppe bei diesem Rennen überzeugte mit natürlich in Rosa gehaltenen Details wie einem kleinen Jägermeister-Hirsch als Galionsfigur am Bug.

Eine Figur, die dem Rennen immer wieder eine Stimme gibt, ist Manny Walter. Als langjähriger Motor der KG ließ er sich es auch in diesem Jahr nicht nehmen, an der letzte Brücke kurz vor dem Ziel der gut einen Kilometer langen Strecke die Teams, die Fahrleistungen, die Outfits und natürlich den Umgang mit der zweiten Stromschnelle zu kommentieren.

Denn dort trennte sich nicht nur die Spreu vom Weizen, sondern auch so manches Boot von seinen Insassen. Die Folge war natürlich Gelächter von den gut besetzten Rängen am Wurmrand und Fontänen des Wurmwassers aus den unzähligen mitgebrachten Wasserpistolen. „Und trotz des wirklich miesen Wetters bin ich sehr zufrieden mit der Resonanz“, so Manny in einer kurzen Moderationspause.

Ehrenplatz für die Häschen

Die waren übrigens eher selten, denn immer gab es etwas zu sehen. So die Jungs, die sich als Playboy-Häschen einen Ehrenplatz in den Herzen der am Wegesrand picknickenden Gäste sicherten. Oder der Elferrat der KG „Würmer Wenk“, der seinem Motto „Aufgeschlumpft“ mit kräftigen Aufsetzern auf dem Wurmgrund alle Ehre machte. Übrigens ließen die unterschiedlichen Konstruktionen durchaus einen Schluss auf die Chancen, im Ziel anzukommen, zu.

So erwiesen sich Boote mit Surfbrettern als Unterbau als nahezu unsinkbar, während klassische Wannen früher oder später an Flusssteinen oder den um sie herum gebauten Sitzgelegenheiten zerbrachen. Das Ergebnis war dann manchmal nur nutzlos im Wasser treibender Schrott, der von Manny Walter mit einem „Auf Wiedersehen in Randerath“ flussabwärts verabschiedet wurde.

Einmal richtig baden gehen durfte auch die lokale Politprominenz. Landrat Stephan Pusch, Landtagsabgeordneter Bernd Krückel und Geilenkirchens CDU-Bürgermeisterkandidat Ronnie Goertz schwangen sich in ihrem dem TV-Dschungelcamp nachempfundenen Surfbrett-Gefährt als erste ins Wasser. Und auf dem Weg zog Goertz dann noch mal richtig die Wasserpistole auf, um den am Land trockenen Fußes umherwandelnden Gegenkandidaten Georg Schmitz zu treffen, der sich den Spaß am Wegesrand nicht nur mit dem Genuss des kulinarischen Angebots versüßte. Schorsch“ hatte sich aber vorsorglich einen großen Schirm mitgenommen und überstand die spaßige Attacke.

Damit war er am Ende einer überaus gelungenen Neuauflage des Badewannenrennens sichtlich einer der wenigen, die auch hinter den Ohren noch trocken waren. Denn das Wasser war bei diesem hervorragend von Technischem Hilfswerk (THW), DLRG und vielen Freiwilligen unterstützen Event überall zu finden.

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