Gangelt - Autismuszentrum Gangelt-Birgden: Die Betreuungsarbeit hat begonnen

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Autismuszentrum Gangelt-Birgden: Die Betreuungsarbeit hat begonnen

Von: Stefan Schaum
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Die ganze Welt, ein einziges D
Die ganze Welt, ein einziges Durcheinander: Autisten reagieren darauf oft mit Schlagen und Beißen. Dass klar strukturierte Umgebungen ihnen die Orientierung erleichtern, wird Familienangehörigen im Autismuszentrum auch mit Hilfe von Puppen veranschaulicht. Foto: Stefan Schaum

Gangelt. Kein einziges Bild hängt an den nackten Wänden, und so soll es auch bleiben. Hier findet sich kein Blumentopf auf der Fensterbank und keine Vase auf dem Tisch. Möglichst karg sollen die Räume sein. Anders ausgedrückt: reizarm. Denn dort, wo Autisten eine Orientierung in der für sie chaotischen, haltlosen Welt finden sollen, ist jede Ablenkung eine Ablenkung zu viel. Dieser Tage beginnt die Arbeit im „KompAss”, dem Kompetenzzentrum für Autismus-Spektrum-Störungen in Gangelt-Birgden. Dort wird es viel zu tun geben.

Neu ist der Umgang mit Autisten nicht für die Lebenshilfe Heinsberg, die die Trägerschaft des Zentrums übernommen hat. Auch in der Frühförderung von Kindern spielt solche Betreuung häufig eine Rolle. Nun soll sie gezielt stattfinden in einem ausgedienten Gebäude, gleich neben der neu gebauten Wohnstätte der Lebenshilfe. Leiterin Stefanie Heinen wird gemeinsam mit Marita Pastwa und Melanie Flecken Kinder und Erwachsene betreuen. Der Bedarf ist da, schon jetzt stehen zehn Personen auf der Warteliste.

24 Autisten werden derzeit betreut und kommen einmal pro Woche für eine gute Stunde in das Zentrum. Zunächst allein, denn oft fällt ihnen der Umgang mit anderen Menschen schwer oder wird gar zur schmerzhaften Belastung. „Wir gehen ganz behutsam vor und versuchen Schritt für Schritt eine neue Struktur zu schaffen. Für Autisten ist es ganz wichtig, dass sie vertraute Orte haben und wissen, was sie an bestimmten Plätzen tun können”, sagt Heinen. Der Platz zum Schlafen, der Platz zum Essen oder zum Ausruhen - alles muss ganz klar definiert sein, damit das Hirn es erkennen kann. Andernfalls droht Reizüberflutung, auf die Autisten oft mit Schreien und Aggression reagieren.

Im Zentrum werden Grundlagen gelegt, später auch im häuslichen Umfeld der Autisten. Die Arbeit mit deren Familien ist ohnehin ein zentraler Bestandteil der Arbeit. Dabei geht es auch darum, Verständnis zu schaffen für eine Behinderung, die bleiben wird, deren Ausprägungen sich jedoch mildern lassen.

Zwei Therapieräume stehen zur Verfügung. Dass sie karg sind, gehört zum Prinzip. Doch könne die Ausstattung insgesamt noch verbessert werden, wie die Autismus-Pädagogin sagt. Spenden sollen die weitere Arbeit voranbringen.

Kontakt zum Autismuszentrum in Birgden, Bahnhofstraße 127, ist möglich unter 02454/9370846.

Den Erlös einer bereits ausverkauften„Mallorquinischen Nacht”, die am Samstag, 27. Oktober als Benefiz-Kochshow in der Aula der Firma CSB in Geilenkirchen über die Bühne geht, wird Hilde Schmitzek dem Zentrum zur Verfügung stellen.

Weitere Spenden sind möglich unter dem Stichwort „Autismuszentrum” auf das Konto 2305001 bei der Kreissparkasse Heinsberg, BLZ 31251220.

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