Geilenkirchen - Awacs-Flugplatz: Projekte für 82 Millionen auf Wunschliste

Awacs-Flugplatz: Projekte für 82 Millionen auf Wunschliste

Von: Udo Stüßer
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Deutlich erkennbar ist die Grundstruktur für das Rechenzentrum, das auf der Nato-Basis in Geilenkirchen-Teveren entsteht. Hier sind rund 18 Millionen Euro Investition angesetzt. Foto: Nato

Geilenkirchen. Mit einem Kostenaufwand von rund 18 Millionen Euro wird derzeit auf dem Nato-Flugplatz Teveren ein neues Rechenzentrum gebaut. Doch das ist nicht das einzige Projekt, in das die Nato in den nächsten Jahren in Teveren millionenschwer investieren will.

Thorsten Wahl als Leiter der Abteilung Infrastruktur zuständig für die Unterhaltung und Wartung der etwa 300 Gebäude auf dem Awacs-Flugplatz, für Sanierungsmaßnahmen und Neubauten, hat insgesamt 19 große, 41 kleine Projekte und rund 100 kleinere Sanierungsmaßnahmen auf seiner Liste, die er in den nächsten sieben Jahren realisiert haben möchte.

Der größte Teil der Pläne liegt bereits im Brüsseler Nato-Hauptquartier vor, wo die 28 Nato-Staaten einstimmig grünes Licht geben sollen. Die restlichen Pläne sind auf den Weg gebracht. Rund 67 Millionen Euro hat der Bauingenieur für die 19 großen Projekte angesetzt, 9,2 Millionen Euro für die 41 kleineren Projekte und 6,2 Millionen für die 100 Sanierungsmaßnahmen. Der Nato-Zivilist ist aber nicht nur für Bau- und Sanierungen auf dem Flugplatz Teveren zuständig. Auch gehen alle Baumaßnahmen auf den vorgeschobenen Einsatzflugplätzen über seinen Tisch.

Digitale Ausstattung

So soll seinen Plänen nach die Nato 4,7 Millionen Euro auf dem Flugplatz in Oerland (Norwegen), 4,5 Millionen Euro auf der Basis in Aktion (Griechenland), 1,4 Millionen Euro in Konya (Türkei) und zwei Millionen Euro im italienischen Trapani investieren. Dazu verwaltet Thorsten Wahl ein Betriebsbudget in Höhe von 16 Millionen Euro im Jahr, aus dem Löhne und Gehälter der Mitarbeiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums, Gebäudereinigung, Strom, Wasser, Heizkosten, Müllabfuhr, Wartungsverträge und kleinere Reparaturarbeiten bezahlt werden.

Ständig wird auf dem Teverener Flugplatz investiert. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem der Gefechtsstand erneuert und mit digitalen Bildschirmen ausgestattet (2,8 Millionen Euro), das Instrumentenlandesystem an Start- und Landebahn erneuert (800.000 Euro) und die Zwingeranlage für die 30 Hunde des Verbandes ersetzt (500.000 Euro). Aber auch wenn es darum geht, das undichte Schwimmbad zu erneuern (400.000 Euro) oder für den amerikanischen Kindergarten einen schmucken Spielplatz zu schaffen (90.000 Euro), ist sein Einsatz und der seiner vier Mitarbeiter im In­frastrukturbüro gefragt.

Neun Millionen Euro haben die Nato-Staaten für den Bau eines neuen Feuerwehrgebäudes genehmigt. Geplanter Baubeginn ist Anfang 2014. Die Feuerwehrfahrzeuge der neueren Generation passen nicht mehr in das bestehende und sanierungsbedürftige Gebäude. „Wir haben lange geplant, neu geplant, umgeplant, um es zu sanieren. Jetzt haben wir uns für einen Neubau entschlossen“, sagt Thorsten Wahl. Bei seiner Planung hat er bedacht, dass der Kreis Heinsberg seit 2009 in der brisantesten Erdbebenzone in der Bundesrepublik eingestuft ist. „Alle neuen Gebäude für Rettungskräfte müssen seitdem Erdbeben standhalten. In dem bestehenden Feuerwehrhaus hätte sich so etwas technisch nicht realisieren lassen“, erklärt der Bauingenieur. Die Aufträge für den Bau werden Nato-weit ausgeschrieben.

Ebenfalls genehmigt wurden in Brüssel zwölf Millionen Euro für die Erneuerung der Einbruchmeldeanlage für die Abstellfläche der 17 Flugzeuge. Hochmoderne Kameras und Sensoren sollen Anfang 2014 installiert werden.

Für den Erhalt und die Pflege der bestehenden Gebäude greift Thorsten Wahl auf die rund 100 zivilen Bundeswehrangehörigen des Bundeswehrdienstleistungszentrums (BwDLZ) auf dem Flugplatz zurück. Hier sind unter anderem Elektriker, Schlosser, Installateure, Schreiner, Maler und Klimatechniker beschäftigt. Mit der Pflege des Geländes beauftragt Thorsten Wahl die ebenfalls vor Ort ansässige Geländebetreuungsstelle des BwDLZ. Mit größeren Bau- und Neubaumaßnahmen wird der Bauliegenschaftsbetrieb Aachen betraut, der eine mit 30 Mitarbeitern besetzte Nebenstelle auf dem Teverener Flugplatz unterhält.

Arbeit in Sperrzonen

Bei diesen Bau- und Sanierungsmaßnahmen arbeitet Wahl nicht nur mit den nationalen Behörden (Verteidigungsministerium, Wehrbereichsverwaltung, Oberfinanzdirektion, Bauliegenschaftsamt und Bundeswehrdienstleistungszentrum) zusammen, sondern auch auch mit den übergeordneten Nato-Kommandobehörden in Brunssum, Neapel und Mons, mit dem Nato-Hauptquartier in Brüssel und dem Alliierten Kommando Transformation in Norfolk (USA).

Den Firmen, die sich an einer Ausschreibung beteiligen wollen, rät Wahl: „Viele Arbeiten sind in Sperrzonen erforderlich. Deshalb liegt dem Verband an einer Zusammenarbeit mit sicherheitsüberprüften Firmen. Eine Sicherheitsüberprüfung kann im Innenministerium über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Aachen beantragt werden.“

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