Autorin Sylvie Schenk liest aus ihrem neuen Roman

Von: Danielle Schippers
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Franz-Josef Fürkötter (l.),
Franz-Josef Fürkötter (l.), Inhaber der Buchhandlung, Autorin Sylvie Schenk und Musiker Heribert Leuchter bei der Vorstellung des neuen Buches. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. „Alles begann mit Der Aufbruch von Franz Kafka”, sagt die Autorin Sylvie Schenk, die ihren neuen Roman in der Buchhandlung Fürkötter in einer geistreichen Lesung vorgestellt hat.

Die kurze Parabel „Der Aufbruch” von Kafka fasziniert und inspiriert nämlich nicht nur die erfahrene Autorin, sondern auch die Protagonisten in ihrem vielschichtigen Roman. Die Geschichte handelt von dem gestandenen Deutschlehrer Erik Jansen, der sich auf eine Reise nach Jordanien begibt, um sein Leben zu überdenken. Er hat, neben seiner Frau, auch seine Anstellung an einem katholischen Gymnasium verloren, da er seine Liebe zu seiner Schülerin Johanna nicht mehr ignorieren konnte.

Johanna ist eine begabte Schülerin, die ihn, seine Methoden und eben Franz Kafka provokant hinterfragt. Der Roman nimmt immer wieder Bezug auf literarische Größen, es geht darum, was im Leben wirklich zählt und um einen Aufbruch aus einem gewohnheitsbestimmten Leben.

„Die Geschichte handelt von der großen Liebe zwischen Schülerin und Lehrer, von Freiheit und Literatur.” Fasst Sylvie Schenk zusammen. Interessant blickt der sympathische Protagonist Erik Jansen auf seine Reise nach Jordanien zurück auf sein Leben, oder die Handlung wird teilweise vorweggenommen, ähnlich wie in einigen Texten Kafkas. Feinfühlig beschreibt die Autorin die Emotionen einer verbotenen Liebe, und auch die Reise ist auf verschiedenen Ebenen mit Andeutungen, Symbolen und Weisheiten gespickt. „Gute Literatur baut auf Überraschungen und Entwicklungen auf”, resümiert die erfahrene Schriftstellerin.

Die interessante Lesung wurde musikalisch begleitet von Heribert Leuchter aus Aachen, der auf dem Sopran-Saxophon orientalisch beeinflusste Zwischenspiele besteuerte.

Musikalische Kommentierung

Die beiden Künstler kennen sich bereits über 30 Jahre lang. Auch Heribert Leuchter ist begeistert von dem Roman „Der Aufbruch des Erik Jansen” und nahm sich für seine musikalische Kommentierung das Leitmotiv „Aufbruch” vor.

Die Idee für die Handlung des Romans hatte Sylvie Schenk, als sie sich selber auf eine Jordanien-Reise begab, dort gab es, wie in dem Buch, einen netten Reiseführer namens Omar. Die deutsch-französische Autorin wurde in Frankreich geboren, wohnt zurzeit in Stolberg und war früher außerdem selber Lehrerin. „Es ist aber kein Lehrer- oder Liebesbuch. Das Thema Aufbruch liegt mir einfach.”

Der Erzählstil des Romans, der aus der Ich-Perspektive des Lehrers erzählt wird, ist gleichzeitig klar und hintergründig. Erik Jansen lernt zu Beginn seiner Reise die zunächst dumpf und geschwätzig erscheinende Monique kennen, deren verstorbener Mann eine Regenschirm-Fabrik in Aachen geleitet hatte.

Während eines langen Gesprächs vergleicht sie beispielsweise Gefühle mit Zähnen, beide vergilbten, vergammelten und fielen ohne Pflege mit der Zeit aus.
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